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Beiträge zur Elsbeere - LWF Wissen 67
Durch die Kür zum "Baum des Jahres" lernen wir vermeintlich gut bekannte Baumarten unter den erstaunlichsten Facetten neu kennen. Oder wir erfahren etwas über Baumarten, die in der breiten Öffentlichkeit nahezu unbekannt sind - wie die Elsbeere.
Meine erste Begegnung mit dem Baum des Jahres 2011, der "edlen Unbekannten" - wie sie auch tituliert wird - war vor etwa 40 Jahren im Fränkischen Keuper. Richtig schätzen gelernt habe ich die Elsbeere 20 Jahre später auf der "Fränkischen Platte" und im "Vorderen Steigerwald", wo sie eine hervorragende standörtliche Anpassung an Trockenheit und schwere Tonböden mit einer - bei richtiger Pflege - unübertroffenen Wertholzerwartung in sich vereint.
Im "Jahr der Elsbeere" darf ich an einen sehr frühen Förderer und Freund von Elsbeere und Speierling erinnern, dessen Geburtstag sich am 7. Februar 2011 zum hundertsten Mal jährte: Forstdirektor Karl Schottdorf (2003) war von 1953 bis 1976 Forstamtsleiter in Uffenheim. Die Handschrift des passionierten Waldbauers ist bis heute vor allem noch im Staatswalddistrikt Limpurger Forst (südöstlich von Iphofen; Forstbetrieb Arnstein) zu erkennen, wo dem Sorbus-Freund ein lebendes Denkmal gesetzt ist. Forstleuten wie Karl Schottdorf ist es zu verdanken, dass seltene Baumarten wie Elsbeere, Speierling und Wildbirne bereits zu einer Zeit aktiv gefördert wurden, als diese Laubbäume in der herrschenden Lehrmeinung noch einen sehr geringen, manchmal sogar negativen Stellenwert hatten.
War es ursprünglich die Sympathie für eine exklusive, zur Blüte und im Herbstkleid ästhetisch besonders ansprechende Baumart, deren Holz bei der Pariser Weltausstellung im Jahr 1900 zum "schönsten Holz der Welt" gekürt worden war, so steht heute ihre Toleranz gegenüber der erwarteten Klimaerwärmung im Mittelpunkt. Beinahe zwangsläufig werden wir der Elsbeere künftig mehr Aufmerksamkeit schenken. Aus der "edlen Unbekannten" möge so im Wald, in der Flur, in Gärten und Parks eine "treue Begleiterin" werden.
Beiträge zur Elsbeere
Die Elsbeere (Sorbus torminalis) - Biologie, Ökologie und Diversität
Sorbus torminalis ist eine submediterrane, in Mitteleuropa seltene Baumart. Als konkurrenzschwache und lichtbedürftige Pionierart kommt sie vor allem in eichenreichen Wäldern vor. Ihre Fähigkeit zur vegetativen Vermehrung ermöglicht den Fortbestand vieler Populationen, insbesondere dort, wo auf Grund veränderter Waldstrukturen die Bedingungen für die Elsbeere ungünstiger geworden sind. Im Wege der Hybridisierung von S. torminalis und S. aria sind zahlreiche Kleinarten entstanden. Viele dieser seltenen, teilweise vom Aussterben bedrohten Endemiten kommen in Franken vor.
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Standörtliche Möglichkeiten für den Anbau der Elsbeere in Bayern
Die Elsbeere (Sorbus torminalis) ist schwerpunktmäßig im südlichen Mitteleuropa und nördlichen Südeuropa verbreitet. Sie ist an warm-trockene Klimate angepasst, erträgt jedoch auch mäßige Winterkälte. Die Böden sollten aus karbonatischem Substrat (Kalke, Mergel und kalkhaltige Tone) bestehen oder anderweitig eine hohe Basensättigung aufweisen. Je weniger diese standörtlichen Bedingungen erfüllt sind, desto mehr forstliche Hilfe benötigt die Elsbeere, sofern sie am Bestandesaufbau beteiligt sein soll. Das Gleiche gilt auf für die Elsbeere optimalen Standorten, auf denen auch die Buche gedeihen kann. Im Klimawandel werden sich die klimatisch günstigen Regionen für diese wärmeliebende Baumart in Bayern stark ausdehnen. Allerdings sind in den neuen Anbauregionen nicht überall die notwendigen Bodensubstrate vorhanden. Dennoch bieten sich bereits jetzt � und künftig zunehmend � zahlreiche Standorte für eine verstärkte Beteiligung der Elsbeere am Bestandsaufbau an.
