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StMELFLWFBaumarten im Wald - Von Ahorn bis ZirbeAhorn → Der Bergahorn - Ein einheimischer Edellaubbaum
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Der Bergahorn - eine Baumart nicht nur für die Berge

Acer pseudoplatanus L.

(Englisch: Sycamore Maple, Sycamore)

Bergahorn Stamm, Borke und Blätter des Bergahorns mit den typischen fünf eiförmigen, zugespitzten Lappen

Baumarten-Steckbrief Bergahorn

Baum des Jahres 2009

Gestalt:
Bis 30 (40) m hoch, BHD bis 1,5 m, Krone im Freistand regelmäßig breit gewölbt bis rundlich

Triebe:
Graubraun, kahl mit kleinen Lentizellen

Knospen:
Einförmig spitz, Knospenschuppen glänzend grün (selten etwas rötlich überlaufen), am Rand braun; Endknospen deutlich größer als Seitenknospen; letztere gegenständig und von der Sprossachse abstehend

Blätter:
Gegenständig; Stiel bis 20 cm lang, ohne Milchsaft; Größe der Spreite sehr variabel; etwa 10 bis 20 cm lang und ebenso breit; mit fünf eiförmigen, zugespitzten Lappen, die Buchten dazwischen keilförmig; am Rand unregelmäßig und oft doppelt gesägt; oberseits dunkelgrün, unterseits heller, matt graugrün, anfangs behaart, bis auf die Nervenwinkel verkahlend; Herbstfärbung goldgelb

Rinde:
Anfangs grau bis braun, relativ lange Zeit glatt; Borke hellgrau bis braun, oft rötlich gefleckt, löst sich mit ± großen, flachen Schuppen ab

Blüten:
Mitte April bis Mitte Mai unmittelbar nach dem Laubaustrieb; in hängenden, länglichen Rispen, aufgrund der Reduktion eines Geschlechtes funktionell eingeschlechtig; je fünf gelblich-grüne Kelch- und Kronblätter, acht Staubblätter, die am Innenrand des Diskus entspringen; Fruchtknoten mit zwei langen Griffelästen

Früchte:
Flache, 3 bis 4 cm lange, braune, einseitig zungenförmig geflügelte Nüsse; meist in dichten, hängenden Büscheln; Windverbreitung

Bewurzelung:
Intensiv verzweigtes Herz-Senkerwurzelsystem

Höchstalter:
Etwa 500 Jahre

Systematik:

Klasse Rosopsida = Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige
Unterklasse Rosidae = Rosenähnliche
Ordnung Sapindales = Seifenbaumartige
Familie Sapindaceae = Seifenbaumgewächse
Gattung Acer = Ahorne
Art Acer pseudoplatanus L. = Bergahorn

Klimahülle:

Klimahülle des Bergahorns

Wissenswertes zum Bergahorn

Unsere Vorfahren zählten den Bergahorn zu den "heiteren" Bäumen. Er stand unter anderem für Ruhe, Gelassenheit und Harmonie. Türschwellen aus Ahornholz boten Schutz vor Hexen und Zauberern. Für die Kelten symbolisierte das weiße Holz eine besondere innere Reinheit. Bei den Griechen war der Bergahorn dem Kriegsgott Ares geweiht. Der botanische Gattungsname Acer ist lateinisch und bedeutet spitz, scharf. Das Wort bezieht sich auf die spitzen Blätter.
Der Bergahorn wurde früher ebenso wie der amerikanische Zuckerahorn zur Zuckerherstellung verwendet. Wirtschaftliche Bedeutung erhielt der Ahornsirup vor allem in Not- und Kriegszeiten. 100 Liter Baumsaft waren nötig um etwa ein Kilogramm Zucker zu gewinnen. Dabei musste sehr sorgsam vorgegangen werden, um ein Verbluten des Baumes zu verhindern.
In der Antike und während des gesamten Mittelalters verwendeten Heilkundige den Ahorn als kühlendes Mittel. Als erste Hilfe unterwegs kann man die Ahornblätter auf Insektenstiche, müde, geschwollene Füße und geschwollene Augen auflegen.

