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Die Silberweide

Salix alba L.

Englisch: willow

Baumarten-Steckbrief Silberweide

Baum des Jahres 1999

Systematik:

Unterklasse Rosidae = Rosenähnliche
Ordnung Malpighiales = Malpighienartigen
Familie Salicaceae = Weidengewächse
Gattung Salix = Weiden
Art Salix alba (L.) = Silberweide
Blattoberseite und -unterseite der Silberweide Laubfärbung der Blattoberseite und -unterseite der Silberweide (Bild: MPF; Quelle: Wikipedia.de)

Mit rund drei Dutzend Arten ist die Weide (Salix) eine der vielfältigsten Gehölzgattungen Mitteleuropas. Im Gegensatz zur landläufigen Auffassung, sind nach Dr. Gregor Aas die meisten unserer Weiden morphologisch und ökologisch gut zu taxieren.

Mit dem Vorkommen der Weidenarten in der Vegetation unserer mitteleuropäischen Fluss- und Stromauen beschäftigte sich Dr. Winfried Türk in seinem Beitrag.

Die enge Wechselbeziehung zwischen Biber und Weiden beschreibt Dr. Volker Zahner. Der Biber trägt mit seiner Lebensweise auch zur Verbreitung der Weiden bei: Zurückgelassene, abgeschnittene Zweige bewurzeln sich und bilden ein neues Weidengebüsch im Uferbereich.

Olaf Schmidt und Hermann Hacker beschreiben in ihren Vorträgen die Bedeutung der Weiden für die Vogel- bzw. Insektenwelt. Der Nektar der Weidenkätzchen ist z. B. für Weidenlaubsänger, Mönchsgrasmücke, Klappergrasmücke und Stieglitz eine wertvolle Energiequelle.

Artenreich ist auch die Pilzflora, die mit der Weide in Verbindung steht. Markus Blaschke beschreibt die Vielzahl, der mit bzw. von den Weiden symbiotisch, parasitisch oder saprophytisch lebenden Pilzarten.

Aspekte der Genetik und Vermehrung werden ausführlich von Randolf Schirmer beleuchtet.

Die forstliche Bedeutung der Silberweide ist das Thema des Beitrages von Karl Gutzweiler. Er beschreibt die Silberweide u.a. als idealen Kultursicherer für Kulturflächen am mittleren Oberrhein, streicht ihre wichtige Rolle als Pioniergehölz in noch natürlichen, dynamischen Flusssystemen hervor und verdeutlicht ihre positiven Eigenschaften im Erosions-, Klima- und Lärmschutz.

Den Kopfweiden widmet Josef Schröder seinen Beitrag. Er beschreibt die ökologische Bedeutung dieser, durch jahrelangen Rutenschnitt entstandenen bizarren Gebilde und berichtet von den vor 10 Jahren begonnenen Maßnahmen des oberfränkischen Landkreises Lichtenfels zur erfolgreichen Rettung dieses typischen Landschaftselementes am Obermain.

Als eine der ersten blühenden Pflanzen im Jahr liefern Weiden die erste Nahrung für eine Vielzahl von überwinternden Insekten. Dietrich Mautz stellt vor allem den Stellenwert der Weidenkätzchen für Wild- und Honigbienen dar.

Die Eigenschaften von Weidenholz und dessen Verwendungsmöglichkeiten sind das Thema des Beitrages von Dietger Grosser. Die Weide läßt sich hervorragend schälen und eignet sich neben der Herstellung von Sperrholz und Zündhölzer ebenso für die Verwendung im Massivholzmöbelbau und als Bauholz .

Norbert Lagoni berichtet schließlich von Weidenrinde als Heilmittel. Die heilende Wirkung ihrer Inhaltsstoffe (Salicin) war z. B. schon den Jägern und Sammlern der Frühzeit bekannt.

Weiterführende Informationen zur Thema Silberweide