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StMELFLWF → Neue Arten - Neozoen und Neophyten in Wald und Forst
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Neue Arten in Bayern - LWF-aktuell 73

Schöne fremde Welt - Neue Arten kommen nach Bayern

Neue Arten - LWFaktuell 73

Bereits vor nunmehr fünf Jahren haben wir uns im LWF aktuell Heft 45 mit der Thematik »Neue Arten in Bayern - Bereicherung oder Bedrohung für unsere Wälder?« beschäftigt. Unterdessen hat sich auf dem Sektor auch im Hinblick auf weitere Neue Arten, die zu uns gelangt sind, und hinsichtlich der Bewertung der Neophyten und Neozoen einiges getan. Grund genug, dass wir uns wieder einmal mit eingewanderten und verschleppten, aber auch mit wiederheimgekehrten Tier- und Pflanzenarten - den Neobiota - in unseren Wäldern beschäftigen wollen.

Eingeschleppte Tier- und Pflanzenarten und Neue Arten ganz allgemein werden in jüngster Zeit in den Medien oft als Eindringlinge dargestellt. Bisher sind in Deutschland weit mehr als 1000 "neue" Tierarten (Neozoen) nachgewiesen, von denen bereits über ein Viertel in unserer Natur fest etabliert sind. Bei den meisten der behandelten und diskutierten Neophyten und Neozoen handelt es sich um besonders auffällige oder besonders schadensträchtige Neue Arten vor allem in der Landwirtschaft. Die besondere Bedeutung des Waldes und der dort eingeschleppten bzw. eingeführten Neobiota kommt bei den meisten Untersuchungen viel zu kurz. Die Beiträge in diesem Heft beschäftigen sich daher vorrangig mit neuen Neophyten und Neozoen, die auch für Wald und Forstwirtschaft von Bedeutung sind.

Begriffsdefinitionen Neue Arten

  • Neobiota
    Dieser Begriff steht für Neue Arten ganz allgemein. Lebewesen also, die seit 1492 (Entdeckung Amerikas) durch den Menschen absichtlich oder zufällig, in für sie auf natürlichem Wege unerreichbare Gebiete, gelangt sind und sich erfolgreich fortpflanzen und ausbreiten.
  • Neozoen
    Neozoen sind die Tierarten, die nach der Definition für Neue Arten nach dem Jahr 1492 unter direkter oder indirekter Mitwirkung des Menschen in ein bestimmtes Gebiet gelangt sind und dort wild leben.
  • Neophyten
    Neophyten sind Neue Arten aus dem Pflanzenreich. Dieser Begriff steht also für seit der Entdeckung Amerikas eingeschleppte oder eingebürgerte Pflanzenarten. Neben besonders auffälligen Arten wie der Kanadischen Wasserpest (Elodea canadensis) oder dem Indischen Springkraut (Impatiens glandulifera) zählen auch forstlich relevante Baumarten wie Roteiche (Quercus rubra), Strobe (Pinus strobus) und Douglasie (Pseudotsuga menziesii) zu den Neophyten.
  • Neomyceten
    Seit 1492 eingeschleppte Pilze, von denen es immerhin schon mehr als 41 nicht heimische Großpilze in Deutschland gibt.
  • Invasive Arten
    Invasive Arten sind gebietsfremde (allochthone) Neue Arten, die in die in heimische (autochthone) Pflanzen- oder Tiergemeinschaften eindringen, sie stören oder gar zerstören. Als Beispiel für invasive Arten können der Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum) oder der Ochsenfrosch (Rana catesbeiana) gelten.
  • Archäophyten und Archäozooen
    Archäophyten bzw. Archäozoen sind bereits in prähistorischer oder frühester historischer Zeit in einem Gebiet eingebürgerte Neue Arten. Die meisten dieser Arten wurden mit dem Ackerbau und den größeren Siedlungen seit der Jungsteinzeit eingeschleppt bzw. eingebürgert. Dazu zählen viele Kulturpflanzen wie Weizen oder Wein sowie die meisten Ackerunkräuter (Kornblume etc.). Aber auch Baumarten wie Esskastanie (Castanea sativa) und Walnuss (Juglans regia) wurden schon zur Römerzeit in klimatisch begünstigten Gebieten Deutschlands kultiviert und werden heute nur noch von den wenigsten Menschen als "Neue Arten" empfunden.

 

Links und Hinweise

Schwerpunkt - Neue Arten in Bayern

 
Neophyten im Wirtschaftswald
Kleines Bild Wissenschaftler untersuchen den Einfluss der Waldbewirtschaftung auf Neue Arten, insbesondere die Verbreitung von Neophyten im Wald: Zwölf Prozent der in Bayern vorkommenden Pflanzenarten stammen ursprünglich aus fremden Ländern und zählen zur Gruppe der Neophyten. In dem Landschaftelement Wald ist der Anteil an Neophyten jedoch deutlich geringer. Aber auch im Wald gibt es hinsichtlich Verbreitung und Verteilung der Neophyten große Unterschiede. weiter »
 