Verbreitung des Bergahorns

Der Bergahorn ist eine typischen Baumart buchenreicher Wälder des Hügel- und Berglandes, der nur selten bestandesbildend auftritt. Eine gewisse Dominanz erreicht er in feuchten Schluchtwäldern und entlang von Bächen, am Fuß schattiger Hänge, auf Blockschutthalden oder an steilen Rutschhängen. In subalpinen Fichtenwäldern steigt er als einer der wenigen Laubbäume bis hinauf an die Waldgrenze.
Ideale Bedingungen für gutes Wachstum bieten mäßig frische bis feuchte, lockere, nährstoff- und basenreiche, feinerdereiche, aber auch steinige Lehmböden in luftfeuchter Lage. Ungünstig sind sehr trockene sowie staunasse oder stark wechselfeuchte Böden. In der Jugend ist der Bergahorn eine Schattbaumart, im Alter lichtbedürftiger (Halbschattbaumart).
Der Bergahorn kommt vor allem im feuchten, subatlantisch (bis submediterran) geprägten Klima vor. Das Areal erstreckt sich von Nordspanien im Südwesten bis zum Westkaukasus im Osten, nördlich bis an den Rand der deutschen Mittelgebirge (Harz), im Nordosten bis nach Polen und von dort über die Ukraine bis zum Schwarzen Meer. Im Süden reicht die Verbreitung bis Nordgriechenland und entlang des Apennins bis nach Sizilien. Der Bergahorn fehlt in der norddeutschen Tiefebene, im atlantischen Westeuropa, auf den Britischen Inseln und in Skandinavien. Als Wald- und Zierbaum ist er aber häufig und weit über die natürlichen Vorkommen hinaus kultiviert und eingebürgert. Ausgehend davon breitet er sich vor allem nördlich und nordwestlich der bisherigen Verbreitungsgrenzen stark aus, weil die Art über ein hohes Invasionspotential verfügt und von anthropogenen Standortsveränderungen (z.B. Eutrophierung) profitiert.

Die Baumart Bergahorn im Waldbau

Der Bergahorn ist eine wichtige, klimatolerante Mischbaumart, die für den Waldbesitzer viele ökologische und wirtschaftliche Vorteile aufweist. Im Vergleich zu Buche oder Tanne ist er relativ spätfrosttolerant, eine hohe Konkurrenzkraft zeichnet ihn gegenüber Begleitvegetation wie Gras aus. Daher eignet er sich auch gut für beispielsweise größere Kahlflächen oder Erstaufforstungen. Typisch ist auch sein enormes Verjüngungspotential. Oft genügen schon einzelne alte Bäume, um für Naturverjüngung auf einer größeren Fläche zu sorgen.
Junge Pflanzen sind relativ schattentolerant, benötigen nach der Etablierung aber viel Licht, um sich gegenüber schattenverträglicheren Baumarten durchsetzen zu können. Der Bergahorn ist eine waldbaulich wertvolle Mischbaumart, die sich auf den richtigen Standorten mit anderen Edellaubhölzern, mit Buche und mit Nadelhölzern kombinieren lässt. Bei einer künstlichen Begründung sind mindestens 3.300 Pflanzen je Hektar (inklusive mindestens 330 Schattlaubbäume) notwendig.
In der Jungbestandspflege (Höhe zwei bis drei Meter) werden nur punktuell Grobformen und Tiefzwiesel entnommen, es erfolgt keine Stammzahlreduktion. Wenn der Stamm zu einem Viertel der späteren Endhöhe grünastfrei ist (etwa ab dem Alter 20), muss die Dimensionierung beginnen. Der Zuwachs kulminiert recht früh. Um also starke Stammdurchmesser zu erreichen, muss mit dem Kronenausbau sehr frühzeitig begonnen werden.
Je Hektar werden 70 bis 100 vitale Auslesebäume ausgewählt und in zwei bis drei Eingriffe vorsichtig umlichtet. Erfolgt diese Umlichtung zu schnell, besteht die Gefahr der Wasserreisebildung. Bis zum Erreichen des Zieldurchmessers wird die volle Kronenfreiheit dieser Bäume durch eine stetige Standraumerweiterung aufrecht erhalten. Damit werden stärkere Totäste vermieden.

