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StMELFLWFBaumarten im Wald - Von Ahorn bis Zirbe → Die Douglasie - Die robuste Baumart aus Amerika
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Die Douglasie

Pseudotsuga menziesii (MIRBEL) FRANCO

(Englisch: Douglas-fir, red fir, Oregon-pine)

Baumarten-Steckbrief Douglasie

Gestalt:
Krone in der Jugend schmal kegelförmig (ähnlich Fichte), im Alter vielgestaltig und eher unregelmäßig, oft abgeflacht oder abgerundet, maximale Höhe und maximaler BHD je nach Varietät, bei der Grünen Douglasie (Pseudotsuga menziesii var. menziesii) Höhe bis 80 m (max. 100 m) und BHD bis 220 cm (max. 490 cm), bei der Blauen Douglasie (Pseudotsuga menziesii var.glauca) geringer

Knospen:
Bis 10 mm lang, spindelförmig, glänzend rotbraun, mit vielen, harzlosen Schuppen

Nadeln:
1,5 bis 4 cm lang, flach, Unterseite mit zwei silbergrauen Stomatastreifen; riechen zerrieben angenehm fruchtig nach Orange; Nadelbasis ein kurzes, schräg von der Sprossachse abstehendes Stielchen; Stellung mehr oder weniger gescheitelt

Rinde:
Zunächst dünn und silbergrau, mit zahlreichen Harzblasen; Schuppenborke korkreich, längsgefurcht, grau- bis rotbraun, im Alter sehr dick

Blüten:
Männliche Blüten auf der Unterseite der Triebe, bis etwa 2 cm lang, gelb oder rötlich; weibliche Blütenstände (Zäpfchen) grün bis dunkelrot, aufrecht, etwa 3 cm lang, mit langen, dreispitzigen Deckschuppen

Zapfen:
4 bis 11 cm lang, braun, gestielt; dreispitzige Deckschuppen sichtbar, je nach Varietät anliegend (Küsten- oder Grüne Douglasie = Pseudotsuga menziesii var. menziesii) oder abstehend (Inland- oder Blaue Douglasie = Pseudotsuga menziesii var. glauca)

Samen:
Dreieckig mit langem ovalem Flügel, braun; Tausendkorngewicht 8 bis 16 g

Bewurzelung:
Weitreichendes Herzwurzelsystem

Höchstalter:
Bis 500 Jahre und darüber; nachgewiesenes Höchstalter etwa 1.400 Jahre

Systematik:

Klasse Pinopsida = Nadelhölzer
Unterklasse Pinidae = Zapfenträger
Ordnung Pinales = Kiefernartige
Familie Pinaceae = Kieferngewächse
Gattung Pseudotsuga = Douglasien
Art Pseudotsuga menziesii (MIRBEL) FRANCO = Douglasie

Klimahülle:

Klimahülle der Douglasie
Douglasie Zapfen, Nadeln und Borke der Douglasie. (Foto: T. Bosch)

Wissenswertes zur Douglasie

Die Douglasie ist nach dem schottischen Pflanzensammler David Douglas (1799 bis 1834) benannt, der sie 1827 von einer Reise durch den Westen Nordamerikas nach England mitbrachte. Ihm verdanken wir auch weitere Entdeckungen, z.B. die Gelbkiefer (Pinus ponderosa).
Bei seiner zweiten Reise nach Nordamerika 1824 durchstreifte er den Nordwesten des Landes. Er hauste in einem Wigwam aus Hirschfellen und lebte von der Jagd und dem Fischfang. Die Indianer nannten ihn den Grasmann weil er unermüdlich "Gräser" sammelte.
Nach drei Jahren und mehr als 11.000 Kilometern wurde er in England begeistert empfangen. Aber die alte Heimat war ihm fremd geworden. Schon 1829 trieb es ihn nach Nordamerika zurück. Von seinen Exkursionen schickte er wieder Samen in die Heimat. 1833 reiste er nach Hawaii. Im Juli 1834 stürzte er dort in eine Grubenfalle, in der sich ein wilder Stier befand - ein Zusammentreffen das Douglas nicht überlebte. Er starb im Alter von 35 Jahren.
Eine der nach David Douglas benannten Douglasien ist der höchste Baum Deutschlands. Sie steht im Stadtwald Eberbach am Neckar und hatte bei der letzten Messung im Dezember 2005 eine Höhe von 62,45 Metern. Die höchste Douglasie Bayerns steht im Forstbetrieb Heigenbrücken und ist etwa 62 Meter hoch. Er ist 110 Jahre alt, hat einen BHD von 85 cm und einen Vorrat von etwa 16 Vfm.