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Erhaltung und Vermehrung einer seltenen und wertvollen Baumart
Als trockentolerante Baumart ist die Elsbeere (Sorbus torminalis) für die Zukunft eine ökologisch und ökonomisch wertvolle Alternative für Förster und Waldbesitzer. Wegen ihrer Seltenheit kommt dem Wissen über die Vermehrung und Genetik der Elsbeere eine wichtige Bedeutung zu. Die genetische Variation ist hoch und deutet auf einen eingeschränkten Genfluss zwischen Beständen hin. Bewährte Methoden zur Anzucht sind mittlerweile vorhanden. Die Gewinnung von Saatgut beruht auf der Anlage von Samenplantagen und der konsequenten Förderung der Elsbeere in Mischbeständen. Dies verbessert auch den Genaustausch. Sie unterliegt nicht dem Forstvermehrungsgutgesetz. Als arteigene Strategie gilt die Verjüngung über Wurzelbrut, die das Überleben unter suboptimalen Bedingungen sichern hilft.
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Pilze und Insekten an der Elsbeere
Die Elsbeere geht mit verschiedenen Pilzarten eine Endomykorrhiza ein. Deshalb findet man unter diesen Bäumen keine Mykorrhiza-Speisepilze. Ein spezifischer Krankheitserreger ist Gymnosporangium torminali-juniperinum. Die holzbewohnenden Pilze an der Elsbeere besiedeln meist auch andere Laubbäume, insbesondere Buche und Eiche. Weil systematische Forschungsarbeiten bisher fehlen, ist die Insektenfauna an der Elsbeere nur unzureichend bekannt. Ihre Blüte bietet zahlreichen Insekten (Hautflügler, Zweiflügler, Schmetterlinge, Käfer) ein reiches Nektar- und Pollenangebot.
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Konkurrenz belebt das Geschäft - aber nicht bei der Elsbeere
Die Elsbeere gilt allgemein als Baumart, die sich im Hochwald mit der Konkurrenz anderer, vor allem schattentoleranter Baumarten schwertut. Anhand eines Beispiels wird verdeutlicht, wie gezielt geführte waldbauliche Eingriffe die Konkurrenzverhältnisse in Mischbeständen zugunsten der Elsbeere verändern können und diese darauf auch in höherem Alter mit einem gesteigerten Zuwachs reagiert. Die Arbeit beruht auf dem Vergleich der Entwicklung von Elsbeeren in einem unbewirtschafteten Naturwaldreservat mit jener in einem Wirtschaftswald.
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Das Holz der Elsbeere - Eigenschaften und Verwendung
Beschrieben werden das Holzbild sowie die Eigenschaften und Verwendungsbereiche der zu den Edellaubhölzern gehörenden Elsbeere (Sorbus torminalis (L.) Crantz). Die Elsbeere, unter anderem auch "Schöne Else" genannt, liefert ein sehr hochwertiges und sehr dekoratives Holz von heller weiß-gelblicher bis schwach rötlicher Farbe. Gedämpft besticht sie durch einen warmen Rotton und eine dezente, feine Zeichnung. Mit mittleren Rohdichten (rN) von 0,70 bis 0,75 g/cm3 ist Elsbeerholz schwer, dabei hart und zäh sowie von guten, der Eiche vergleichbaren elastomechanischen Eigenschaften. Nach der Trocknung besitzt es ein sehr gutes Stehvermögen. Als mit Abstand am teuersten bezahlte Holzart unserer Wälder wird Elsbeere vornehmlich im hochwertigen Innenausbau und Möbelbau eingesetzt. Zudem ist sie ein gesuchtes Spezialholz im Musikinstrumentenbau und wegen ihrer hohen Formbeständigkeit für die Herstellung von Zeichengeräten und Messwerkzeugen. Letztlich ist sie begehrt für Drechsler- und Schnitzarbeiten.
