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Vom Schatten ins Licht - LWF aktuell 80
Voranbau
»Vom Schatten ins Licht« lautet der Titel dieses waldbaulich ausgerichteten Heftes. Es ist ein sehr anschauliches Bild für die Bedeutung der Wuchsdynamik der Bäume und damit des Waldbaus in der Forstwirtschaft. Aus dem Dunkel des schützenden Altbestandes wächst, unterstützt von der Pflege des Försters oder Waldbesitzers, eine neue Generation klimaangepasster Bäume über mehrere Jahre dem Licht entgegen.
Im Zuge der Klimaerwärmung gefährden extreme Witterungseinflüsse wie Trockenheit, Hitze, Stürme, Hochwasser - und darauf folgend oft Schadorganismen den heutigen Wald auf großen Flächen. Unser Klima wird sich schneller ändern als der Wald sich aus eigenen Kräften anpassen kann. Der Umbau gefährdeter Bestände in klimagerechte und standortsangepasste Mischwälder hat daher oberste Priorität. Als optimales, aber auch sehr anspruchsvolles Verfahren dazu erweist sich der Voranbau schattentoleranter Mischbaumarten. Damit der Voranbau zum gewünschten Erfolg führt, sind zahlreiche Einfluss- und Störfaktoren zu berücksichtigen. Um die Voranbaumaßnahmen auf großer Fläche erfolgreich voranzubringen, erarbeitete die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft im Rahmen des Klimaprogramms »Bayern 2020« ein entsprechendes Fortbildungsprogramm. In »Waldbautrainings« vermittelten »Waldbautrainer« der Bayerischen Forstverwaltung den Beratungsförstern an den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wichtige Kenntnisse zum Thema Voranbau. In den Waldbautrainings wurden jedoch neben dem rein waldbaulichen Wissen auch Fragen zu Forsttechnik, Waldschutz und Naturschutz sowie methodisch-didaktische Hinweise vorgestellt.
In diesem Heft sind die wichtigsten Ergebnisse rund um das Thema Voranbau zusammengestellt. Ich wünsche Ihnen angenehme und informative Lesestunden.
Schwerpunkt - Voranbau
»Voranbau« - Thema des bayerischen Waldbautrainings
Rotbuche und Weißtanne am Aufbau klimatoleranter und qualitativ hochwertiger Mischbestände in Bayerns Wäldern zu beteiligen, ist unter ökologischen, ökonomischen und soziologischen Gesichtspunkten von großer Bedeutung. Der Voranbau dieser Schattbaumarten unter Nadelholz-Altbeständen ist auf Grund zahlreicher Einfluss- und Störfaktoren gerade im Privatwald eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Eine dazu in Bayern 2009 begonnene Fortbildungsserie - das »Waldbautraining« - ermöglicht es den Beratungsförstern der Bayerischen Forstverwaltung, zu diesem Thema untereinander Erfahrungen auszutauschen und Neues hinzuzulernen.
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Vom Schatten ins Licht
In den Gebieten Bayerns mit aktuell vorherrschenden klimasensiblen Nadelholz-Reinbeständen ist der Waldumbau eine der zentralen Aufgaben der Forstwirtschaft. Dafür eignet sich der Voranbau der Schattbaumarten Rotbuche und Weißtanne. Bei diesem Verjüngungsverfahren handelt es sich um eine waldbaulich anspruchsvolle Aufgabe, die nur mit gewissenhafter Planung, konsequenter Umsetzung und kontinuierlicher Beratung im Privatwald langfristig zum Erfolg führt.
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Tannensaaten im Forstbetrieb Kelheim
Dem »Tannensterben« der 1970er und 1980er Jahre fielen auch im Kelheimer und Oberpfälzer Jura eine große Anzahl alter Weißtannen zum Opfer. In den letzten 20 Jahren hat sich die Tanne jedoch wieder deutlich erholt. Mit Blick auf den Klimawandel ist die verstärkte Einbringung der wärmeliebenden Tanne, vor allem in den gefährdeten Fichtenreinbeständen, unbedingt notwendig. Daher startete der Forstbetrieb Kelheim eine »Tannenoffensive«. Ein sehr erfolgreiches Mittel ist unter anderem die Tannensaat mit einem Pferdegespann.
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Naturschutzfachliche Aspekte zum Voranbau
Aus naturschutzfachlicher Sicht ist der Umbau nicht standortsgerechter Wälder in naturnahe Laub- und Laubmischwaldgesellschaften generell positiv zu bewerten. Dies gilt im Besonderen für die Förderung von Waldgesellschaften, in denen Buchen, Edellaubbäume sowie Buchen und Tannen dominieren, weil wir für diese Wälder weltweit große Verantwortung tragen.
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»Hält der Altbestand noch?«
Ein Voranbau kann nur mit einem stabilen Altholzschirm gelingen - eine Binsenweisheit. Dennoch ist die Einschätzung des Waldschutzrisikos »Wie lange hält der Schirm?« nicht einfach. Mit Hilfe einer »Checkliste« wird der Förster gehalten, Fragen zu Standorts- als auch Bestandesparametern zu beantworten. Damit kann er die Gefährdung auf Grund von Sturm und Borkenkäfer besser einschätzen. Die systematisch und transparent aufgebaute Checkliste unterstützt den Beratungsförster in Verbindung mit seiner örtlichen Erfahrung bei der Entscheidung »Voranbau ja oder nein«.
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Wachstum im Dunkel
Den heimischen Baumarten Buche und Tanne kommt auf Grund ihrer Klimatoleranz aktuell und zukünftig eine wichtige Rolle für Aufbau und Verjüngung großer Waldlandschaften in Europa zu. Ein erster Schritt zur Vorbereitung von Schulungen zum Thema »Voranbau von Buche und Tanne« ist eine umfassende Aufbereitung der waldwachstumskundlichen Literatur. Die Kenntnisse über das Wachstumsverhalten beider Baumarten unter überschirmten Verhältnissen helfen, den Schulungserfolg zu sichern und zu verbessern.
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Waldbautraining: Fit für die Beratung
Eine Vielzahl bundesdeutscher Forstverwaltungen leistet sie sich: »Die Waldbautrainer«. Ihre Aufgabe in Bayern ist es, die »Verwaltungsangehörigen« im Zusammenspiel zwischen waldbaulicher Kompetenz und den praktischen Anforderungen in der Beratung zu unterstützen. Das Spielfeld ist meist der Wald, in dem waldbauliche Fortbildungsveranstaltungen stattfinden, die »Waldbautrainings«: ein Fortbildungskonzept, mit dem es gelingen kann, Wissen in gebündelter Form praxisnah zu vermitteln.
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Wald - Wissenschaft - Praxis
Zu Gast bei der Douglasie
Im Klimawandel wird die maßvolle Erhöhung des Douglasienanteils in den Wäldern Bayerns als sinnvoll und notwendig erachtet, auch als teilweiser Ersatz für die Fichte. Aus vielen Herkunftsversuchen weiß man, dass die Küstendouglasie (Grüne Douglasie) aus Nord-West-Washington bei uns am besten wächst. Ein erfolgreicher Anbau der Grünen Douglasie erfordert daher hochwertiges Saat- und Pflanzgut. Eine Möglichkeit zur Verbesserung der Versorgung und zur Erweiterung der genetischen Basis ist der Import aus den Ursprungsgebieten in den USA.
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Mit der WaldKlimaWerkstatt zum Abitur
Ende Oktober 2010 begann ein in Bayern bisher einmaliges Gemeinschaftsprojekt zwischen Schule und Forstwissenschaft. Das Franz-Miltenberg-Gymnasium in Bad Brückenau nahm seine neu errichtete WaldKlimaWerkstatt in Betrieb. Mit wissenschaftlichen Methoden der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft können die Gymnasiasten Wirkungen von Klima und Umwelt auf das Ökosystem Wald messen, analysieren und begreifen.
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Wenn Wälder auf dem Trockenen sitzen
Regionale Klimaszenarien sagen neben einer Zunahme der Temperatur auch eine jahreszeitliche Umverteilung des Niederschlags vom Sommer in den Winter voraus. Die Grundwasserneubildung kann zwar ansteigen, aber auch längere und stärkere Perioden mit Trockenstress im Sommer sind möglich. Moderne Wasserhaushaltsmodelle geben erste Antworten für die ferne Zukunft.
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Stürmische Gesellen: Lothar, Kyrill & Co.
Über die voraussichtlichen Veränderungen von Lufttemperaturen und Niederschlägen im Zuge des Klimawandels wird viel berichtet. Aber auch andere wichtige atmosphärische Zustände könnten sich verändern, zum Beispiel die Entstehung von Hoch- und Tiefdruckgebieten und die Druckdifferenzen zwischen ihnen. Dies könnte zahlreichere und verheerendere Stürme zur Folge haben, die ein planvolles Handeln in der Forstwirtschaft konterkarieren würden. Die Auswertung wissenschaftlicher Fachartikel, die sich mit der Entwicklung des Wind- und Sturmgeschehens in Europa befassen, gibt einen Einblick in die aktuelle wissenschaftliche Diskussion.
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Der Kronenansatz beim Edellaubholz - nicht leicht zu halten!
»Auf schnellstem Wege zu qualitativ hochwertigem und stark dimensioniertem Stammholz« lautet das Ziel des Edellaubbaum-Pflegekonzeptes der Bayerischen Forstverwaltung aus dem Jahr 1999. Doch wie reagieren Bergahorn und Esche, wenn sie wiederholt freigestellt werden? Antworten liefern zwei parallel zum Richtlinienbeginn angelegte und konzeptgerecht behandelte Beobachtungsflächen. Nach zehn Jahren ist die Zeit reif für eine Zwischenbilanz.
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Wenn der Austrieb ausbleibt
Immer häufiger sind vor allem in neu angelegten Christbaumkulturen, insbesondere bei Nordmannstannen, z.T. erhebliche Schäden am Austrieb zu beobachten. Sie sind auf physiologische Mechanismen und damit verbundene, morphologische Veränderungen in den Zellen und Geweben der Meristeme in den Knospen und Wurzeln zurückzuführen. Genetische Veranlagungen, aber auch Kulturfehler im Zusammenhang mit Umwelteinflüssen gehören zu den auslösenden Ursachen.
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Vielfalt - Würze des Lebens ... und des Waldes
Stündlich erbt oder übernimmt in Bayern eine Person einen Waldbesitz. Jede zweite davon lebt außerhalb der Land- und Forstwirtschaft. Der »urbane« Waldbesitzer löst mehr und mehr den »traditionellen« Waldbesitzer ab. »Einen« urbanen Waldbesitzer gibt es jedoch nicht. Diese Gruppe zeigt unterschiedlichste Motive, die sie mit ihrem Waldbesitz verbinden. Auf die daraus entstehende Vielfalt muss sich auch die forstliche Beratungsstrategie einstellen, will sie weiterhin erfolgreich arbeiten.
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Hochadel unter Waldbäumen: Die »Schöne Else«
Man nennt sie poetisch auch die »Rose unter den Waldbäumen«, doch ist die Elsbeere nicht nur wegen ihrer Attraktivität interessant. Bevorzugt doch die Elsbeere als »heimischer Exot« die wärmeren Lagen und wäre daher für die Anpassung der Wälder an den Klimawandel eine echte Alternative. Zusammen mit anderen wärmeliebenden Mischbaumarten kann die Elsbeere zudem einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der von Waldschutzproblemen geplagten Eichenwälder leisten. Und auf Grund der hohen Preise, die das Holz der Elsbeere als »Schweizer Birnbaum« erzielen kann, lohnt sich der Anbau auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten.
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Holzeinschlag im Privatwald auf Rekordtief
Im Wirtschaftsjahr 2009 konnten nur die Testbetriebe aus dem Privatwald ein positives Betriebsergebnis erwirtschaften. Für die Teilnehmer aus dem Körperschaftswald fiel das Gesamtergebnis erstmals seit Jahren negativ aus. Der Privatwald erzielte einen Reinertrag von 131 Euro je Hektar (ohne Fördermittel) und lag damit um 35 Euro niedriger als im Vorjahr. Dies ist auf den konjunkturbedingt geringeren Holzeinschlag zurückzuführen, der sich von 10,1 auf 7,4 Festmeter je Hektar verringerte. Der Körperschaftswald wies mit �21 Euro je Hektar (ohne Fördermittel) einen negativen Reinertrag auf und erreichte den tiefsten Stand seit acht Jahren. Die Gewinneinbrüche in beiden Besitzarten konnten durch die Förderung teilweise ausgeglichen werden.
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Neues Outfit und verbesserter Service
Das länderübergreifende Wissensportal waldwissen.net ist die Adresse für alle, die auf dem Gebiet der Forstwirtschaft tätig sind. Damit die Informationen künftig noch leichter zu finden sind und den Nutzern optimal angeboten werden können, haben die vier Herausgeber die Internetseite verbessert. Pünktlich zum Jahr der Wälder 2011 geht das »neue« waldwissen.net online und ist auf alle Fälle einen Klick wert.
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Kurz & Bündig
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