Seitenanfang : weiter zum Inhalt|
weiter zur Themennavigation|
LWF - Logo mit Link zu Startseite| Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten |
Wappen mit Link auf die Startseite des StMELF|
Kopfnavigation: weiter zur Position im Verzeichnisbaum|
Position im Verzeichnisbaum: weiter zum Inhalt|
StMELFLWFBaumarten im Wald - Von Ahorn bis Zirbe → Die Schwarzerle - ein Liebhaber der nassen Standorte
Inhalt: zurück zum Seitenanfang|

Die Schwarzerle

Alnus glutinosa L.

Englisch: alder

Baumarten-Steckbrief Schwarzerle

Baum des Jahres 2003

Wuchsform:
großer, bis 30 (40) m hoher Baum mit pyramidaler Krone und bis zum Wipfel durchgehendem Stamm

Rinde:
frühe Bildung einer dunklen Schuppenborke

Winterzweige:
Knospen gestielt, verkehrt eiförmig, wie die Triebe mehr oder weniger kahl

Blätter:
breit-oval, vorne abgerundet oder ausgerandet (nie spitz!), 5 bis 8 Paar Seitennerven, kahl bis auf unterseitige Achselbärte

Blüten:
Kätzchenblüher

Früchte:
mit schmalen, luftgefüllten Schwimmpolstern; Zäpfchen deutlich gestielt

Standorte:
Tieflagen, bis in mittlere Berglagen, v. a. Silikatgebiete, Auen- und Bruchwälder, entlang von Bächen

Bewurzelung:
sehr tiefgehendes Herzwurzelsystem, das auch dichte, wasserstauende Bodenschichten gut zu durchdringen vermag

Ökologie:
keine Baumart toleriert mehr stagnierende Nässe

Alter:
Bis 120 Jahre

Systematik:

Klasse Rosopsida = Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige
Unterklasse Rosidae = Rosenähnliche
Ordnung Fagales = Buchenartige
Familie Betulaceae = Birkengewächse
Gattung Alnus = Erlen
Art Alnus glutinosa L. Gaertn. = Schwarzerle
Fruchtstände der Schwarzerle Schwarzerle: Männliche und weibliche Fruchtstände (Foto: Maren Beßler; Quelle: pixelio.de)

Die Schwarzerle wurde für das Jahr 2003 zum Baum des Jahres gewählt. In der natürlichen Verbreitung prägt sie das Bild der nassen Grundwasserböden entlang von Flüssen und an Ufern von Bächen und Seen. Auf torfigem Substrat bilden sich Reinbestände in Bruchwäldern.
Die Schwartzerle besiedelt somit Lebensräume, die durch Veränderungen besonders stark bedroht sind und deshalb zum großen Teil durch das Bayerische Naturschutzgesetz und als Lebensräume der FFH-Richtlinie geschützt sind.

Durch ihre mittleren Ansprüche an die Nährstoffversorgung und ihre hohen Ansprüche an Bodenfeuchte und Sommerwärme ist sie vor allem in Niederungen und Seenlandschaften beheimatet, die ursprünglich eine reiche Pflanzenfresser-Fauna beherbergte. Einige Merkmalssyndrome der Erle (rasche Keimung auf Rohboden, Verbissresistenz und vegetative Regenerationsfähigkeit) sind womöglich Anpassungen zur Regulierung zoogener Stress-Faktoren.

Das weiche Holz mit gleichmäßig feiner, geradfaseriger Struktur ist nur wenig fest und tragfähig. Es wird als Rundholz, Schnittholz und in Form von Furnieren verwendet.

 

Weitere Informationen zur Schwarzerle