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StMELFLWFBaumarten im Wald - Von Ahorn bis Zirbe → Die Esche - Baumart mit hohen Ansprüchen und zähem Holz
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Die gemeine Esche

Fraxinus excelsior L.

(Englisch: Common Ash Tree / European Ash)

Eschen-Knopsen Typische Konspen der Gemeinen Esche: Matt schwarz, dicht kurzfilzig behaart, die Endknospe breit eiförmig.

Baumarten-Steckbrief Esche

Baum des Jahres 2001

Gestalt:
Großer, bis 40 m hoher, gegenständig und meist wenig verzweigter Baum; BHD bis 2 m; Längenwachstum stets monopodial

Triebe:
Graugrün, kahl

Knospen:
Nur wenige Schuppen; matt schwarz, dicht kurzfilzig behaart; Endknospe breit eiförmig, viel größer als die kugeligen Seitenknospen

Blätter:
Gegenständig oder schief gegenständig, gefiedert mit 9 bis 13 (15) Blättchen; diese lanzettlich bis oval, am Rand deutlich gesägt, die Seitenfiedern sitzend bis kurz gestielt

Rinde:
Gelblich grau, lange Zeit glatt; Borke grau, dicht längsrissig

Blüten:
April, Mai (vor dem Laubaustrieb); aus seitlichen Blütenknospen am vorjährigen Trieb; in vielblütigen, anfangs abstehenden, später überhängenden Rispen; zwittrig oder eingeschlechtig, ein- oder zweihäusig verteilt; ohne Kelch und Krone, 2 (selten 3) braunrote bis violette Staubblätter; anemogam (=windbestäubt)

Früchte:
Flache, 3-4 cm lange, braune, einseitig zungenförmig geflügelte Nüsse; meist in dichten, hängenden Büscheln; Windverbreitung

Bewurzelung:
Anfangs tiefgehende Pfahlwurzel, mit zunehmendem Alter Bildung eines tief- und weitreichenden Herz- bis Senkerwurzelsystems

Höchstalter:
Etwa 300 Jahre

Systematik:

Klasse Rosopsida = Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige
Unterklasse Asteridae = Asternähnliche
Ordnung Lamiales = Lippenblütlerartige
Familie Oleaceae = Ölbaumgewächse
Gattung Fraxinus = Eschen
Art Fraxinus excelsior L. = Gemeine Esche

Klimahülle:

Klimahülle der gemeinen Esche

Wissenswertes zur Esche

Die Esche spielte vor allem bei den Nordgermanen eine große Rolle. Sie haben ihn als Weltenbaum Yggdrasil verehrt, dessen drei Wurzeln die Götter, die Unterwelt und das Land der Riesen verbanden. An diesen Wurzeln saßen die drei Nornen, die Schicksalsgöttinnen, die das Los der Menschen bestimmten.

Bereits in der Antike war die Herstellung von Heilmitteln aus der Esche bekannt. Seit dem Mittelalter übertrugen sich durch die Verbreitung pflanzenkundlichen Wissens die naturheilkundlichen Erkenntnisse bis in die Neuzeit. Heute werden Extrakte aus der Eschenrinde, kombiniert mit anderen pflanzlichen Wirkstoffen, primär bei rheumatischen Erkrankungen und leichten chronischen Schmerzen angewandt. Die Eschenrinde hat eine entzündungshemmende, leicht fiebersenkende und schwach schmerzlindernde Wirkung.
Ein bekanntes Sprichwort zur Esche lautet:

Grünt die Eiche vor der Esche,
gibt's im Sommer große Wäsche.
Treibt die Esche vor der Eiche,
bringt der Sommer große Bleiche.

Verbreitung der Esche

Die Esche kann vom Wasserhaushalt her ein breites Spektrum an Standorten besiedeln. Es reicht von mäßig trockenen Kalkverwitterungslehmen der Frankenalb bis hin zu feuchten Grundwasserböden der Au. Entscheidend für das Wachstum und die Vorratsentwicklung ist der Wasserhaushalt. Damit ist häufig auch eine gut Nährstoffversorgung gewährleistet. Bei Grundwasseranschluss im unteren Wurzelraum gedeiht sie am besten. Überraschenderweise wächst sie auch auf mäßig stauwasserbeeinflussten Böden sehr gut. Man findet sie auch noch bei feuchtem bis nassem Wasserhaushalt, wo jedoch bald die Grenzen der Verbreitung erreicht werden. Hinsichtlich der Nährstoffansprüche ist die Basensättigung an den Bodenaustauschern entscheidend, wobei der Esche mehr als 40 % Basensättigung im gesamten Wurzelraum ausreichen.
Es gibt zahlreiche Standorte auf denen die Esche aus bodenchemischen Gründen überhaupt nicht vorkommt. Als Hauptbaumart, die den Kronenraum beherrscht, baut die Esche nur wenige Waldgesellschaften auf (Auwälder, Sumpfwälder, Block- und Schluchtwälder). In zahlreichen anderen Waldgesellschaften ist die Esche als Nebenbaumart eingeschränkt konkurrenzfähig. Vor allem in den Buchenwaldgesellschaften basenreicher Standorte spielt die Esche als Halbpionier eine phasenweise wichtige Rolle. Von Natur aus eschenfrei sind die Waldgesellschaften tiefreichen basenarmer Standorte.
Außer in Südspanien und Nordskandinavien, westlichen Teilen Irlands und in Schottland kommt die Gemeine Esche in ganz Europa vor. Ihr Verbreitungsgebiet reicht im Osten bis zur Wolga, in den Kaukasus und nach Kleinasien.