Verbreitung der Douglasie

Ideale Voraussetzungen für das Wachstum der Douglasie bieten tiefgründige, gut durchlüftete Böden mit einem pH-Wert zwischen 5 und 6. Nachteilig sind dicht gelagerte und schlecht drainierte, sauerstoffarme Böden.
Die Douglasie wächst in Nordamerika bei sehr unterschiedlichen Klimabedingungen. Die Region im pazifischen Westen, das Verbreitungsgebiet der Küsten-Douglasie, ist ausgeglichen maritim. Die Winter sind kühl und feucht, die Sommer kühl humid.
Die Douglasie besiedelt ein riesiges Areal im Westen Nordamerikas, das vom mittleren British Columbia bis nach Mexiko reicht und deutlich zweigeteilt ist. Die var. menziesii ist im pazifischen Nordwesten verbreitet und kommt von Kanada bis Kalifornien westlich der Gebirge vor. Die var. glauca ist von British Columbia bis nach Mexiko heimisch. Das Gebiet der beiden Formen berührt und überschneidet sich im südlichen Kanada. Die Küsten-Douglasie erstreckt sich von Nord nach Süd über etwa 2.200, die Inland-Douglasie über fast 4.500 Kilometer.
Von dem Spektrum an zahlreichen unterschiedlichen Standorten, auf denen die Douglasie von Natur aus gedeiht, kommt unter forstlichen Gesichtspunkten in Europa aber nur ein Ausschnitt in Frage: atlantisch geprägtes Klima; keine höheren Gebirgslagen; mittel- bis tiefgründige, gut mit Nährstoffen und Wasser versorgte Böden bei vor allem (schwach) sauren pH-Werten.
Bedingt durch den Klimawandel ist in Europa zukünftig mit wärmeren und trockeneren Sommern zu rechnen. Dies erweitert allerdings die mit Douglasie nutzbare Standortbreite nicht, sondern verlagert sie allenfalls.

Die Baumart Douglasie im Waldbau

Aufgrund ihrer Eigenschaften lässt sich die Douglasie gut in den naturnahen Waldbau integrieren. Ihre hohe Schattentoleranz in der Jugend ermöglicht einen strukturierten und gestuften Waldaufbau. Douglasienkronen bleiben bis ins hohe Alter äußerst elastisch und können ihre Äste auch kronenabwärts bilden. Damit verbessern sie erheblich die Steuerungsmöglichkeiten in langfristigen Verjüngungsgängen. Die Douglasie differenziert sich im Durchmesser- und Höhenwachstum stark von selbst und bietet auf diese Weise eine Stufigkeit und Stabilität, die sich nahezu mit der Weißtanne vergleichen lässt. Die Herzwurzel sorgt für zusätzliche Stabilität und erschließt Nährstoffe und Wasser aus den tieferen Bodenschichten. Die Verjüngungsfreudigkeit der Douglasie fällt auf.
Bei einer künstlichen Bestandsbegründung mit der Douglasie sind eine geeignete Herkunft und die Erhaltung der Pflanzenfrische für den Pflanzerfolg besonders wichtig. Die 3- bis 4-jährigen Pflanzen werden im Pflanzverband von ca. 2 bis 3 m x 1,5 m gesetzt, möglichst im Schutz des Altbestandes oder unter vorgewachsenen Pionierbäumen wie Birke, Aspe oder Roterle. Ohne Schirm setzen sich oft Grobformen durch. Die Pflanzung erfolgt nur in horst- bis kleinbestandsweiser Mischung (0,2 bis 0,5 Hektar) mit Laubholz oder als Ergänzung einer lückigen Laubholz-Naturverjüngung mit ca. 500 Pflanzen/ha.
Bis zu einem Alter von 20 Jahren werden lediglich grobe Vorwüchse tief geköpft oder geringelt. Vitale Mischungselemente werden gefördert. In der JD, also ab einem Alter von 20 Jahren, erfolgen der Gassenaufhieb und die notwendige Hochastung der Douglasien. Es werden maximal 150 (180) Z-Bäume je Hektar bei einem BHD von 15 bis < 30 cm geastet. In einem Ersteingriff werden ein bis zwei Bedränger je Z-Baum entnommen. Die Z-Bäume werden dann behutsam in zwei Schritten vollständig von herrschenden Nachbarn entlastet.
Ab einem Alter von 40 Jahren beginnt die Lichtwuchsphase. Dann müssen die Z-Bäume stets allseits umlichtet sein. Mischbaumarten werden erhalten. Es erfolgen 2 (bis 3) Eingriffe im Jahrzehnt. In der Reife- und Erntephase (ab dem Alter 60) werden die Kronen der Z-Bäume erhalten. Es erfolgt eine qualitätsdifferenzierte Zielstärkennutzung, zunächst der Z1 und qualitätsgeminderter Bäume. In größeren Lücken werden rechtzeitig Mischbaumarten eingebracht bzw. die Douglasienverjüngung übernommen. Die Zielstärke liegt bei einem BHD von 70 bis 80 cm in 60 bis 70 Jahren (Z1) bzw. in 80 bis 120 Jahren (Z2).

