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Bodenzustandserhebung 2006-2009 - LWF aktuell 78
Seit langem erfreut sich der Wald steigender Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. In aller Regel steht aber nur der Teil des Waldes im Blickfeld, der gut sichtbar ist. Der unterirdische Teil des Waldes, nämlich der Waldboden, bleibt vielfach unbeachtet. Dies wird seiner elementaren Bedeutung jedoch in keiner Weise gerecht. Denn sowohl die Existenz der Wälder als auch der Erhalt ihrer vielfältigen Funktionen sind unmittelbar von den besonderen Eigenschaften der Waldböden abhängig.
Um einen Einblick in den Stand und die Entwicklung unserer Waldböden zu erhalten, wurde - zwei Jahrzehnte nach der ersten Inventur der Waldböden - in den Jahren 2006 bis 2008 die zweite Bodenzustandserhebung im Wald (BZE 2) bundesweit durchgeführt. Das Vorgehen und die inhaltliche Ausrichtung wurden auf Bundes- und Europaebene abstimmt. Die Durchführung der aufwändigen Probennahmen im Gelände und die Auswertung des umfangreichen Materials in Bayern lagen in der Hand der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF).
Die BZE 2 hat eine Fülle von Informationen über unsere Waldböden geliefert, die auch eine wichtige Grundlage für weitergehende Forschungen darstellen. Sie reichen von der Nährstoffausstattung und dem Wasserhaushalt bis zur Abschätzung der Kohlenstoffvorräte in unseren Waldböden. Ihre Ergebnisse können uns auch wichtige Erkenntnisse z.B. zu den Möglichkeiten für Biomassenutzung, der Schadstoffbelastung unserer Waldböden und für Strategien bei der Bodenschutzkalkung liefern. Für die Forstwirtschaft ist der Bodenschutz eine wichtige Aufgabe. Das rechtzeitige Erkennen von Gefährdungen und die rasche Einleitung von Gegenmaßnahmen sind heute wichtiger denn je, um dem Anspruch eines nachhaltigen und pfleglichen Umgangs mit unserem Wald gerecht zu werden.
Daten für den Bodenschutz
Über mehrere Jahre hat die zweite bundesweite Bodenzustandserhebung (BZE 2) die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) beschäftigt. Der Personal- und Sachmitteleinsatz war enorm, zwei Sachgebiete der LWF waren mit großen Anteilen ihrer Arbeitskapazität an dieser Bodeninventur beteiligt. Doch der Aufwand hat sich gelohnt. Eine kleine Leistungsschau steht am Anfang der Artikelreihe zur BZE.
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Die Bodenzustandserhebung - ihre Möglichkeiten und Grenzen
Die meisten im Forstberuf Tätigen kennen die forstliche Standortskartierung. Was unterscheidet nun die BZE-Daten von den in den Standortskarten enthaltenen Bodendaten? Gibt es nicht auch noch die Waldklimastationen und Bodendauerbeobachtungsflächen? Was ist das Alleinstellungsmerkmal und die Begründung für eine Bodeninventur wie die BZE? Wie verhält sich die BZE zu den übrigen Inventuren im Wald? Welche Informationen können wir dem BZE-Datensatz entnehmen und wo sind wir auf andere Informationsquellen angewiesen?
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Bunte Vielfalt bayerischer Böden
Die meisten unserer Leser werden die Bodenkunde schnell in Verbindung mit den Bodentypen bringen. Sie werden meist mit fremdartig klingenden Namen wie Rendzina, Gley oder Podsol bezeichnet. Die Bodensystematik beschreibt ihr Forschungsobjekt nach den sicht- und fühlbaren Eigenschaften mit den Methoden der Feldbodenkunde. Eine zentrale Rolle spielt darüber hinaus die Entstehungsgeschichte. Die Erhebungen der BZE zeigen uns ein buntes Bild von der Verteilung und Häufigkeit der Bodentypen im Wald.
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Organisch gebundener Kohlenstoff im Waldboden
Die Diskussion zur Klimaänderung bezieht seit einiger Zeit auch den organischen Kohlenstoff in Böden als CO2-Senke oder CO2-Quelle mit ein. Da Deutschland sich verpflichtet hat, im Rahmen des Kyoto-Protokolls die Bodenvorräte des organischen Kohlenstoffs zu erheben, erfährt diese Betrachtung eine bisher nicht dagewesene Brisanz. Verlässliche Werte können hier nur mit Hilfe von Inventuren wie der BZE 2 erhoben werden. Abgesehen von dieser »neuen Fragestellung« bieten Daten zum Boden-Kohlenstoff noch weitere wertvolle Informationen.
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Heute reichlich, morgen knapp: Wasser im Wald
Die Bedeutung des Wassers als Standortsfaktor kann man gar nicht hoch genug einschätzen. Was für ganze menschliche Gesellschaften gilt, hat auch im Wald seine Richtigkeit: Vom Wasser hängen sowohl die Existenzmöglichkeiten vieler Baumarten als auch besonders die Produktivität der Wälder ab. In der forstlichen Standortserkundung wurde daher viel Energie in die Erfassung des Wasserhaushalts investiert. Mit dem Klimawandel wird eine Entwicklung eingeleitet, die den Wasserhaushalt der Wälder empfindlich zum Schlechten verändern wird.
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Stickstoff - vom Mangel in den Überfluss
Informationen über Waldböden und Baumbestände zusammenzubringen, ist ein wesentliches Ziel der BZE 2. Den Nitrat-Konzentrationen im Boden wird deshalb die Stickstoffernährung der häufigsten Waldbaumart Fichte gegenübergestellt. In der Zusammenschau ergibt sich ein Bild über den aktuellen Zustand und mögliche Entwicklungen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Stickstoffproblematik trotz anderer heiß diskutierter Umweltthemen nicht aus dem Blickfeld verschwinden darf.
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Macht sauer wirklich lustig?
Bodenversauerung war eines der großen Themen der letzten zwei Jahrzehnte des letzten Jahrhunderts. Im Zusammenhang mit den neuartigen Waldschäden wurde oft auch der »Saure Regen« als Ursache genannt. Luftverunreinigungen belasten die Wälder bis heute mit Schwefel- und Stickstoffverbindungen. Wie sauer sind unsere Waldböden wirklich? Wie werden sich die Böden weiter entwickeln?
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Bodenschutzkalkung? Fraget die Bäume ...
Wird über »Neuartige Waldschäden« und Bodenversauerung gesprochen, folgt immer auch die Diskussion über Kalkung und Düngung im Wald. Ob diese Maßnahmen wirklich greifen, ist durchaus umstritten. Aufbauend auf aktuellen Bodeninformationen hat die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft eine Kalkungskulisse für Bayern erstellt. In dieser Karte wird die Kalkungsfähigkeit der Waldböden entsprechend der Tiefenfunktion der Basensättigung festgelegt.
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Maß halten
Mit Holz und Biomasse werden bei der forstwirtschaftlichen Nutzung nicht nur die begehrten Verbindungen des Kohlenstoffs, sondern auch beigemischte Nährstoffe aus dem Wald entfernt. Aus den Erfahrungen der Vergangenheit wissen wir, dass übermäßige Nutzung die Bodenfruchtbarkeit empfindlich verringert. Es gibt daher einiges zu beachten, will man in den Zeiten verstärkten Nutzungswillens die Leistungsfähigkeit des Produktionskapitals Waldboden erhalten.
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Heavy Metal in Bayerns Wäldern
Unter die im Rahmen der BZE 2 analysierten umweltwirksamen Elemente fallen auch mehrere Schwermetalle. Einige dieser Spurenelemente wie z. B. Kupfer und Zink sind essentielle Nährelemente, wirken aber bisweilen in hohen Konzentrationen toxisch. Blei und Cadmium dagegen sind für Lebewesen ab bestimmten Dosierungen und Einwirkungszeiten immer giftig. Die Eigenschaften dieser Schwermetalle unterscheiden sich und ihre Wirkung hängt nicht nur von der Konzentration ab.