Die Baumart Esche im Waldbau

Die Esche ist eine leicht zu formende Baumart, mit der man anhand der richtigen Behandlungsweise rasch Ergebnisse erzielen kann. Sie verjüngt sich aufgrund ihrer verschwenderischen Samenproduktion meist sehr zahlreich und dominiert durch ihre relative Schattentoleranz nicht selten den Jungwuchs. Steht diese Lichtbaumart nach der Anwuchsphase in einem größeren Lichtschacht, wächst sie schnell in die Höhe. Triebe von bis zu einem Meter sind auf guten Standorten fast die Regel.
Aufgrund der monopodialen Verzweigung erwächst die Esche geradschaftig und wipfelschäftig. Die Quirlabstände sind fast so regelmäßig wie die der Fichte. Der Stamm reinigt sich im geschlossenen Bestand sehr gut von Ästen. Das sind beste Voraussetzungen für die Produktion von Qualitätsholz. Des weiteren kann die Esche riesige Kronen ausbilden. Das bedeutet, dass sie enorme Jahrringbreiten anlegen kann, die den Stamm in kurzer Zeit zur gewünschten Dimension heranwachsen lassen.
Allerdings bildet die Esche gerne einen Farbkern aus und wird im Alter reaktionsträge, baut ihre Krone also nicht mehr bedeutend aus. Diese Punkte sind bei der Wertholzproduktion zu beachten.
Bis zum Alter von 20 Jahren wird der Bestandesschluss gewahrt und man lässt die Selbstdifferenzierung laufen, damit die Astreinigung gewährleistet wird. Punktuelle, extensive Eingriffe sind nur notwendig um die Schaftqualität zu sichern und die Baumartenmischung zu regeln. Sobald der geforderte Stammabschnitt grünastfrei ist (7 bis 8, auf besten Standorten auch 9 bis 10 m) muss das Zuwachshoch der Esche für den Kronenausbau und das Dickenwachstum genutzt werden.
Es werden 70 bis 80 vitale Z-Bäume pro Hektar ausgewählt, markiert und in ein bis zwei Eingriffen in der Krone freigestellt. Im weiteren Verlauf werden die Besten permanent umlichtet damit kein Kronenast mehr abstirbt. Das Überwallen der großen Astabbrüche würde zu lange dauern und der Zutritt der Außenluft löst im Stamm die Kernbildung aus.
Da der Farbkern mit zunehmendem Alter immer häufiger auftritt und immer größere Ausmaße annimmt, muss die Esche mit 80 Jahren das gesteckte Produktionsziel - also den geforderten Stammdurchmesser - erreicht haben. Die Ernte dieser Bäume leitet fließend in die Folgegeneration über.

Waldschutz und Esche

Als frostempfindliche Art ist die Esche anfällig für Winter- und Spätfröste. Schäden durch Nassschneedruck können bis in die ältere Dickungsphase eine Rolle spielen. Verbiss- und Fegeschäden mit Verlust der Leittriebe führen zu ungünstigen Wuchsformen bis hin zum Ausfall der jungen Pflanzen. Auch für Mäuseschäden ist die Esche anfällig.

Insekten an Esche

Die Esche wird im Vergleich mit anderen Baum- und Straucharten von nur relativ wenigen phytophagen Insektenarten besiedelt. Die meisten wirtschaftlichen Schäden werden wohl von der Eschenzwieselmotte (Prays fraxinellus) verursacht. Die Raupen der ersten Generation minimieren im Mai / Juni die Eschenblätter, die Raupen der zweiten Generation im August. Nach Laubabfall wechseln sie in die Endknospen " insbesondere die Terminalknospen " umspinnen diese leicht und höhlen sie völlig aus. Nach Ausfall der Terminalknospe kommt es zur Zwieselbildung der Esche.
Auf die Esche angewiesen ist der Maivogel (Euphydryas maturna), der eine prioritäre Art nach FFH-Richtlinie ist. Die Falter fliegen im Juni. Die Eier werden in Paketen an Esche abgelegt, wo die Raupen bis zum Herbst leben. Zur Überwinterung verlassen sie die Bäume und fertigen ein gemeinsames Überwinterungsnest am Boden.
Eine allgemein bekannte und sehr häufige Art, deren typische Larvenfraßgänge an allen gefällten Eschen und Stümpfen zu finden sind, ist der Kleine Bunte Eschenbastkäfer (Hylesinus fraxini). Besonders auffällig sind die Gänge an Stapeln von Eschenbrennholz. Der Ernährungsfraß der Käfer findet an grünen Zweigen statt. Durch seinen Fraß entstehen die sogenannten "Eschenrosen", die häufig mit Rindenkrebsen verwechselt werden.
Weitere Arten, die unter anderem an der Esche vorkommen sind die Fliedermotte (Gracillaria syringella), der Eschenzwieselwickler (Archips podana), die Ockergelbe Escheneule (Atethmia centrago), die Schmalflügelige Holzeule (Lithophane semibrunnea HAWORTH) und der Ligusterschwärmer (Sphinx ligustri).

Pilze an Esche

Bis vor kurzem galt für die Pilze an der Esche das gleiche wie für die Insekten: es gab wenige auf die Esche spezialisierte Arten, die in der Regel so gut wie keinen wirtschaftlichen Schaden anrichteten.
Lediglich ein auf die Esche und den Flieder spezialisierter Mehltaupilz (Phyllactinia fraxini) und ein Mikropilz namens Ascochyta metulispora treten hin und wieder an den Blättern auf. Die Wurzeln befallen Schimmelpilzarten aus der Gattung Verticillium, die vor allem bei Eschensämlingen und "jungpflanzen in Baumschulen eine Rolle spielen. Die Krebswucherungen an Eschen werden unter anderem durch den Schlauchpilz Nectria galligena verursacht. Auch der Hallimasch (Armillaria mellea s.l.) oder der Zottigen Schillerporling (Inonotus hispidus) kommen an der Esche auf.
Eine größere Artenvielfalt findet sich dagegen an totem Eschenholz. Ganz auf die Esche spezialisiert ist dabei der Eschen-Zystidenrindenpilz (Peniophora limitata). Ebenfalls an der Esche zu finden, aber nicht an sie gebunden sind zahlreiche Arten, z.B. das Gallertfleischige Stummelfüßchen (Crepidotus mollis) oder der Laubholz-Stinkschwindling (Micromphale foetidum).
Ein bislang völlig unauffälliger Schlauchpilz, der das Falllaub der Esche zersetzt, das Weiße Stengelbecherchen (Hymenoscyphus albidus), wurde in der Vergangenheit in weiten Landesteilen als sehr seltene Art angesehen. Mit seiner 2006 neu beschriebenen Nebenfruchtform Chalara fraxinea verursacht er ein neuartiges Krankheitsphänomen an der Esche, das Eschentriebsterben. Mitte Juli treten plötzliche Welkeerscheinungen in den Kronen auf. Charakteristisch sind die auf der Rinde zu beobachtenden gelblich bis rötlichen Verfärbungen und die grau-braunen Verfärbungen im Holzinneren. Jungpflanzen können binnen weniger Jahre an der Erkrankung sterben.

Holzverwendung der Esche

Die Esche zählt zu den ringporigen Laubhölzern. Das Holz besitzt ausgezeichnete Festigkeitseigenschaften und zeichnet sich durch eine hohe Elastizität und Abriebfestigkeit aus.
Die Esche ist eine äußerst vielseitig verwendbare Holzart. Auch wenn sie ihre frühere überragende Bedeutung als Spezialholz in der Wagnerei, im Fahrzeug-, Waggon- und Maschinenbau verloren hat, ist sie nach wie vor für zahlreiche Verwendungsbereiche gesucht.
Die Esche liefert ein schweres und zugleich hartes Holz mit ausgezeichneten Festigkeitseigenschaften. Breitringiges Eschenholz ist besonders dort gefragt, wo höchste Ansprüche an die dynamische Festigkeit und Elastizität gestellt werden. Typische Verwendungsbeispiele sind Werkzeugstiele, Sportgeräte, Leitersprossen und Biegeformteile.

Lebensraum Esche

Die Esche ist ein Bestandteil der Hartholzauwälder, die zahlreichen Lebewesen einen Lebensraum bieten. Dort finden sich etwa 400 Falterarten, die überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv sind, zahlreiche Libellenarten sowie etwa 1.000 Käferarten. Auch Amphibien, Reptilien, Vögel und einzelne Säugetiere fühlen sich in den Auwäldern wohl.

Weiterführende Informationen zur Thema Esche