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Holz: Energie großgeschrieben - LWF aktuell Nr. 74
Produktion und Nachhaltigkeit von Holzenergie und Energieholz
Bereits 2005 und 2007 haben wir uns »brennend« für die das Thema Holzenergie und Energieholz interessiert und dieses Thema in LWF aktuell 48 und 61 aufgegriffen. Energie aus Holz wird als Teil der erneuerbaren Energien politisch heiß und auch fordernd diskutiert:
Wie viel kann der Wald als Energieträger zum Klimaschutz beitragen? Gibt es Grenzen und Nachteile für Holzenergie? Sind Waldbesitz und Gesellschaft bereit, mit Hilfe des Waldes das Klima zu retten?
Gründe genug, dass wir uns wieder einmal mit den Vorzügen, Techniken und den Problemen von Energieholz beschäftigen.
Die Bundesrepublik Deutschland hat sich mit der Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen um 40 Prozent gegenüber 1990 im Jahre 2020 ein ambitioniertes Ziel gesetzt. Gleichzeitig sind in den Sektoren Strom aus erneuerbaren Energien mit 30 Prozent, Wärme aus erneuerbaren Energien mit 14 Prozent Mindestziele für 2020 festgelegt worden. Um diese Ziele zu erreichen, schreibt das »Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz« verpflichtend die Nutzung erneuerbarer Energien im Neubau vor, flankiert mit dem Förderinstrument Marktanreizprogramm für die Wärmebereitstellung durch erneuerbare Energien im Altbau. Diese und andere Maßnahmen stellen die Grundlage für die Weiterentwicklung hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung dar, wobei Energieholz eine wichtige Rolle einnehmen wird.
Die teilweise divergierenden Interessen in Bezug auf die optimale Produktion von Energieholz und die Nachhaltigkeit von Holzenergie in all seinen Dimensionen bringen einen großen Informations- und Klärungsbedarf zum Thema energieholz für den Wirtschafter vor Ort und im Wald mit sich. Wir wollen mit diesem Heft über neueste Forschungsergebnisse und Entwicklungen informieren und dabei die Rolle von Energieholz aus dem Wald darstellen.
Schwerpunkt - Holzenergie
Holzenergie am Zentrum Wald-Forst-Holz
Sie sind die drei »Holzenergie-Experten« am Zentrum Wald-Forst-Holz in Weihenstephan: der Lehrstuhl für Forstliche Arbeitswissenschaft und Angewandte Informatik der TU München, der neu geschaffene Bereich »Holzenergie« der Fakultät Wald und Forstwirtschaft der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und das Sachgebiet »Holz und Logistik« der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft. Der Holzenergie-Dreiklang ist ein Paradebeispiel für ein effektives und harmonisch aufeinander abgestimmtes Team grundlagen- und praxisorientierter Wissenschaftler.
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Aktueller Stand der Novellierung der 1. Bundes-Immissionsschutz-Verordnung
Angestoßen von der EU-Rahmenrichtlinie 1999/30/EG wollte die Bundesregierung bereits in der vergangenen Legislaturperiode die Anforderungen an den Betrieb einer Holzfeuerstätte verschärfen und hat daher die Novellierung der Kleinfeuerungsverordnung in Angriff genommen. Nachdem im Dezember 2009 Bundesregierung und Bundestag den Nachbesserungswünschen des Bundesrates zugestimmt haben, fehlt nur noch die Unterschrift des Bundespräsidenten.
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Feinstaubmemissionen aus Holzheizungen
Vor allem kleine Holzheizungen stehen wegen ihrer Feinstaubemissionen in der Kritik. Zugleich sieht das Immissionsschutzrecht eine drastische Senkung der Feinstaubemissionen vor. Vor diesem Hintergrund untersuchte das TFZ die Feinstaubemissionen verschiedener häuslicher Holzfeuerungsanlagen und zeigt jene »Stellschrauben« auf, mit deren Hilfe das Ziel einer deutlichen Reduzierung der Feinstaubemissionen erreicht werden kann.
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Aktuelle Entwicklungen im Energieholz-Sektor
Nach der für Waldbesitzer positiven Entwicklung auf dem Energieholz-Sektor seit dem Jahr 2003 bis hin zur »Goldgräberstimmung« 2006 kam es im Jahr 2007 zu einem massiven wirtschaftlichen Einbruch in der Holzenergie-Branche, von dem sie sich zum Teil nur langsam erholte. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise sank der Heizölpreis wieder deutlich. Ist der Brennholz-Markt diesem Preistrend gefolgt?
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Energieholz-Ernte innovativ
Pflegerückstände gerade in jungen Waldbeständen sind auf Grund der hohen Kosten für die Pflegemaßnahmen leider keine Seltenheit. Sammelaggregate bieten mit ihrer neuen Funktionsweise eine interessante Möglichkeit, bisher zurückgestellte Flächen effizient zu pflegen. Diese innovativen Arbeitsverfahren schließen damit manche Lücke im vielerorts so erbarmungslosen »Stück-Masse-Gesetz«.
