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Wildtiermanagement - LWF aktuell 79
Wege bahnen - Konflikte lösen
Als sich im Frühjahr 2006 nach über 170 Jahren erstmals wieder ein Braunbär in Bayern aufhielt, war zunächst die Begeisterung in der Bevölkerung durchaus groß. Aber schon unmittelbar nach seiner »Ankunft« zeigte sich, dass Bären mit ihren Lebensraumansprüchen in der teils dicht besiedelten Kulturlandschaft schnell mit den dort lebenden Menschen und ihren Ansprüchen in Konflikt geraten. Bereits vier Wochen später wurde der Braunbär im Rotwandgebiet in den Schlierseer Bergen getötet. Spätestens seit dieser Zeit hat das Interesse der Bevölkerung an Wildtieren, vor allem an den großen Beutegreifern wie Bär, Wolf und Luchs, deutlich zugenommen. Das Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit hat federführend Managementpläne für sie erarbeitet. Dass dies überfällig war, zeigt nicht nur das Luchsvorkommen im Osten Bayerns, sondern auch die Zuwanderung eines Wolfes im Raum Bayrischzell. Im bayerischen Jagdwesen beruht das Wildtiermanagement auf drei gesetzlich normierten Säulen: Die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen, der Schutz des Wildes und seiner Lebensräume sowie die Regulation von Wildtierbeständen zum Schutz des Eigentums und des Allgemeinwohls. Wildtiermanagement bemüht sich daher auch, Wildtieren geeignete Lebensräume zu erhalten bzw. zu schaffen. Staatliche Förderprogramme wie das Bayerische Kulturlandschaftsprogramm leisten hier wichtige Beiträge. Manche Wildtiere beanspruchen aber auch einen vergleichsweise großen Lebensraum. Oftmals zerschneiden Verkehrswege diese Lebensräume. Autobahnen stellen häufig unüberwindbare Hindernisse dar, sie verhindern Wanderungen und Austauschbeziehungen. »Grünbrücken« im Großen oder »Krötentunnel« im Kleinen sind wichtige Elemente zur Verbindung von Lebensräumen. Wildtiergerechte Brücken reduzieren die Gefahr von Verkehrsunfällen und tragen zum Schutz von Mensch und Tier bei.
Beide Themenbereiche, die Konfliktpotentiale zwischen Wildtier und Mensch als auch die Betrachtung von Lebensräumen, stehen im Mittelpunkt unseres Wildtiermanagement-Heftes.
Schwerpunkt - Wildtiermanagement
Management großer Beutegreifer in Bayern
Spätestens mit der Zuwanderung des jungen Bärenmännchens im Sommer 2006 ist das Thema Wildtiermanagement auch einer breiten Öffentlichkeit bewusst geworden. Beim Thema Bär, Wolf und Luchs fühlen sich viele Menschen betroffen, wenn auch oft aus ganz verschiedenen Blickwinkeln. Das »Wildtiermanagement großer Beutegreifer« hat diese komplexe gesellschaftliche Debatte aufgegriffen. Wildtiermanagement ist ein Prozess, der in diesem Spannungsfeld Lösungsansätze entwickelt.
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Wildtierkorridore in Bayern
Verkehrsinfrastruktur, insbesondere das Bundesfernstraßennetz, schränkt die lokalen oder weiträumigen Bewegungs- und Wandermöglichkeiten der Wildtiere in Bayern in hohem Maße ein. Bei Wildschutzzäunung und hohem nächtlichem Verkehrsaufkommen ist die Barrierewirkung so groß, dass ein Überqueren der Verkehrswege nahezu unmöglich wird. Um trotz eines weiter zunehmenden Verkehrs und der Infrastruktur die Migrationsbewegungen von Wildtieren dauerhaft zu gewährleisten, entwickelte das Bayerische Landesamt für Umwelt ein »Entschneidungskonzept«. Dieses Konzept beurteilt die wahrscheinlichen Wanderkorridore ausgewählter großer Säugetierarten und stellt damit eine Planungsgrundlage für die Erhaltung und Wiederherstellung der Durchlässigkeit der Landschaft als wichtiges Element für die Verkehrs- und Raumplanung bereit.
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Der Fischotter in Bayern
Der Bayerische Wald gilt als das letzte Kerngebiet der bayerischen Fischotterpopulation. Die dortigen Vorkommen sind mit der flächendeckenden Otterpopulation im angrenzenden Tschechien vernetzt und an Fischotterbestände im südwestlich angrenzenden Österreich angebunden. Aus dem ostbayerischen Raum breitete sich der Fischotter in den letzten Jahren wieder aus. Diese durchaus erfreuliche Entwicklung bringt jedoch auch Probleme mit sich, wenn die wirtschaftlichen Interessen der Menschen mit den Lebensraumansprüchen dieser Tierart in Konflikt geraten.
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Neues vom Reh
Jährlich werden in Deutschland etwa 1,2 Millionen Rehe erlegt. Damit ist das Reh das wichtigste deutsche Jagdwild. Gleichzeitig beeinflusst es auf Grund seines Verbisses die Waldbewirtschaftung. Trotz dieser Bedeutung spielte die wildbiologische Forschung bei dieser Tierart in den letzen Jahren nur eine untergeordnete Rolle. Die wissenschaftlichen Grundlagen und die Konzepte für den Umgang mit den Rehen wurden vor über 30 Jahren erarbeitet. Deshalb ist es an der Zeit, sich erneut intensiver mit dieser interessanten Tierart zu beschäftigen.
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Zurück in Bayerns Wäldern
Im Jahr 2001 fand die erste Umfrage bei Jägern, Förstern und Naturschützern zum Vorkommen der Wildkatze in Bayern statt. »Die Wildkatze kehrt zurück nach Bayern« lautete das Ergebnis. Knapp ein Jahrzehnt nach der ersten Befragung war es wieder an der Zeit für einen Zensus. Die aktuellen Ergebnisse bestätigen die erfolgreiche Rückkehr der scheuen Waldkatze in die nordbayerischen Wälder.
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Der Dachs - Wildtier des Jahres 2010
Die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild wählte den Dachs zum Wildtier des Jahres. Ein »Tier des Jahres« wird zumeist aus aktuellem Anlass gewählt, weil es unserer besonderen Aufmerksamkeit bedarf. Wir fragen uns, was der größte heimische Marders Besonderes zu bieten hat und ob er ein würdiger Träger einer solchen Auszeichnung ist.
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Der »Bärenfang« auf dem Großen Waldstein
Als sich Ende des 17. Jahrhunderts in Folge des Dreißigjährigen Krieges wieder vermehrt Bären in den tiefen Wäldern Nordostbayerns aufhielten und die Schäden in der Imkerei stark zugenommen hatten, entschlossen sich die Markgrafen von Kulmbach-Bayreuth, den Bären mit Bärenfängen nachzustellen. Mit dem Bärenfang am Großen Waldstein wurden nachweislich mindestens 14 Bären lebend gefangen. Urkundlich erwähnt wurde er erstmals im Jahre 1656. Heute ist der Bärenfang auf dem Großen Waldstein der einzige noch erhaltene seiner Art in Deutschland.
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Erfolgreiche Neuordnung der Jägerprüfung
350.000 Jagdscheininhaber gibt es in Deutschland, 50.000 davon leben in Bayern. Bundesweit stellen sich jedes Jahr etwa 11.000 Bewerber der Jägerprüfung, die der Gesetzgeber als Bedingung für den Erwerb eines Jagdscheins vorschreibt. Die Prüfung gilt als anspruchsvoll. Dies ist angesichts der Verantwortung gegenüber dem Wild und der gesamten Natur berechtigt. Zudem berechtigt der Jagdschein dazu, Waffen zu erwerben. Nach einer grundlegenden Neuorganisation der Jägerprüfung im Jahr 2007 ist das Interesse, die Prüfung in Bayern abzulegen, wieder deutlich gestiegen.
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Wald - Wissenschaft - Praxis
Ringvorlesung »Kohlenstoffspeicherung«
Zeitgleich mit der Klimakonferenz in Kopenhagen hatte das Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan zu seiner jährlichen Ringvorlesung eingeladen. Die sehr erfolgreiche Vortragsreihe hat sich bereits als fester Bestandteil im Veranstaltungsprogramm des Zentrums etabliert. Die Ringvorlesung 2009/10 stand unter dem Motto »Kohlenstoffspeicherung - Wald und Holz als Klimaretter?«.
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»Waldnutzen hilft allen!«
Am 27. August 2010 haben die 22 forstlichen Vereine und Verbände und die Bayerische Staatsregierung wieder zum Waldtag Bayern eingeladen. Die Veranstaltung stand unter dem Motto »Vom Nutzen des Waldes in schwierigen Zeiten«.
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Nordmannstanne - Saatgutplantagen für sichere Versorgung
Jährlich werden in Deutschland zur Weihnachtszeit bis zu 26 Millionen Nordmannstannen verkauft. Etwa 60 Prozent von ihnen ziehen deutsche Anbauer heran. Um qualitativ hochwertige, aber auch kostengünstige Weihnachtsbäume anbieten zu können, sind die Baumschulen auf genetisch hochwertiges Saatgut angewiesen. Wegen der unsicheren und schwierigen Situation beim Saatgutimport aus den georgischen und russischen Herkunftsgebieten ist die Anlage geeigneter Saatgutplantagen in Deutschland eine wesentliche strategische Entscheidung auch für deutsche Weihnachtsbaumproduzenten.
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»Sorbus«-Vielfalt in Bayern
In Bayern kommen aktuell etwa 40 verschiedene Arten aus der Pflanzengattung »Sorbus« vor. Zu dieser Gattung zählen zum einen allgemein bekannte Baumarten wie Vogelbeere, Elsbeere, Speierling und Gemeine Mehlbeere. Daneben gibt es aber auch der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt gebliebene, nur Spezialisten geläufige Arten wie die Gößweinsteiner Mehlbeere, die Kordigast-Mehlbeere oder Mergenthalers Mehlbeere. In den zurückliegenden zwanzig Jahren haben Botaniker über 20 neue, ausschließlich in Bayern vorkommende Arten aus der Gattung »Sorbus« entdeckt und beschrieben. Mit der Pflicht, diese Arten zu erhalten, erwächst dem Freistaat eine große Verantwortung für den Schutz der biologischen Vielfalt.
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Holzeinschlag 2009 weiter rückläufig
Das Jahr 2009 war hinsichtlich des Holzmarktes geprägt von den Auswirkungen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise. Rückläufige Rundholzpreise und nachlassende Nachfrage beeinflussten das Holzeinschlagsverhalten. In der Folge reagierten öffentliche und private Waldbesitzer mit einem geringeren Holzeinschlag.
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Vom Nutzen des Nutzens
Im Jahr der Biodiversität stand der 7. Bayerische Waldbesitzertag in Freising-Weihenstephan unter dem Motto »Leben mit Forstwirtschaft - Forstwirtschaft schafft Leben«. Um Artenschutz ging es dabei nur am Rande. Im Mittelpunkt stand die Nutzung des Rohstoffes Holz. Von seiner Entstehung im Wald bis zu seiner Verwendung beim Endverbraucher schafft er Lebensraum, Lebensunterhalt und Lebensqualität. Die Tagung benannte wichtige Ansatzpunkte für den Weg zu einer gesteigerten Holzverwendung.
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Kurz & Bündig
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