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Baumart mit Perspektiven im Klimawandel
Waldbauliche Entscheidungen, insbesondere die Baumartenwahl, sind auf Grund der Langfristigkeit stets mit Unsicherheiten behaftet. Dies gilt besonders in der heutigen Zeit. Auf der Basis des aktuellen Wissensstandes können wir jedoch grundsätzlich davon ausgehen, dass unsere Wälder mit einer großen Vielfalt an heimischen, klimatoleranten Baumarten am Besten aufgestellt sind. Darüber hinaus müssen wir uns jedoch auch für geeignete, standortsgerechte Gastbaumarten wie die Douglasie öffnen. Sie ist eine seit vielen Jahren bewährte Baumart mit hoher Wuchs- und Wertleistung. Ihre Anbauwürdigkeit wird im Zuge des Klimawandels auf vielen Standorten in Bayern zunehmen.
Standort und Herkunft der Douglasie
Die Douglasie in Nordamerika - Verbreitung, Variabilität und Ökologie
Die Douglasie, Pseudotsuga menziesii, ist eine der wichtigsten Baumarten im westlichen Nordamerika. Zwei Varietäten (Klimarassen) werden unterschieden. Die var. menziesii (Grüne oder Küsten-Douglasie) kommt entlang der Küste im pazifischen Nordwesten vor, die var. glauca (Blaue oder Inland-Douglasie) hauptsächlich in den Rocky Mountains vom südlichen Kanada bis nach Mexiko. Beide Teilareale unterscheiden sich vor allem klimatisch deutlich voneinander. Beschrieben werden die Taxonomie der Art, die Ökologie der beiden Varietäten sowie wichtige morphologische und reproduktionsbiologische Eigenschaften.
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Die Douglasie im Klimawandel - Gegenwärtige und zukünftige Anbaubedingungen in Bayern
Erkenntnisse über die Standortsansprüche der Douglasie zeigen, dass die bei uns angebauten Douglasienherkünfte vor allem in klimatischer Hinsicht verhältnismäßig stark spezialisiert sind. Viele bisher favorisierte Herkünfte benötigen eine lange Vegetationsperiode ohne ausgeprägte Hitzeund Dürreperioden sowie milde, frostarme Winter. Unter den gegenwärtigen Bedingungen eignen sich nur bestimmte Regionen Bayerns für den Douglasienanbau, der Klimawandel wird auch wie bie der Fichte zu Veränderungen der anbaubedingungen führen.
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Fragen zum forstlichen Vermehrungsgut bei Douglasie
Einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg der Douglasieneinbringung ist die Herkunftswahl. Die Rückschläge im Douglasienanbau, denen oft Phasen der Abneigung gegenüber dieser Baumart folgten, beruhten neben der ungeeigneten Standortswahl meist auf der Verwendung der falschen Herkunft. Zahlreiche Provenienzversuche beweisen, dass sich die Grüne Douglasie aus den Küstengebieten des Nordwestens der USA und Kanadas für den Anbau in Bayern weitaus besser eignet als die Graue Douglasie aus dem Inland. Diese Erkenntnisse sind bei der Zulassung von Erntebeständen und bei der Bereitstellung forstlichen Vermehrungsgutes zu berücksichtigen. Neben allgemeinen Angaben zum Saatgut wird auch auf die aktuelle rechtliche Situation des Saatguthandels bei Douglasie eingegangen.
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Die Douglasie auf dem Markt - Anzucht, Anbau und Versorgung
Bei der Nachzucht in der Baumschule, aber auch beimAnbau im Wald ist die Douglasie eine sehr sensibleBaumart. Für den Anwuchserfolg ist es unerlässlich, frische und stufige ("kräftige") Pflanzen zu verwenden.
Dabei ist streng darauf zu achten, die Pflanzenfrische vom Ausheben in der Baumschule bis zur Pflanzung zu erhalten. Neben der Beachtung eines geeigneten Pflanzzeitpunktes beeinflussen weitere Faktoren, insbesondere
die Bodenfeuchte und die Witterungsverhältnisse am Pflanztag sowie einige Wochen danach, den Pflanzerfolg. Bei anhaltend starker Sonneneinstrahlung im Vorfrühling besteht auf "ungeschützten" Kulturflächen oft ein erhöhtes Risiko von Frosttrocknisschäden.
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Waldbau mit der Douglasie
Chancen und Grenzen des Waldbaus mit der Douglasie in Bayern
Die Douglasie ist eine forstlich sehr interessante Baumart.
Die weitgehende Übereinstimmung ihrer Standortsansprüche
mit den künftig zu erwartenden Wuchsbedingungen
in unserem Land, ihre Wuchsleistung und
Integrationsfähigkeit in einen naturnahen Waldbau prädestinieren
sie dazu, einen wachsenden Anteil beim
Waldaufbau in Bayern zu übernehmen. Obwohl diese
Baumart derzeit als verhältnismäßig stabil und widerstandsfähig
anzusehen ist, können mögliche Risiken in
der Zukunft nicht ausgeschlossen werden.