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Versorgung von Biomasseheiz(kraft)werken mit Wald-Hackschnitzeln
Die energetische Nutzung von Holz hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Dies zeigt sich auch an der Zunahme von Biomasseheiz(kraft)werken zur Gewinnung von Wärme bzw. Wärme und Strom, in denen Waldhackschnitzel verbrannt werden. Die Bereitstellung von Waldhackschnitzeln sowie die Beteiligung bei Biomasseheiz(kraft)werken bietet den Waldbesitzern mehrere Chancen. Sie können geringerwertige Holzsortimente absetzen sowie an der Wertschöpfungskette zur energetischen Holzverwertung teilnehmen.
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Ökobilanz Wald-Hackschnitzel
Die Gewinnung von Energie aus nachwachsenden Energieträgern wie Hackschnitzeln wird meist ökologisch positiv gesehen und bewertet. Zusätzlich wird der Einsatz von Biomasse in der Regel als klimaneutral betrachtet, da die Bäume bei der Holzproduktion diejenige Menge an Kohlendioxid (CO2), die bei der Verbrennung wieder freigesetzt wird, zuvor der Atmosphäre entzogen haben. Diese immer wieder betonte CO2-Neutralität verleitet jedoch leicht dazu, weitere Optimierungsmöglichkeiten in den Bereitstellungsverfahren zum Beispiel der Waldhackschnitzel, in der Logistik und der Lagerung sowie in der Verbrennungstechnologie nicht mehr zu beachten.
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Biomasse-Heiz(kraft)werke der Bayerischen Staatsforsten AöR
Die konsequente Nutzung regenerativer Energien, d. h. die Energieerzeugung aus Biomasse, Wind-, Sonnen- und Wasserkraft sowie auch von Geothermie, ergibt sich für die Bayerischen Staatsforsten aus der Verpflichtung gegenüber der Nachhaltigkeit und dem Staatsforstengesetz. Aus diesem Grund entwickeln, bauen und betreiben die Bayerischen Staatsforsten gemeinsam mit Projektpartnern Biomasse-Heiz(kraft)werke in ganz Bayern. Am 30. Oktober 2009 nahmen die Bayerischen Staatsforsten das erste Biomasse-Heizkraftwerk offiziell in Betrieb.
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Verwertung und Beseitigung von Holzasche
Fragen zum richtigen Umgang mit der Holzasche sind seit über zwei Jahrzehnten ein Dauerbrenner. Allein in Bayern fallen derzeit jährlich etwa 70.000 Tonnen Holzasche an. Bei Verwertung und Beseitigung sind wichtige rechtliche Bestimmungen zu beachten. Für die Verwertung als Düngemittel im Wald sind unbehandelte Holzaschen nicht geeignet. Über den aktuellen Stand zum Umgang mit Holzaschen informiert ein Merkblatt des Bayerischen Landesamtes für Umwelt.
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Wald - Wissenschaft - Praxis
Dauerwald und Ökonomie
Im Dauerwald setzen die Waldbauer auf die Selbsterneuerungs- und Selbstregulierungskräfte der Natur. Vor allem seine Stabilität ist ein Schlüsselfaktor für den finanziellen Erfolg. Gerade bei uns in Mitteleuropa sind die ökonomischen Vorteile des Dauerwaldes offensichtlich. Dennoch trauen die forstlichen Praktiker dem Dauerwald mitunter nur wenig zu.
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WKS-Witterungsreport: Altweibersommer gefolgt von einem Oktober der Gegensätze
Im September gab es heuer einen ausgeprägten »Altweibersommer«. Die Temperatur zeigte an den Waldklimastationen ein Plus von +0,8 Grad gegenüber dem langjährigen Durchschnitt und es fiel 30 Prozent weniger Niederschlag als normal. Damit setzte sich die Trockenheit vom August fort. Der Oktober war feucht-kühl undwechselhaft, zunächst noch spätsommerlich, dann brachte er schnell Schnee bis in die Niederungen.
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WKS-Bodenfeuchtemessungen: Ein »Oktoberfest« für die Waldböden
Auch wenn es im Sommer zunächst nicht so aussah - im Herbst wurde es dann doch noch eng mit der Wasserversorgung der Wälder. Bis Anfang Oktober waren die Waldböden so trocken wie noch nie in dieser Jahreszeit. Ab Mitte Oktober folgte jedoch die Wiederbefeuchtung in zwei Schritten, so dass die Wasservorräte im November wieder im »Normalbereich« lagen.
