Waldbesitzer schlugen 2008 weniger Holz. Ursache: Auswirkungen des schadholzreichen Jahres 2007, mit Überangebot an Rundholz und sinkenden Holzpreisen Seitenanfang : weiter zum Inhalt|
weiter zur Themennavigation|
LWF - Logo mit Link zu Startseite| Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten |
Wappen mit Link auf die Startseite des StMELF|
Kopfnavigation: weiter zur Position im Verzeichnisbaum|
Position im Verzeichnisbaum: weiter zum Inhalt|
StMELFLWFWald und GesellschaftForstpolitik, Wildtiermanagement, Jagd → Aktuelles → Waldbesitzer in Bayern 2008 weniger Holz als 2007 genutzt
Inhalt: zurück zum Seitenanfang|

Bayerns Waldbesitzer drückten 2008 beim Holzeinschlag auf die Bremse

Holger Hastreiter

Holzeinschlagserhebung: Waldbesitzer haben 2008 3,6 Mio. fm weniger Holz genutzt als 2007

2008 war bei allen Waldbesitzern in allen Besitzarten ein Rückgang der eingeschlagenen Holzmengen zu verzeichnen. Wurden im Jahr 2007 noch 21,2 Millionen Festmeter genutzt, so lag der Holzeinschlag durch die Waldbesitzer im zurückliegenden Jahr bei 17,6Millionen Festmeter. Auf Grund der großen Sturmholzmengen, hoher Lagerbestände und sinkender Holzpreise reagierten viele Waldbesitzer mit einem eher zurückhaltenden Holzeinschlag.

Holzernte Waldbesitzer schlugen 2008 weniger Holz. Ursache: Ein Überangebot an Rundholz und sinkende Holzpreisen (Foto: LWF)

Waldbesitzer nutzen in Bayerns Wäldern im Jahr 2008 ca. 17,6 Millionen Festmeter Holz. Der Einschlag lag damit um 3,6 Millionen Festmeter unter dem Vorjahreswert. Hauptursache des rückläufigen Einschlags waren die negativen Auswirkungen des schadholzreichen Jahres 2007 für den Waldbesitzer, das sich durch ein Überangebot an Rundholz und sinkende Holzpreise auszeichnetete. Der schleppende Export beim Nadelschnittholz führte bei den Sägebetrieben zu vollen Lagern und zu gedrosselten Einschnittmengen. Der Orkan »Emma« verursachte im März 2008 erneut einen nicht unerheblichen Schadholzanfall und verschlechterte dadurch für Waldbesitzer die Lage auf dem angespannten Holzmarkt weiter. Viele Waldbesitzer reagierten im weiteren Jahresverlauf mit einem eher vorsichtigen und überlegten Einschlagsverhalten.

Der größte bayerische Waldbesitzer, die Bayerischen Staatsforsten AöR, meldeten für das Kalenderjahr 2008 eine eingeschlagene Holzmenge von 4,9 Millionen Festmeter, was verglichen mit 2007 eine Einschlagsminderung um 1,1Millionen Festmeter bzw. 18 Prozent bedeutet. Im Bundeswald verringerte sich die Nutzungsmenge um ein Drittel auf 0,23 Millionen Festmeter. Die Ergebnisse der Holzeinschlagserhebung der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft im Privat- und Körperschaftswald bei den Waldbesitzern werden im Folgenden vorgestellt. Teilgenommen haben 1009 Waldbesitzer, davon 840 Privat- und 169 Körperschaftswaldbetriebe.

Einschlag der privaten und körperschaftlichen Waldbesitzer

Aus dem Privatwald wurde für das Jahr 2008 ein Holzeinschlag von rund 10,7 Millionen Festmeter gemeldet. Damit lag der Einschlag für private Waldbesitzer um 16 Prozent unter dem Vorjahreswert. Aus dem Einschlag gelangten mit 6,2 Millionen Festmeter ca. 1,8Millionen Festmeter weniger in den Verkauf als 2007. Der durchschnittliche Einschlag je Hektar Waldfläche lag über alle Besitzgrößen bei 7,27 Festmeter. Mit 5,9 Millionen Festmeter kam mehr als die Hälfte des Gesamteinschlages aus dem Privatwald unter zehn Hektar. Davon nutzten private Waldbesitzer 3,4 Millionen Festmeter in Eigenverbrauch. In den Körperschaftswäldern wurden imvergangenen Jahr 1,8 Millionen Festmeter eingeschlagen, wovon etwa 1,6 Millionen Festmeter verkauft wurden. Der Einschlagsrückgang beläuft sich somit im Körperschaftswald auf neun Prozent. Durchschnittlich wurden über alle Größenklassen 6,81 Festmeter pro Hektar Körperschaftswaldfläche genutzt. Die sturm- und borkenkäferbedingten Schadholzanfälle in den beiden Waldbesitzarten verringerten sich von rund 5,7Millionen Festmeter im Jahr 2007 auf nunmehr 3,8 Millionen Festmeter

Autor

  • Holger Hastreiter
    Mitarbeiter im Sachgebiet »Forstpolitik, Wildtiermanagement, Jagd« der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft.
    Fachbereich: Testbetriebsnetz und Vegetationsgutachten