Waldschutz und Douglasie

Junge Douglasien sind empfindlich gegen verdämmenden Bodenbewuchs (Wasserkonkurrenz, erhöhte Frostgefahr). Für frisch gepflanzte Douglasien ist längere Sonneneinstrahlung oder Trockenheit immer ungünstig, weil sie aufgrund der hohen Verdunstung vertrocknen können, bevor sie angewachsen sind. Bis zu einem Alter von 15 Jahren verursacht die Frosttrocknis häufig Schäden an der Douglasie. Sie ist sehr frostempfindlich. Die jungen Bäume haben ohne ausreichenden Schutz oft mit erheblichen Verbiss- und Fegeschäden zu kämpfen.

Insekten an Douglasie

Verschiedene rindenbrütende Borkenkäferarten von Fichte, Kiefer und Lärche werden an der Douglasie angetroffen: der Gekörnte Fichtenborkenkäfer (Cryphalus abietis), der Kupferstecher (Pityogenes chalcographus), der Zweizähnige Kiefernborkenkäfer (Pityogenes bidentatus), der Vierzähnige Kiefernborkenkäfer (Pityogenes quadridens), der Sechszähnige Kiefernborkenkäfer (Ips acuminatus), der Buchdrucker (Ips typographus), der Große Lärchenborkenkäfer (Ips cembrae) und der Furchenflüglige Fichtenborkenkäfer (Pityophthours pityographus). Letzterer trat 2006 vermehrt in Bayern auf und wurde in zahlreichen Douglasien-Jungbeständen in Verbindung mit massiven Ausfällen beobachtet. Diese wurden oft fälschlicherweise als Frosttrocknis angesprochen, da man die winzigen Bohrlöcher im Bereich der Astquirle nicht erkannt hatte. Schäden an Jungpflanzen verursachen auch regelmäßig der Große Braune Rüsselkäfer (Hylobius abietis) und der Kahlnahtige Graurüssler (Srophosomus melanogrammum).
Auch an gelagertem Douglasienholz finden einheimische Käferarten inzwischen Gefallen. Der Buchenwerftkäfer (Hylecoetus dermestoides) und der Linierte Nutzholzborkenkäfer (Xylosterus lineatus) verursachten in Nordbayern bereits massiven Befall. Der eingeschleppte Amerikanische Nutzholzborkenkäfer (Gnathotrichus materiarius) ist in Europa inzwischen großflächig etabliert. Er bebrütet auch bereits entrindetes Holz und ist sogar in den Wintermonaten aktiv.
Doch nicht nur Käferarten nutzen die Douglasie als Nahrungsressource. Auf dem Höhepunkt der Gradation des Schwammspinners (Lymantria dispar) wurden Anfang der 1990er sogar Douglasien kahl gefressen. Laborversuche zeigten, dass sich die Nonne (Lymantria monacha) an Douglasie entwickeln kann und sie sogar gegenüber der Fichte bevorzugt.