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Veränderungen in einem Buchenwald jenseits der Hiebsreife
Bei den Bemühungen zum Erhalt der Biodiversität in unseren Wäldern kommt dem Totholz als Lebensgrundlage für viele Arten eine Schlüsselrolle zu. Daher wird auch ein gewisser Totholzanteil bei der »naturnahen« Bewirtschaftung der Wälder angestrebt. Doch wie viel davon ist naturnah? Hier spielen die Naturwaldreservate als Referenz für den »Naturzustand« eine wichtige Rolle, in vielen Fällen muss jedoch der Naturzustand erst noch erreicht werden. Nirgends sonst kann man beobachten, wie die Anreicherung mit Totholz sowie das Wachstum und Absterben in Beständen jenseits der Hiebsreife ohne steuernde Eingriffe verläuft.
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Gastbaumarten für Bayern gesucht
Bis zum Ende dieses Jahrhunderts müssen wir in Bayern mit einem Anstieg der Jahresmitteltemperatur um mindestens zwei Grad rechnen - bei einem gleichzeitigen Rückgang der Sommerniederschläge. Dies kann sich erheblich auf die künftige Baumartenzusammensetzung der Wälder auswirken. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche Gastbaumarten zukünftig das heimische Baumartenspektrum ökologisch und ökonomisch sinnvoll ergänzen. Dazu wurde an der LWF und dem ASP ein »Drei-Filter-Verfahren« zur Auswahl forstwirtschaftlich interessanter und für bayerische Verhältnisse klimagerechter Baumarten entwickelt, die in anstehenden Versuchsanbauten eingehend waldbaulich und ertragskundlich beurteilt werden.
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Bayern hat der Wildkatze viel zu bieten
In manchen Regionen Bayerns gibt es geeignete Lebensräume für die Wildkatze, soviel steht fest. Nachweise von Wildkatzenvorkommen in einzelnen Wäldern Nord- und Ostbayerns bestätigen dies. Aber sind bayerische Wälder insgesamt für unsere kleinste heimische Raubkatze überhaupt attraktiv? Die Bayerische Forstverwaltung will mit ihrem Aktionsplan die Wildkatzen in Bayern fördern. Ein wichtiges Zwischenziel dabei ist, die Verbreitung der Wildkatze zu ermitteln. Dafür greift der Aktionsplan auf ein neu entwickeltes Habitatmodell zurück, das die potentiellen Verbreitungsgebiete dieser Wildart in Bayern errechnet.
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Forstliches Gutachten zur Situation der Waldverjüngung 2009
Im Frühjahr 2009 erhob die Bayerische Forstverwaltung in ganz Bayern auf über 20.000 Verjüngungsflächen an fast zwei Millionen Forstpflanzen die Verbisssituation. Trotz des leichten Rückgangs gegenüber der letzten Erhebung im Jahr 2006 stagniert die Verbissbelastung auf einem immer noch hohen Niveau. Auf Grundlage dieser Verbissinventur fertigten die zuständigen Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten die hegegemeinschaftsweisen »Forstlichen Gutachten zur Situation der Waldverjüngung « und legten sie im Oktober 2009 den unteren Jagdbehörden als Grundlage für die Abschussplanungen vor.
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Testbetriebsnetz 2008: Gewinneinbruch bei Privat- und Körperschaftswald
Das Wirtschaftsjahr 2008 schlossen die bayerischen Teilnehmer am Testbetriebsnetz Forstwirtschaft zwar insgesamt mit einem positiven Ergebnis ab. Privat- und Körperschaftswald erreichten allerdings die Spitzenwerte aus dem Jahr 2007 bei weitem nicht mehr. Der Privatwald erzielte einen Reinertrag von 176 Euro je Hektar (ohne Fördermittel). Der Holzeinschlag verminderte sich gegenüber dem Vorjahr von 12,2 auf 10,1 Festmeter je Hektar. Der Körperschaftswald erzielte mit 29 Euro je Hektar Reinertrag (ohne Fördermittel) ein weit bescheideneres Betriebsergebnis als im Vorjahr. Der Einschlag ging von 8,8 auf 8,0 Festmeter je Hektar weiter zurück. Der Staatswald steigerte hingegen den Reinertrag auf 132 Euro je Hektar und übertraf damit das gute Ergebnis aus dem Vorjahr.
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Bayerns Waldbesitzer drückten 2008 beim Holzeinschlag auf die Bremse
2008 war in allen Besitzarten ein Rückgang der eingeschlagenen Holzmengen zu verzeichnen. Wurden im Jahr 2007 noch 21,2 Millionen Festmeter genutzt, so lag der Holzeinschlag im zurückliegenden Jahr bei 17,6Millionen Festmeter. Auf Grund der großen Sturmholzmengen, hoher Lagerbestände und sinkender Holzpreise reagierten viele Waldbesitzer mit einem eher zurückhaltenden Holzeinschlag.
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Kurz & Bündig
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