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Die bayerischen Schwarzpappel-Vorkommen - LWF Wissen 64

Die bayerischen Schwarzpappel-Vorkommen - LWF Wissen 64
Zu den Aufgaben des Bayerischen Amtes für forstliche Saat- und Pflanzenzucht (ASP) gehört auch die Erhaltung der Genressourcen seltener und gefährdeter Baum- und Straucharten wie der Schwarzpappel. Zur Einleitung von Erhaltungsmaßnahmen sind Kenntnisse über den aktuellen Stand der Vorkommen z.B. der Schwarzpappel und ihrer genetischen Diversität notwendig. Der vorliegende Band stellt die Ergebnisse der ersten systematischen und flächigen Erfassung und Artbestimmung der autochthonen Schwarzpappel (Populus nigra L.) in Bayern vor.
Als Charakterbaumart der Auwälder und der Flussniederungen zählt die Schwarzpappel zu den gefährdeten einheimischen Laubbaumarten, insbesondere weil klonweise angebaute Hybridpappelsorten, Gewässerausbauten und Hochwasserschutzmaßnahmen die Schwarzpappel verdrängen. Der Wegfall der für die Naturverjüngung erforderlichen Erosions- und Sedimentationszonen beeinträchtigt die Vitalität verbliebener Schwarzpappel-Restvorkommen und birgt die Gefahr einer weiteren Einengung der noch vorhandenen Genvielfalt. Es gibt daher internationale und nationale Bemühungen zur Erhaltung der Baumart Schwarzpappel.
Die Inventur in Bayern ist Teil einer inzwischen abgeschlossenen bundesweiten Erhebung. Als Genzentren der Schwarzpappel wurden dabei die Flussläufe der Elbe, der Isar und des Inns identifiziert. An Inn und Isar gibt es noch individuenreiche Schwarzpappel-Populationen mit hoher genetischer Variation und einem hohen Vermehrungspotential.
Auch wenn bayernweit mehr als 15.000 reine Schwarzpappeln identifiziert wurden, zeigen die Erhebungen auch die Dringlichkeit von Arterhaltungsmaßnahmen, da in naher Zukunft mit dem Ausfall vieler Altbäume gerechnet werden muss. Insbesondere im ufernahen Bereich besteht zusätzlich ein hohes Gefährdungspotential auf Grund von Hochwasserschäden. Die im Pflanzgarten Laufen vom ASP nach Flussläufen angelegten Mutterquartiere dienen der Erhaltung bayerischer Vorkommen und werden in Zukunft das für die Wiedereinbringung notwendige autochthone Vermehrungsgut liefern.
Das Projekt bearbeitete das ASP in enger Kooperation mit der FH Weihenstephan, Naturschutzeinrichtungen in Bayern, Wasserwirtschaftsämtern, privaten Kartierbüros und forstlichen Fachinstitutionen anderer Bundesländer. Für die offene und gute Zusammenarbeit sei allen Mitwirkenden gedankt. Für die gemeinsamen Bemühungen zur Erhaltung der heimischen Schwarzpappel war der erfolgreiche Abschluss dieses Projektes ein wichtiger Schritt.
Die bayerischen Schwarzpappelvorkommen
Autochthone Schwarzpappeln in Bayern - Erfassung, genetische Identifizierung und Vermehrung
Die Europäische Schwarzpappel ist die einzige in Europa und Asien heimische Pappel der Sektion Aigeiros. Als typischer Flussbegleiter besiedelt sie die Niederungen großer Ströme wie Donau, Elbe, Oder und Weichsel sowie Loire, Rhône, Po und Rhein. Bisher sind jedoch ihre Vorkommen nicht genau bekannt, da sich die autochthone Schwarzpappel nur schwer von den Hybridpappeln, die seit dem 17. Jahrhundert in Europa angepflanzt werden, unterscheiden lässt.
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Occurrence, Genetic Identification and Reproduction of indigenous Black Poplars in Bavaria
The European Black Poplar is the only native poplar of the section Aigeiros in Europe and Asia. As a typical species of riparian sites along rivers, it is found sporadically along the main European rivers such as the Danube, Elbe, Oder, Weichsel as well as the Loire, Rhone, Po and Rhein. However detailed information of where it occurs is lacking. Furthermore it is difficult to distinguish the native black poplar from the hybrid poplars which have been planted in Europe since the 17th century.
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Allgemeine Ökologie und Verbreitung der Schwarzpappel
Die Schwarzpappel (Populus nigra) gehört zur Familie der Weidengewächse und zur Pappelsektion Aigeiros. Sie kann ein Alter von bis zu 300 Jahren (in der Regel circa 100 Jahre) und Baumhöhen von über 30 Metern (maximal 35 Meter, zwei Meter Durchmesser) erreichen.
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Ergebnisse der Schwarzpappel-Kartierung in Bayern
Die Europäische Schwarzpappel (Populus nigra) gilt in ihrem Bestand bundesweit als gefährdet und wird deshalb als Rote-Liste-Art geführt. Diese Einschätzung beruht vorrangig auf der Tatsache, dass ihr Lebensraum entlang der Flüsse vor allem in den Weichholzauen verloren gegangen ist.
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Schwerpunkte der bayerischen Schwarzpappel-Vorkommen
Die Schwarzpappel besitzt an der Unteren und Mittleren Isar zwischen Moosburg und dem Mündungsgebiet ein sehr wichtiges Schwerpunktvorkommen in Bayern. Forschungsarbeiten zum Schwarzpappelbestand liefen in mehreren Teilprojekten zwischen 2006 und 2007, andere schon seit Ende der neunziger Jahre.
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Genetische Untersuchungen an Schwarzpappeln aus Bayern
Im Rahmen der bayerischen Schwarzpappelkartierung wurden auch genetische Analysen mittels verschiedener DNS-Marker durchgeführt. Ziel war, die sichere Abgrenzung von Schwarz- und Hybridpappeln, die Bestimmung der genetischen Diversität und die Überprüfung klonaler Strukturen innerhalb ausgesuchter Schwarzpappelbestände, sowie die Bestimmung der genetischen Differenzierung zwischen verschiedenen Schwarzpappelvorkommen (z. B. an unterschiedlichen Flusssystemen).
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Erhaltungsmaßnahmen und Sicherung der Schwarzpappel-Vorkommen
Europäische Schwarzpappeln sind selten geworden. Im gleichen Maß wie die naturnahen Auwälder sind auch die Vorkommen dieser ökologisch wertvollen Baumart gefährdet. Für ihre natürliche Regeneration benötigt sie bestimmte Bedingungen, die nur in den Überflutungsgebieten der flussbegleitenden Auen vorzufinden sind.
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Die Schwarzpappel aus naturschutzfachlicher Sicht
Die "echte" Schwarzpappel (Populus nigra var. nigra) gehört zu jener Gruppe von Pflanzen, die die Bevölkerung kaum wahrnimmt. Sie ist von den kultivierten Pappelhybriden kaum zu unterscheiden. Ihr unregelmäßiger Wuchs sowie die Maserkröpfe am Stamm lassen sie "unordentlich" aussehen. Zudem ist sie außer als Brennholz kaum zu verwerten.
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Anhang
Literatur, Hinweise zur Projektdurchführung und Erläuterungen, Schwarzpappel-Erfassung in Bayern (2006 bis 2009) – Mitwirkende bei der Kartierung, Schwarzpappel-Erfassung in Bayern (2006 bis 2009) - Beteiligte Organisationen, Behörden und sonstige Institutionen
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