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Von Ruhrbirnen und Glücksbringern
Die Elsbeere (Sorbus torminalis) ist unter vielen Namen bekannt. Schon die Römer kannten "sorbum torminale" als Heilpflanze. In den botanischen Werken des Mittelalters und der beginnenden Neuzeit wurde sie häufig mit anderen Sorbus-Arten verwechselt. Martin Luther verwendete erstmals den Namen "Elsbeere". In der Volksmedizin wurden die gerbstoff- und pektinreichen Früchte als Heilmittel gegen Verdauungsstörungen und Durchfallerkrankungen genutzt. Ein mythischer Baum war die Elsbeere nie. Doch die keltischen Druiden glaubten, daß die Sorbusarten Unheil fernhalten könnten und umpflanzten ihre Opferstätten mit ihnen. Im westlichen Wienerwald gibt es heute noch zahlreiche freistehende Elsbeeren, aus deren Früchten der "Adlitzbeerschnaps" hergestellt wird.
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Sorbus-Vielfalt in Bayern
In Bayern kommen etwa 40 verschiedene Arten der Gattung Sorbus vor. Zu dieser Gattung zählen zum einen allgemein bekannte Baumarten wie Vogelbeere, Elsbeere, Speierling und Gemeine Mehlbeere. Daneben gibt es aber auch der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt gebliebene, nur Spezialisten geläufige Arten wie die Gößweinsteiner Mehlbeere, die Kordigast-Mehlbeere oder Mergenthalers Mehlbeere. In den zurückliegenden zwanzig Jahren entdeckten und beschrieben Botaniker über 20 neue, ausschließlich in Bayern vorkommende Arten aus der Gattung Sorbus. Viele besiedeln ein nur sehr kleines Verbreitungsgebiet. Dafür verantwortlich sind das vermutlich geringe Alter der Arten sowie ihre Ansprüche an den Lebensraum (lichte, aufgelockerte Säume), der im Zuge der aktuellen Waldbewirtschaftung und -entwicklung immer seltener wird. Als Regional- und Lokalendemiten sind sie vielfach stark gefährdet. Mit der Pflicht, diese Arten zu erhalten, erwächst dem Freistaat eine große Verantwortung für den Schutz der biologischen Vielfalt.
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Die Gattung Sorbus in Thüringen
Von fünf diploiden Ausgangsarten der Gattung Sorbus in Mitteleuropa kommen vier in Thüringen vor: Sorbus aria (Mehlbeere), Sorbus aucuparia (Eberesche), Sorbus torminalis (Elsbeere) und Sorbus domestica (Speierling). Darüber hinaus sind insbesondere in Thüringen botanisch charakterisierte Vorkommen endemischer Sorbus-Arten der "Sorbus latifolia agg.-Gruppe" (Breitblättrige Mehlbeere) zu finden. Für ihre globale Erhaltung trägt Thüringen eine besondere Verantwortung. In der "IUCN Red List of Threatened Species" (Holtin-Taylor 2000) sind die Kleinarten der Breitblättrigen Mehlbeere als weltweit gefährdete Arten aufgeführt. Bereits vor mehr als 200 Jahren begann der Thüringer Natur- und Forstwissenschaftler Johann Matthäus Bechstein mit der wissenschaftlichen Analyse der in Thüringen vertretenen Sorbus-Arten und -Kleinarten. Heute nehmen diese Arten in den Bestrebungen der Thüringer Landesforstverwaltung um die Erhaltung der biologischen Vielfalt in den Arbeitsfeldern "Forstliche Generhaltung" und "Waldnaturschutz" einen besonderen Platz ein. Erfolge und weitere Arbeiten im Interesse der Sorbus-Artengruppe setzen eine enge Zusammenarbeit mit der Naturschutzverwaltung Thüringens und ehrenamtlichen Naturschützern voraus.
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Die Elsbeere, Sorbus torminalis Crantz
Der traubige Blüthenstand wenigblüthig, Früchte bei der Reife im Oktober länglichrund, etwa haselnußgroß, fest, braungelb, weiß punktirt, herbe, vom Frost getroffen aber teigig und wohlschmeckend säuerlich süß. Blatt groß, langstielig, unterseits locker weichhaarig, tief eingeschnitten gelappt, Lappen unregelmäßig doppeltsägezähnig, die beiden untersten weit abstehend, die oberen bis zur Spitze allmälig kleiner werdend.
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