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Bayern hat der Wildkatze viel zu bieten

Fiona Schönfeld

85 Prozent der Waldfläche sind Lebensraum für die Wildkatze

In manchen Regionen Bayerns gibt es geeignete Lebensräume für die Wildkatze, soviel steht fest. Nachweise von Wildkatzen-Vorkommen in einzelnen Wäldern Nord- und Ostbayerns bestätigen dies. Aber sind bayerische Wälder insgesamt für unsere kleinste heimische Raubkatze überhaupt attraktiv? Die Bayerische Forstverwaltung will mit ihrem Aktionsplan die Wildkatze in Bayern fördern. Ein wichtiges Zwischenziel dabei ist, die Verbreitung der Wildkatze zu ermitteln. Dafür greift der Aktionsplan auf ein neu entwickeltes Habitatmodell zurück, das die potentiellen Verbreitungsgebiete der Wildkatze in Bayern errechnet.

Wildkatze Die Wildkatze hat durchaus gute Chancen, sich in Bayerns Wäldern wieder auszubreiten. (Foto: L. Hlasek)

Derzeit erarbeitet das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten einen »Aktionsplan zur Förderung der Wildkatze in Bayern 2009/10«. Ein Ziel dieses Aktionsplans ist unter anderem die Ermittlung der Verbreitung der Wildkatze. Als Grundlage zur Beurteilung der Situation und der möglichen Bestandsentwicklung hat die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) das erste »Habitatmodell« zur potentiellen Verbreitung der Wildkatze in Bayern errechnet.

Entwickelt wurde das Modell in der Eifel. Zwölf Wildkatzen wurden telemetriert, d. h. die Wildkatzen wurden mit Sendern versehen und ihre Bewegungsmuster verfolgt. Auf diese Weise ermittelten die Wildbiologen neben den Aktivitätsrhythmen der Wildkatze auch die bevorzugten und die unattraktiven Biotopbereiche. Aus den 13.000 Lokalisationen wurde ein Habitatmodell fü die Wildkatze erzeugt, das nun auf Bayern übertragen wurde. Das Habitatmodell bewertet gestuft die Eignung Bayerns als möglicher Lebensraum für die Wildkatze, das Streifgebietsmodell identifiziert jene Bereiche, die sich als dauerhaftes Habitat eignen.

Das Habitatmodell stammt aus einem Gebiet mit Höhenlagen bis 700 Meter, Aussagen zur Eignung höherer Lagen sind daher nicht möglich. Aus Literaturangaben wurde deshalb eine Grenze von 800 Metern angenommen, bis zu der der Lebensraum für Wildkatzen klimatisch noch optimal sein und ganzjährig genutzt werden kann. Teilweise wurden Wälder höherer Lagen jedoch ins Streifgebietsmodell der Wildkatze integriert, sofern sie mit tieferliegenden geeigneten Wäldern zusammenhängen. Ein Wildkatzen-Streifgebiet kann sich durchaus entlang eines Hangwaldes über mehrere hundert Höhenmeter erstrecken, sofern die Witterungsverhältnisse günstig sind.

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Autorin

  • Fiona Schönfeld
    ist Mitarbeiterin der Obersten Jagdbehörde des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten