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Die gemeine Eibe

Taxus baccata

Englisch: English yew

Baumarten-Steckbrief Eibe

Baum des Jahres 1994

Systematik:

Klasse Tracheophyta = Gefäßpflanzen
Unterklasse Coniferopsida = Samenpflanzen
Ordnung Coniferales = Koniferen
Familie Taxaceae = Eibengewächse
Gattung Taxus = Eiben
Art Taxus baccata L. = gemeine Eibe
Kurztrieb der Eibe Kurztrieb der Eibe mit Frucht (Quelle: Paul Dimke, LWF)

Vor den ersten aktiven Eingriffen des Menschen haben Eibe und Buche in enger Konkurrenz gestanden. Frühere Waldaufbauformen, die durch unregelmäßige Plenterung oder Stockausschlagbetrieb entstanden sind, haben die Eibe scheinbar begünstigt. Pollenanalysen belegen nämlich die größte Verbreitung zu einer Zeit, als das Eibenholz bereits intensiv genutzt wurde und die Eibenbestände zum Teil übernutzt waren. Der dramatische Rückgang der Eibe beginnt jedoch erst mit der geregelten modernen Forstwirtschaft und dem Aufbau von ertragreichen Altersklassenwäldern für den Nationalpark Bayerischer Wald.

Einen weiteren wichtigen Themenkomplex stellt das Problem der Eibenverjüngung dar. Neben der bekannten Vorliebe des Rehwildes für junge Eiben, konnte aufgezeigt werden, daß ein gesichertes Anwachsen der Jungeiben nur bei günstigen Humuszuständen und bestimmten Lichtverhältnissen möglich ist. Die Schwierigkeit der Eibenverjüngung zeigt sich auch bei der generativen Nachzucht, da eine 18-monatige Keimhemmung überwunden werden muß. Dennoch kann die Bayerische Landesanstalt für forstliches Saat- und Pflanzgut schon jetzt Pflanzen aus natürlichen Eibenvorkommen für die Forstämter bereitstellen.
Die frühzeitigen Bemühungen im traditionellen Natur- und Artenschutz innerhalb der Staatsforstverwaltung erläutert anhand der Eibe in Ostbayern. Daß es auch außerhalb der Staatswälder noch einzelne Eibenvorkommen gibt, belegt für den Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz. Von den Bemühungen um den Erhalt des berühmten Paterzeller Eibenwaldes erzählt RÖSSNER in einer sehr persönlichen und kurzweiligen Art.

Die Eibe als ungewöhnliche Baumart zeigen die Literaturstudien von zum Themenkomplex Eibe und Pilze. Sowohl im Bereich der Mykorrhiza, als auch bei der Holzzersetzung oder bei Nadelparasiten scheint es keine eibenspezifischen Pilze zu geben. Von Vögeln werden die auffälligen Scheinbeeren jedoch häufig verzehrt und vertragen. Eine Möglichkeit die Eibe zu fördern, sieht in der Integration in die forstliche Bewirtschaftung mit dem Ziel hochwertiges und starkes Eibenholz zu ernten. Diesem Vorhaben stehen jetzt jedoch noch naturschutzrechtliche Bestimmungen entgegen.

Neue Daten zum Exkursionsziel Naturschutzgebiet und Naturwaldreservat Wasserberg bei Gößweinstein tragen KÖLBEL [1996] und TOLLKÜHN [1996] bei. Die Vitalität der Alteiben ist überraschend gut. Daher sollte - trotz der starken Konkurrenz durch den auf größeren Teilen geschlossenen Buchenaltbestand - die unbeeinflußte Dynamik (Prozeßschutz) absolute Priorität vor einer aktiven Förderung der Eiben haben.

Weiterführende Informationen zur Thema Eibe