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Für private Waldbesitzer ist ein Waldpflegevertrag oft die bessere Alternative zum Verkauf von Waldflächen

Erwin Kruczek

Waldpflegeverträge als Chance für viele Waldbesitzer und Zusammenschlüsse

Waldpflegeverträge erlangen eine immer größere Bedeutung. Für viele Privatwaldbesitzer ist ein Waldpflegevertrag oft die beste Alternative zum Verkauf ihrer Waldflächen. Ihnen bleibt das Waldeigentum erhalten, Schutz und Pflege des Waldes sind in guten Händen. Für die forstlichen Zusammenschlüsse stellen die Waldpflegeverträge eine große Herausforderung dar. Die eigenen Stärken und Schwächen sowie Chancen und Risiken sind sorgfältig zu analysieren, bevor ein Zusammenschluss dieses Geschäftsfeldweiter ausbaut oder sich neu darauf einlässt. Werden auch noch betriebswirtschaftliche und kaufmännische Grundsätze beachtet, so wird nicht nur die Kompetenz, sondern auch die Geschäfts- und Ertragsbasis verbessert.

Waldbegang mit Waldbesitzern Auf einem Waldbegang bespricht Försterin Ute Kerschbaum (FBG Fränkische Rhön und Grabfeld e.V.) gemeinsam mit den Waldbesitzern Planung und Ziele für die vorgesehenen Waldpflegeverträge. (Foto: E. Kruczek)

Die Forstreform in Bayern förderte die Entwicklung der forstlichen Zusammenschlüsse. Die staatliche Forstverwaltung zog sich 2005 aus der Betriebsleitung und Betriebsausführung in den Altrechtlichen Körperschaften und den Kirchenwaldungen zurück. Der Rückzug aus den Kirchenwaldungen zeigte sich in ganz Bayern, bei den Altrechtlichen Körperschaften waren vor allem die fränkischen Regierungsbezirke betroffen. Weder die Kirchen noch die Waldkörperschaften waren in der Lage, die auf Grund des Wegfalls der staatlichen Betriebsleitung und Betriebsausführung entstandene Lücke zu kompensieren. Die forstlichen Zusammenschlüsse waren herausgefordert, in kürzester Zeit diese Lücke zu füllen. Aus dieser Situation heraus entstanden in ganz Bayern in relativ kurzer Zeit sehr viele, teils sehr unterschiedliche Waldpflegeverträge.

Anders stellt sich die Situation im Privatwald dar. Hier machen sich in den letzten Jahren die Folgen des Waldbesitzerstrukturwandels immer stärker bemerkbar. Die Tradition der bäuerlichen Eigenbewirtschaftung geht zurück. Bei der nachfolgenden Generation schwindet sehr oft das Wissen über den Wald. Mehr und mehr fehlt es an Fertigkeiten für die Bewirtschaftung, an Ausstattungen mit Geräten und Maschinen und nicht zuletzt auch an Zeit. Viele Waldbesitzer sind nichtmehr vor Ort. Insgesamt sinken die Kompetenz und die Fähigkeiten zur Eigenbewirtschaftung. Deshalb suchen immer mehr Waldbesitzer nach geeigneter Unterstützung bei der Waldbewirtschaftung. Auch die Folgen des Klimawandels stellen die Waldbesitzer vor neue Herausforderungen. Schadereignisse, notwendige Waldumbaumaßnahmen, die erhöhten Anforderungen Des Holzmarktes, rechtliche Anforderungen (Verkehrssicherheit) sowie die Abwehr und Bekämpfung von Schädlingen bringen nicht nur die »neuen« Waldbesitzer in Bedrängnis und an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Wünsche entstehen. Der Wald sollte in Ordnung, sollte »sauber« sein. Jemand sollte da sein, nach Möglichkeit ein Förster, der sich um den Wald kümmert, ihn erhält und pflegt.

Autor

  • Erwin Kruczek ist als Forstlicher Berater am Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten Bad Neustadt/Saale u.a. zuständig für die FBG Fränkische Rhön und Grabfeld e.V.