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Waldumbau mit Naturverjüngung

Robert Wiechmann

Im Landkreis Miesbach werden seit Jahren erfolgreich standortswidrige Fichtenreinbestände in stabile Mischwälder umgebaut

"Warum Mischwald?"" titelte schon im Jahre 1946 Forstmeister Baumann im ersten Mitteilungsblatt der Waldbesitzervereinigung Holzkirchen. Die forstliche Beratung im Landkreis Miesbach ist seitdem traditionell dem naturnahen Waldbau verpflichtet. Bis etwa Mitte der achtziger Jahre aber waren waldbauliche Erfolge im Hinblick auf den Umbau der Fichtenbestände in stabile Mischwälder noch auf flächenmäßig wenige Ausnahmen beschränkt. Heute dagegen staunen selbst Fachleute über die reichliche Verjüngung der Mischbaumarten, die sich auf großer Fläche auch unter Fichtenreinbeständen einstellt.

Waldbauliche Beratung durch den Förster vom AELF

Auch in Miesbach waren jahrzehntelang die jagdlichen Verhältnisse so, dass das Aufwachsen der Mischbaumarten nicht möglich und selbst die robuste Fichte oftmals nur hinter Zaun oder mit Einzelschutz hochzubringen war. Noch im Jahre 1988 wies die Hauptbaumart Fichte beispielsweise im Revier Holzkirchen 34 Prozent Leittriebverbiss auf. Vielleicht im Unterschied zu anderen Regionen aber hatte der Wald bei den gegebenen Wuchs- und Besitzverhältnissen immer einen hohen wirtschaftlichen wie ideellen Stellenwert bei den Waldbesitzern. Die hohe Waldgesinnung war ein wichtiger Schlüssel zur Stärkung des eigenverantwortlichen Handelns der Waldbesitzer mit Hilfe forstlicher Beratung.

Privatwaldbetreuung als Schwerpunktaufgabe Forstmeister Baumann, der von 1945 bis 1967 am Forstamt Holzkirchen wirkte, war seiner Zeit weit voraus. In Zeiten, in denen fast alle Forstbeamten einzig den Staatswald als »genehme « Wirkungsstätte ansahen, kümmerte er sich mit aller Kraft um den Aufbau und die Akzeptanz eines staatlichen Beratungssystems im Privatwald.

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