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Bayerns Waldböden in gutem Zustand
Die ersten Ergebnisse der Zweiten Bodenzustandserfassung (BZE 2), die in diesem Heft vorgestellt werden, zeichnen für Bayern ein grundsätzlich positives Bild: Die bayerischen Waldböden sind weit überwiegend in einem hervorragenden Zustand. Dies ist nicht nur ein Erfolg des vorsorgenden Bodenschutzes im Rahmen einer naturnahen Forstwirtschaft, sondern auch der bayerischen Umweltvorsorgepolitik, insbesondere im Bereich der Luftreinhaltung. Unsere Waldböden bieten somit weiterhin eine optimale Grundlage für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder und den Erhalt der gesellschaftlich wichtigen Waldfunktionen, wie beispielsweise der Sicherung der Trinkwasserversorgung.
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Netzwerker und Mittler
Im April 2009 übernahm Heinrich Förster die Leitung der Geschäftsstelle des Zentrums Wald-Forst-Holz. Dies gibt Gelegenheit, einen Blick auf das zurückliegende Jahr zu werfen, aber auch den Blick nach vorne zu richten auf aktuelle Geschehnisse und zukünftige Planungen.
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Grünerle, Wildapfel & Co.
In einem vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz finanzierten Projekt werden derzeit die Vorkommen der seltenen Baumarten in Deutschland erfasst. Das Amt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht koordiniert bundesweit die Kartierung von Grünerle, Grauerle und Traubenkirsche. Zusätzlich wurde das ASP damit beauftragt, alle Vorkommen von Wildapfel und Wildbirne in den bayerischen Wäldern zu kartieren und zu dokumentieren.
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WKS-Witterungsreport und WKS-Bodenfeuchtemessungen
WKS-Witterungsreport: Nach einem kühl-nassen Mai läutete der Juni trotz »Schafskälte« den Sommer ein Hitzesommer ließ Wälder »schwitzen«
WKS-Bodenfeuchtemessungen: Kühlfeuchter Mai bewahrt die Waldböden vor Austrocknung im Juni und Juli
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Interforst 2010
Nach der Rekord-Interforst 2006 und trotz Wirtschafts- und Finanzkrise haben die Verantwortlichen für die Interforst 2010 eine noch größere Ausstellerfläche als 2006 gebucht – und das mit Recht. Die Aussteller machten mit zahlreichen Neuigkeiten und Weiterentwicklungen auf sich aufmerksam und gingen auf die aktuellen Anforderungen zum Beispiel beim Bodenschutz und bei der Energieholzernte ein.
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Weniger und dennoch genauer
Nach Jahren ohne Frassschäden wurde 2006 und 2009 wieder Frass der Fichtengespinstblattwespe festgestellt. Sehr starker Frass war auf wenige Bestände im Bayerischen Wald beschränkt. Da die Bestände in den bekannten Schadgebieten nicht mehr wie in den 1980er Jahren überwacht werden können, wurde ein neues, kostengünstiges Monitoringverfahren entwickelt.
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Weltenbummler und Luftakrobat
Ein Mauersegler-Sommer ist sehr kurz. Nur etwa drei Monate sind die waghalsigen Flugspiele des schiefergrauen Luftakrobaten über den Dächern der Dörfer und Städte zu beobachten und seine schrillen »Srih-srih-Rufe« hoch am Himmel zu hören. Bereits Ende Juli verläßt der Mauersegler - erst vor kurzem bei uns angekommen - seine mitteleuropäischen Sommerquartiere wieder in Richtung Süden, nach Afrika. Aber nicht nur sein kurzer Aufenthalt bei uns ist bemerkenswert. Der »fußlose Fußlose« ist auch Hungerkünstler und rasender Weitflieger.
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Kurz & Bündig - Kurzbeiträge in LWF aktuell 78
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