Pilze an Douglasie

Der häufigste Pilz in Douglasienbeständen dürfte die Rußige Douglasienschütte (Phaeocryptopus gaeumannii) sein. Die kleinen, rundlichen, schwarzen Fruchtkörper des unscheinbaren Schwächeparasiten brechen aus den Spaltöffnungen hervor und verschaffen der Unterseite der Nadeln ein graues Aussehen. In Süddeutschland breitete sich die Rußige Douglasienschütte in den letzten zehn Jahren rasant aus. Bei starkem Befall verliert die Douglasie kurz nach Ausbildung des Maitriebs die Nadeln des Vorjahres und besitzt im Sommer nur noch einen einzigen Nadeljahrgang. Verstärkte Sonneneinstrahlung und Luftbewegungen im Bestand schließen die Infektion der Nadeln weitgehend aus. Daher ist als Gegenmaßnahme nur eine starke, waldbaulich gerade noch vertretbare Auflichtung der Bestände zu empfehlen. Bei der Neubegründung von Beständen sollten luftfeuchtere Muldenlagen ausgespart werden.
Die zweite bedeutende Nadelerkrankung der Douglasie ist die Rostige Douglasienschütte (Rhabdocline pseudotsugae). Sie zeichnet sich durch orangegelbe bis rostrote Fruchtkörper aus, die auf der Nadelunterseite hervorbrechen und meist die ganze Nadelbreite einnehmen. Der regelmäßige Nadelverlust über mehrere Jahre hinweg schädigt die Douglasie massiv. Die Grüne Douglasie (var. meziesii), zu der die für Mitteleuropa geeigneten Herkünfte zählen, wird kaum befallen.
Sehr anfällig ist die Douglasie gegenüber dem Hallimasch (Armillaria sp.). Gerade in Beständen, die von der Rußigen Douglasienschütte befallen sind, kann er sich explosionsartig ausbreiten. Der Wurzel und Kambium vernichtende Pilz ist in der Lage alle Altersstadien zu befallen, scheint aber vermehrt in Beständen im Alter von 20 bis 30 Jahren vorzukommen. Befallene Douglasien lassen sich von Hand umdrücken, wenn der Hallimasch das Wurzelwerk erheblich zerstört hat.

Holzverwendung der Douglasie

Das Holz der Douglasie besitzt gute Festigkeits- und Elastizitätseigenschaften. Sie ist ein Kernholzbaum mit schmalem Splint und orangerotem bis rotbraunem Kern. Das Holz ist vergleichsweise harzreich. Die Bearbeitungseigenschaften variieren mit der Holzqualität, sind aber aufwändiger als beispielsweise die der Fichte. Das Holz ist gegen Holz zerstörende Pilze und Insekten äußerst widerstandsfähig.
Die Douglasie wird gerne im Außenbereich für Balkone, Verkleidungen, Garten- und Spielplatzeinrichtungen verwendet und beim Holzhausbau für beispielsweise Dach- und Deckenkonstruktionen eingesetzt. Auch im Innenausbau - für Wand- und Deckenverkleidungen, Türen, Bodendielen und Treppen - eignet es sich. Als Möbelholz ist die Douglasie sehr dekorativ.
Hölzer aus jüngeren Beständen finden in der Holzwerkstoffindustrie Verwendung. Es läuft fast ausschließlich in die Spanplattenindustrie und wird für die Mittellagen der Platten eingesetzt.

Die Douglasie als Lebensraum

Der Douglasie sind aus ihrer nordamerikanischen Heimat die Douglasienwolllaus (Adelges cooleyi), die Douglasiensamenwespe (Megastigmus spermotrophus) und der Amerikanische Nutzholzborkenkäfer (Gnathotrichus materiarius) gefolgt. Auch heimisch Arten besiedeln die Baumart. Vor allem typische Fichtenarten, die ein weites Spektrum innerhalb der Koniferen nutzen, erschließen sich bei uns die Douglasie.
Beispielsweise die Zapfenwanzen (Gastrodes sp.) entwickeln sich auch in Douglasienzapfen und saugen an Samen und Nadeln. Die Larven der Nonne (Lymantria monacha) bevorzugen die Douglasiennadeln sogar gegenüber denen der Fichte. Der Fraß an der Douglasie resultierte aber in geringeren Puppengewichten.
In den Douglasienkronen finden sich im Winter fast keine Insekten. Die über das Dach des Waldes herausragenden Kronen sind zu unwirtlich. Überwinternde Vogelarten finden dort, im Gegensatz zu beispielsweise der Fichte, keine Nahrung. Auch im Sommer unterscheiden sich die Kronengemeinschaften. Während in Fichtenkronen mehr Spinnen zu finden sind, gibt es in den Kronen der Douglasie mehr Laufjäger.
Die stärker strukturierte Borke der Douglasie scheint sich positiv auf die Besiedlung durch Farne auszuwirken. Für Stratenwechsler, also Lebewesen deren Larven sich in der Krautschicht entwickeln und dann als erwachsene Tiere in die Strauch- und Baumschicht wechseln, ist sie eher nachteilig.

Weiterführende Informationen zur Thema Douglasie