Seitenanfang : weiter zum Inhalt|
weiter zur Themennavigation|
LWF - Logo mit Link zu Startseite| Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten |
Wappen mit Link auf die Startseite des StMELF|
Kopfnavigation: weiter zur Position im Verzeichnisbaum|
Position im Verzeichnisbaum: weiter zum Inhalt|
StMELFLWFBaumarten im Wald - Von Ahorn bis Zirbe → Die Sandbirke
Inhalt: zurück zum Seitenanfang|

Die Sandbirke

Betula pendula R.

Deutsch auch Frauenbirke oder Warzenbirke; Englisch: birch

Baumarten-Steckbrief Sandbirke

Baum des Jahres 2000

Systematik:

Ordnung Fagales = Buchenartige
Familie Betulaceae = Birkengewächse
Unterfamilie Betuloideae
Gattung Betula = Birken
Art Betulus pendula R. = Sandbirke
Herbstfärbung der Sandbirke. Herbstfärbung und Habitus der Sandbirke. (Bild: Uwe Jens Kahl; Quelle: pixelio.de)

In unserem Klima werden Birken auf den meisten Standorten bereits nach wenigen Jahrzehnten durch andere Baumarten verdrängt, die zwar in der Regel höhere Bodenansprüche haben, dafür aber schattentoleranter und langlebiger sind. Nur auf extremen Standorten, beispielsweise sehr trockenen und/oder nährstoffarmen Böden, können sich Birken längerfristig oder manchmal sogar dauerhaft etablieren. Eine ungleich größere ökologische und wirtschaftliche Bedeutung haben sie in der borealen Zone. Als "Baum des Nordens" gehören die Birken dort auf riesigen Flächen zu den waldprägenden Baumarten.

Die Sandbirke zeichnet sich durch die typischen Eigenschaften einer Pionierbaumart aus, die eine natürliche Bewaldung einleiten kann. Sie blüht schon im Alter von wenigen Jahren und produziert jährlich reichlich viel und weitfliegende Samen. Die extreme Anspruchslosigkeit hinsichtlich Nährstoffbedarf und Wasserversorgung ermöglicht, daß sie auf großen Flächen als erste Baumart Birkenreinbestände bilden kann. Schraubige Blattstellung, allseitige Zweigausrichtung und herabhängende Blätter sorgen für eine hohe Lichtdurchlässigkeit der Krone und schnelles Wachstum, aber auch für die Schwierigkeit unter sich selbst aufzuwachsen, obwohl Birken die lichtesten Kronen aller heimischen Baumarten haben. Das geringe Höchstalter ist damit ein weiteres Merkmal dieser Pioniere.

Die Birke ist eine der unempfindlichsten Baumarten gegen Frost und Klimaextreme, was auch ihr Vorkommen in ganz Europa, bis auf den höchsten Norden, Teile Spaniens und Italiens, Südosteuropa sowie in den Hochlagen vieler Gebirge erklärt. Für den Waldbau ist sie aufgrund vieler ökologischer Vorteile mehr denn je von Nutzen.

Ökologisch besonders wertvoll sind die leider selten gewordenen Eichen-/Birkenwälder, deren hohe Artenvielfalt auf eine spezielle, lichtbedürftige Krautflora mit eigenen Tiergemeinschaften zurückzuführen ist. Aber auch als Trümmerbesiedler spielt die Birke eine wichtige Rolle, was ihr den 4. Namen Steinbirke eintrug.

Weiterführende Informationen zur Thema Sandbirke