Waldschutz und Bergahorn

Vor allem im Jugendstadium treten Gefährdungen auf. Wichtigster Gefährdungsfaktor ist der Wildverbiss. Knospen, Blätter und Triebe werden vom Schalenwild geäst, an der Rinde kann zu Schäl- und Fegeschäden in Rotwildgebieten kommen. Auf vergrasten Flächen leiden die jungen Pflanzen häufig unter Mäusefraß.

Insekten an Bergahorn

Gelegentlich entwickeln sich Gallen an den Ahornblättern, die von verschiedenen Gallmilben (z.B. die Gallmilbe Aceria macrorhyncha oder die Filzgallmilbe Eriophyes psilomerus), der Ahornfenstergallmücke (Dasyneura vitrina) oder der Ahorngallwespe (Pediaspis aceris) verursacht werden. Unter den Läusen sind beispielsweise die Ahornborstenlaus (Periphyllus testudinaceus) oder die Ahornzierlaus (Drepanosiphum platanoides) häufig am Bergahorn zu finden.
Am Bergahorn leben 21 Spannerarten, acht Eulenarten und vier Arten aus der Gruppe der Spinner und Schwärmer. Besonders attraktiv sind hier die Raupen des Blausiebs (Zeuzera pyrina) oder der Ahorneule (Acronicta aceris). Diese Falter finden sich aber auch an anderen Baumarten.
Auch die Käferarten, die am Bergahorn auftreten sind meist nicht auf ihn angewiesen. Von den seltenen Arten sind hier der Ahornbock (Ropalopus hungaricus) und der Alpenbock (Rosalia alpina) zu nennen. Grünrüsslerarten der Gattung Phyllobius treten häufig an frisch gepflanzten Ahornen auf. Die Rüsselkäfer der Gattung Bradybatus entwickeln sich in den Früchten verschiedener Ahornarten. Einbohrstellen an den Astnarben und Verzweigungsstellen junger Bergahorne weisen auf den Ungleichen Holzbohrer (Xyleborus dispar) hin.

Pilze am Bergahorn

Die gesamte Gattung Acer gilt als besonders "pilzfreundlich". Die Blattpilze verursachen zwar spektakuläre Symptome, aber keine ernsthaften Baumschäden. Dagegen können Stamm- und Wurzelfäulepilze die Gesundheit und Standfestigkeit des Bergahorns beeinträchtigen.
Eine der bekanntesten Krankheitserscheinungen, die von den Schlauchpilzen Rhytisma acerinum und Rhytisma punctatum verursacht wird, ist die Teerfleckenkrankheit. Auffällig sind dann die schwarzen, kreisrunden Flecken mit einem hellen, gelblichen Rand. Der Erreger der Ahornblattbräune, Pleuroceras pseudoplatani, führt dagegen zu bräunlichen Blattflecken. Der Schlauchpilz Petrakia echinata verursacht sehr große, häufig ineinander fließende, braune Flecken, in denen oftmals konzentrische Linien auftreten. Der imperfekte Pilz Clistulariella depraedans verursacht helle Blattflecken - die Weißfleckigkeit.
Bei Jungpflanzen meist tödlich, bei älteren Bäumen aber eher chronisch, verläluft die Verticillium-Welke (Erreger: Verticillium dahliae, Verticillium alboatrum). Aufgrund einer Erkrankung der Leitungsbahnen welken Blätter und Triebe von Kronenteilen oder der ganzen Krone plötzlich. Die Rußrindenkrankheit wird von imperfekten Pilz Cryptostroma corticale verursacht und äußert sich durch Welke, Blattverluste, Absterbeerscheinungen in der Krone sowie Kambiumnekrosen, länglichen Rissen und Schleimfluss am Stamm. Die Sporen des Pilzes können beim Menschen gesundheitliche Schäden bewirken.
Die Holzfäuleerreger treten am Bergahorn häufig erst nach Vorschädigung auf. Sie rufen meist eine Weißfäule hervor. Dazu gehören unter anderem Hallimasch-Arten (Armillaria ssp.), der Sparrige Schüppling (Pholiota squarrosa) und der Schuppige Porling (Polyporus squamosus). Ein Befall mit Pilzen erhöht die Wurf- und Bruchgefahr des Bergahorns.