Miniermotten, Citrusbock und Webebär - Neue Arten ante portas
Kleines Bild In Deutschland gibt es über 1.000 eingebürgerte Tierarten. Sie werden vor allem durch den globalisierten Handel nach Mitteleuropa verschleppt. Auch der Temparaturanstieg im Zuge der Klimaerwärmung macht es wärmeliebenden neuen Arten möglich, sich bei uns dauerhaft anzusiedeln. Aber nicht jede dieser Arten stellt auch eine Bedrohung der heimischen Natur dar. Derzeit gelten etwa fünf Prozent der Neozoen in Deutschland als invasiv. Dennoch darf unsere Aufmerksamkeit, vor allem bei den Quarantäneschädlingen, nicht nachlassen. weiter »
 
Lindenminiermotte - ein neuer Schädling entdeckt Europa
Kleines Bild Seit 2001 ist die aus Japan stammende Lindenminiermotte in Deutschland nachgewiesen. Von den sechs in Deutschland neozoischen Faltenminiermotten ist sie die einzige Art, die neben den aus ihrer alten Heimat stammenden auch einheimische Pflanzenarten befällt. Die Lindenminiermotte besiedelt alle Baumarten der Gattung Tilia. Eine rasche Verbreitung über das gesamte europäische Festland wird erwartet. Beobachtungen zur Parasitierung deuten auf eine wesentlich geringere Bedeutung als bei der Rosskastanienminiermotte hin. weiter »
 
»Mattschwarze Tannenrindenlaus« erobert Wälder, Parks und Gärten
Kleines Bild Im Jahr 2007 sorgte sie in manchen Regionen Deutschlands und der Nachbarländer für große Aufregung, als die Mattschwarze Tannenrindenlaus in teils riesigen Kolonien in Gärten und Parks an Tannen und Fichten beobachtet wurde. Die in Nordamerika beheimatete Rindenlaus wurde erstmals im Jahr 2000 in Deutschland nachgewiesen. weiter »
 
Die Auwaldzecke breitet sich aus
Kleines Bild Noch vor 30 bis 40 Jahren galt die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) in Deutschland als Rarität. In den letzten zehn Jahren wurde diese Spezies in Deutschland jedoch häufig nachgewiesen. Im Zuge der Klimaerwärmung breitet sie sich immer weiter nach Norden aus. Während von dem ebenfalls zu den Zecken zählenden Gemeinen Holzbock auch für den Menschen eine große gesundheitliche Gefährdung ausgeht, hat der Mensch von der Auwaldzecke wenig zu befürchten, denn sie sticht ihn äußerst selten. Sehr gefährlich kann ein Stich der Auwaldzecke jedoch für Hunde sein, ist diese Zeckenart doch ein potentieller Überträger der Hundemalaria. weiter »
 
Wisent auf Herbergssuche
Kleines Bild Der Wisent ist das größte Landsäugetier Europas. In den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts rottete der Mensch die letzten freilebenden Wisente aus. Der 1923 in Frankfurt gegründeten Internationalen Gesellschaft zur Erhaltung des Wisents ist es zu verdanken, dass 54 Wisente in zoologischen Gärten und Privatgehegen überleben konnten. Mit ihnen, die auf nur zwölf Gründertiere zurückgehen, wurde die heutige Population aufgebaut. Die ersten Wisente wurden 1952 wieder im polnischen Bialowieza ausgewildert. Heute leben weltweit insgesamt etwa 3.000 Tiere. weiter »

Wald - Wissenschaft - Praxis

 
Im »Zauberwald«
Kleines Bild Der Zauberwald unter dem Leitmotiv Mensch-Wasser-Umweltwahrnehmung zeigt in einem Rundweg in den Isarauen bei Moosburg 15 Land-Art-Kunstwerke, die aus natürlichen Materialen gefertigt wurden. Die Kunst-Objekte akzentuieren die Beschaffenheit des Auwaldes und verschmelzen mit diesem zu einem Natur-Kunst-Erlebnis. Studierende der TU München gestalteten diesen Kunstpark in Kooperation mit bekannten Land-Art-Künstlern. weiter »
 
Überraschendes von einem alten Bekannten
Kleines Bild Am 17. und 18. Juni 2009 fand im bayerischen Garmisch-Partenkirchen die bundesweite Tagung zum diesjährigen Baum des Jahres, dem Bergahorn, statt. Die etwa 100 Teilnehmer erfuhren in Vorträgen, Ausstellungen und Führungen viele überraschende Aspekte dieser allgegenwärtigen Baumart. Die Tagung veranstaltete die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft zusammen mit der Dr.-Silvius-Wodarz-Stiftung »Menschen für Bäume«, der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und dem Bayerischen Forstverein. weiter »
 
Der Goldafter - »Reizende« Raupen
Kleines Bild Der Goldafter gehört zur Familie der Trägspinner wie auch Schwammspinner, Nonne und Buchenrotschwanz. Allerdings erreicht der Goldafter bei weitem nicht die forstliche Bedeutung dieser Arten. Raupenhaare und Puppengespinste können auf Grund ihrer Nesselwirkung Hautreizungen und allergische Reaktionen auslösen. In der Schweiz musste sogar schon eine Autobahn wegen der kleinen Goldafter-Raupen gesperrt werden. weiter »
 

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Kleines Bild aus dem Zentrum Wald-Forst-Holz weiter »