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Waldbau mit der Douglasie in Unterfranken
Die Entstehung und Weiterentwicklung des "Unterfränkischen
Konzeptes zur waldbaulichen Behandlung der
Douglasie" seit 1987 wird vorgestellt. Das "Douglasien-
Pflegekonzept 2004" basiert auf Versuchsergebnissen
des Lehrstuhls für Waldwachstumskunde der Technischen
Universität München und den bis dato gemachten
Erfahrungen mit dem "alten" unterfränkischen Douglasienkonzept.
Erklärtes Ziel des "neuen" Douglasien-Pflegekonzeptes
war es, auf einer Seite alle für den Waldbaupraktiker
wichtigen Entscheidungskriterien prägnant und
übersichtlich darzustellen.
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Die Douglasie in den Bayerischen Staatsforsten
Der Forstbetriebsleiter von Heigenbrücken bringt es auf
den Punkt: "Wenn es die Douglasie mit ihren rundum
positiven Eigenschaften nicht gäbe, man müsste sie erfinden!
Sie passt exzellent in die Abläufe des naturnahen
Waldbaus, ist pflegeleicht, widerstandsfähig gegen
biotische Gefahren und liefert in kurzer Zeit ein wertvolles
Holz." In Zeiten des Klimawandels bietet sie eine
Alternative zur Fichte, ist jedoch keineswegs die Baumart,
die alle damit einhergehenden Probleme der Forstwirtschaft
allein lösen kann. Die Douglasie wird im
bayerischen Staatswald weiterhin wichtiger Bestandteil
der angestrebten baumartenreichen Mischwälder bleiben.
Langfristig soll ihr Anteil im bemessenen Umfang
steigen. Dafür wird sie auf geeigneten Standorten unter
Schirm trupp- bis gruppenweise eingebracht, geeignete
Vorausverjüngungsansätze werden gefördert.
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Stand des koordinierten Douglasien- Standraumversuchs in Baden-Württemberg
Anhand dreier exemplarisch ausgewählter Versuchsanlagen
werden die bis zu einem Alter von circa 35 Jahren
aktualisierten Ergebnisse mit dem koordinierten
Douglasien-Standraumversuch in Baden-Württemberg
dargestellt. Die Gesamtwuchsleistung stieg mit zunehmender
Ausgangsbaumzahl. Allerdings waren die Unter-
schiede nur bei gutwüchsigen Standorten deutlich
ausgeprägt. Die bei höheren Ausgangsbaumzahlen größeren
Gesamtwuchsleistungen waren allerdings verbunden
mit einem erhöhten Anfall gering dimensionierter
(defizitärer) Sortimente sowie tendenziell erhöhten
zufälligen Nutzungen.
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Die Douglasie - (k)ein Baum für alle Fälle
Auch die Douglasie hat ihre Feinde. In ihrer Heimat führen
vor allem zwei Schmetterlingsarten, Douglas fir tussock
moth und Western spruce budworm, zu spektakulären
Fraßschäden. Beide Arten haben nahe
Verwandte in Mitteleuropa. Der gefährlichste Borkenkäfer
in Nordamerika an Douglasie ist Dendroctonus
pseudotsugae. Die wichtigste Pilzerkrankung im westlichen
Nordamerika ist die Laminierte Wurzelfäule. In
Mitteleuropa besiedeln inzwischen zahlreiche Insekten
die Douglasie, vor allem mehrere Rindenbrüter, die
sonst von der Fichte, Kiefer oder Lärche bekannt sind.
Im vergangen Jahr sorgte vor allem der Furchenflüglige
Fichtenborkenkäfer in zahlreichen Douglasien-Jungbeständen
für abgestorbene Kronen.
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Douglasien-Anbau und Fragen der Forstpolitik und des Naturschutzes
Die Eignung der Douglasie im Hinblick auf den Klimawandel
Klimawandel bedeutet für die Fortwirtschaft erhöhtes
Produktionsrisiko. Eine breite Palette angepasster Gehölzarten
verteilt dieses Risiko auf mehrere Schultern.
Neben ihrer Raschwüchsigkeit stellt die Douglasie deshalb
eine unter mehreren Optionen für die zukünftige
forstliche Nutzung dar. An Stellen optimaler Wuchskraft
kann sie unter den erwarteten geänderten Klimabedingungen
eingesetzt werden. Klimaänderungen dürften
sie hier am wenigsten betreffen, die Douglasien-Verjüngung
lässt sich in der Regel regulieren. Doch auch im
Bereich von Trocken- und Felsstandorten vermag sich
die Douglasie spontan zu etablieren und ändert hier die
ursprünglichen Ökosysteme grundlegend. Ausreichend
dimensionierte Pufferzonen und intensive Beobachtung
sind nötig, um ein Übergreifen der Douglasie auf
heimische gefährdete Ökosysteme zu verhindern. Beim
forstlichen Einsatz der Douglasie ist aber stets zu beachten,
dass Pseudotsuga menziesii im Pleistozän weder
in die Co-Evolution noch in die Ökosystembildung
in Europa eingebunden war. Heimische Arten sind in
dieser Hinsicht deutlich günstiger zu bewerten.
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Die Douglasie aus naturschutzfachlicher Sicht
In vielen forstlich geprägten Misch- und Nadelwaldbeständen
ist ein angemessener Douglasienanbau umweltpolitisch
sinnvoll und kann sich ökologisch positiv
auswirken. Naturschutzfachlich begründete Einschränkungen
ergeben sich aus den Naturschutzgesetzen
(Waldbiotope auf Sonderstandorten sind in ihrem charakteristischen
Zustand zu erhalten) und nach der Fauna-
Flora-Habitat-Richtinie (maximal 20 Prozent Anteil
von Gastbaumarten in Anhang-I-Waldlebensraumtypen).
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Insektenwelten - Die Douglasie im Vergleich mit der Fichte
Der "Neubürger" Douglasie ist in Europa konfrontiert
mit einer nicht evolutiv an sie angepassten Arthropodenfauna.
Eine diverse Arthropodengemeinschaft besiedelt
die Douglasie, seit sie in Mitteleuropa angebaut
wird. Bei diesem Prozess scheint die phylogenetische
Verwandtschaft zu einheimischen Koniferen eine wichtige
Rolle gespielt zu haben. Die Struktur der Gemeinschaft
unterscheidet sich jedoch deutlich zwischen der
Douglasie und der nächst verwandten Fichte. Ein vermehrter
Anbau der Douglasie anstelle der Fichte lässt
somit eine Veränderung der Faunenstruktur in unseren
Wäldern erwarten. Anpassungen bestimmter forstlich
relevanter Arten an die Douglasie sind auch aus Forstschutzsicht
bei der zukünftigen Bewirtschaftung unserer
Wälder zu berücksichtigen.
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Naturschutzfachliche Bewertung der Douglasie aus Sicht des Bundesamtes für Naturschutz (BfN)
Kaum eine Baumart steht so im Spannungsfeld zwischen
Naturschutz und Forstwirtschaft wie die nordamerikanische
Douglasie (Pseudotsuga menziesii
(MIRB.) Franco). Vor dem Hintergrund des sich abzeichnenden
Klimawandels erfreut sie sich aus ökonomischwaldbaulichen
Gründen wachsender Beliebtheit. Eine
Risikoabschätzung des Douglasienanbaus aus naturschutzfachlicher
Sicht gestaltet sich jedoch auf Grund
der Lückenhaftigkeit des Wissens zur Ökologie der
Douglasie und den langfristigen Folgen für Flora und
Fauna schwierig.
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Wirtschaftlichkeit und Vermarktung der Douglasie
Zur Rolle der Douglasie in einem finanziell optimierten Baumarten-Portfolio
Am Beispiel der Baumarten Douglasie, Buche und Fichte
wird gezeigt, wie sich vor dem Hintergrund ungewisser
Zukunftsrisiken ein finanziell optimales Baumarten-
Portfolio ableiten lässt. Hierzu wird auf schon
vorhandene finanzielle Kalkulationen für die erwähnten
Baumarten und auf Simulationen der Risikoprofile
für Buche und Fichte zurückgegriffen. Für die Douglasie
musste das finanzielle Risiko gutachtlich eingeschätzt
werden. In die Optimierung fließen Ertragswerte
und deren Streuungen ein, aus denen ein Quotient
gebildet wird. Hierdurch wird der durch Investition in
das Baumarten-Portfolio gegenüber einer risikofreien
Investition zusätzlich mögliche Ertrag auf das in Kauf
zu nehmende Risiko bezogen.
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Heinersreuth setzt auf die Douglasie
Der Forstbetrieb Heinersreuth im Frankenwald befindet
sich seit 1820 im Besitz der Familie Baron von Lerchenfeld.
Auf Anregung des Forstsoziologen Carl Alwin
Schenck wurde 1880 eine zwei Hektar umfassende Kultur
mit Douglasien, Chamaecyparis, Thujen, Abies grandis
und einigen anderen angelegt. Die ersten Douglasien
wurden in Trupps und Gruppen eingebracht.
Lange Zeit beschäftigte man sich nicht mit der Astung.
Nachweislich wurde erstmals 1929 geastet, professionell
erst in den Nachkriegsjahren. Bereits 1929 wurde
aus Naturverjüngung gewonnene Douglasie bestandsweise
gepflanzt. Die Bestände waren vier bis sechs
Hektar groß. Beigemischt waren Buche, Tanne und
Fichte. In diesen Abteilungen ist die Fichte inzwischen
vollkommen verschwunden, die Douglasie dominiert.
Heute werden auf größeren Sturmwurf- und Käferflächen
maximal 2.500 Douglasien pro Hektar gepflanzt.
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Douglasien- Workshop - Teilnehmer und Ergebnisse
Waldbau
Grundsätzliches, Bestandesbegründung und Verjüngung, Pflege und Durchforstung, Waldschutz
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