Holzverwendung des Bergahorns

Der Bergahorn zählt zu den zerstreutporigen Laubhölzern. Er liefert ein hartes, mittelschweres Holz mit guten Elastizitäts- und Festigkeitswerten und einer hohen Abriebfestigkeit.
Aufgrund seiner hellen Färbung ist das Holz sehr gesucht für den Möbel- und Innenausbau. Außerdem gehört es zu den wichtigsten Hölzern im Musikinstrumentenbau. Ahornholz besitzt auch die beste Eignung für Drechsler-, Schnitz- und Bildhauerarbeiten. Daher ergibt sich eine breite Produktpalette, unter anderem z.B. aus Haus- und Küchengeräten, Sportgeräten oder Spielwaren. Auch Mess- und Zeichengeräte oder die Leisten der Schumacher wurden früher aus Bergahorn gefertigt.

Lebensraum Bergahorn

Bergahorne sind Lebensraum für viele Vogelarten, Insekten, Pilze und Misteln. Besonders Blattläuse mögen den Baum wegen seines hohen Zuckergehaltes, und dementsprechend auch die Ameisen, die die Blattläuse melken. Auch Vögel und Mäuse ritzen gelegentlich die Rinde an, um an den zuckerhaltigen Frühjahrssaft zu gelangen. Die Samen werden von zahlreichen Tieren gefressen.

Weitere Ahornarten

Der Zuckerahorn (Acer saccharum MARSH)

Typisch ist die Spaltfrucht, die bei Reife in zwei einseitig lang geflügelte Nüsschen zerfällt.
Der Zuckerahorn ist einer der wirtschaftlich wichtigsten Laubbäume des östlichen Nordamerika. Sein Optimum erreicht er im Gebiet der Seenstaaten. Seine Blätter sind fünflappig (manchmal dreilappig), die Lappen sind zugespitzt mit wenigen großen Zähnen und abgerundeten Buchten versehen.
Im Unterschied zum Spitzahorn ist der Blattstiel kahl und ohne Milchsaft.
Der Zuckerahorn wird bis zu 41 m hoch und erreicht Brusthöhendurchmesser von bis zu 1,7 m und Alter bis zu 400 Jahren. Das Holz ist schwer und wertvoll und zur Möbelherstellung gesucht. Wirtschaftlich wichtig ist auch die Ahornsirupgewinnung aus dem Blutungssaft, der einen Zuckergehalt von 5 - 6 % aufweist. Im Frühjahr werden die Bäume angebohrt und der austretende Saft wird zu Zucker oder Sirup eingekocht (maple syrup, maple sugar).
Die Nationalflagge Kanadas, das rote Ahornblatt auf weißem Grund gesäumt von zwei roten Seitenstreifen, feierte 1995 30-jähriges Jubiläum. Am 15. Februar 1965 wurde von Königin Elisabeth II. diese Nationalflagge mit ihrer klaren Symbolik proklamiert.
Die beiden Randstreifen der Flagge sollen den Pazifischen und den Atlantischen Ozean, die Kanada begrenzen, versinnbildlichen. Der breite, weiße Mittelstreifen steht insbesondere für den schnee- und eisreichen Norden des Landes.
Das Ahornblatt selbst soll den Waldreichtum des Landes wiedergeben. Volkstümlich wird die kanadische Flagge, wegen des Ahornblattes, kurz nur "The Maple Leaf" genannt. Kanada hat die reichsten Ahornwälder der Welt. Angeblich stockten 1994 in Kanada Ahornbestände mit einem Vorrat von 678 Mill. M3.

Weiterführende Informationen zur Thema Bergahorn