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Waldschutz im Klimawandel - LWF aktuell 72
Waldschutz ist eine Kernaufgabe der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft
Nicht erst seit den Stürmen Kyrill und Emma ist die Waldschutz-Situation in den bayerischen Wäldern angespannt.
Neben einer Vielzahl alter Forst-Schädlinge wie dem Borkenkäfer bereitet den Waldschutz-Experten darüber hinaus der Klimawandel große Sorgen: Trockenheit und Dürre schwächen die Abwehrkräfte der Bäume und fördern Waldschädlinge wie Insekten und Pilze. Das parasitische Verhalten bisher unauffälliger Pilzarten wie z.B. das seit einigen Jahren intensiv auftretende Eschentriebsterben (Chalara fraxinea) zeigt, wie schnell gerade Pilze als neue Schaderreger für den Waldschutz relevante Bedeutung erreichen können.
Wärmeliebende Forstinsekten beschäftigen den Waldschutz immer stärker. In der Öffentlichkeit tritt v.a. der Eichenprozessionsspinner wegen der gesundheitsschädlichen Wirkung der Brennhaare seiner Raupen in den Vordergrund.
Auch die Globalisierung bringt Gefahren für unsere Wälder und neue Aufgaben für den Waldschutz. Gerade mit Verpackungsmaterial aus Holz werden immer wieder fremde Arten eingeschleppt. So machten in den letzten Jahren der Kiefernholznematode, der Asiatische Laubholzbockkäfer und der Citrusbockkäfer von sich reden. Diese EU-Quarantäneschädlinge fordern besondere Aufmerksamkeit. Daher arbeiten die für Pflanzengesundheit zuständige Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft und die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft bei den notwendigen Kontrollen und Prognosen intensiv zusammen.
Der Waldschutz ist ein Kernbereich des Aufgabenspektrums der LWF. Unsere Waldschutz-Fachleute unterstützen mit ihren Bestimmungs-, Prognose- und Bekämpfungshinweisen die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und damit auch die von Borkenkäfern oder anderen Forstschädlingen betroffenen Waldbesitzer.
Umgekehrt sind jedoch auch die Experten vom Waldschutz auf Sie als aufmerksame Beobachter vor Ort angewiesen. Mit Ihren Meldungen aus der Praxis kann auf Auffälligkeiten im Gesundheitszustand der Wälder schnell und zuverlässig reagiert werden. Die Aufgaben für den Waldschutz sind nicht geringer, sondern größer geworden. Wir arbeiten gemeinsam für gesunde, stabile und krisenfeste Wälder.
Schwerpunkt Waldschutz
Klimaänderung und Forstschädlinge
Bei den Auswirkungen des Klimawandels auf die Forstwirtschaft und im Speziellen für den Waldumbau ist die Waldschutz-Situation eine der zentralen Fragen. Bevor Bäume an den Folgen von Temperaturerhöhungen oder Niederschlagsdefiziten absterben, werden Forstschädlinge wie der Borkenkäfer die klimabedingte Schwächung der Bäume erkennen und für sich zu nutzen suchen. Mit welchen Forstschädlingen müssen wir in Zukunft rechnen und wie können wir Schadereignissen rechtzeitig vorbeugen bzw. ihr Ausmaß minimieren? Antworten auf diese Fragen erarbeitet derzeit das Sachgebiet »Waldschutz« der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft in seinem Waldschutz-Klimaprojekt.
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Forstliche Quarantäneschädlinge
In den vergangenen zehn Jahren wurden in der Europäischen Union mehrere für Wald und Forst relevante Quarantäneschadorganismen festgestellt. Um eine Ausbreitung zu verhindern, ist ein Monitoring dieser Schädlinge unbedingt notwendig. Fünf für die Forstwirtschaft besonders interessante Arten werden hier kurz vorgestellt: Der Kiefernholznematode, die Pilze Phytophthora ramorum und der Kiefern-Pechkrebs sowie die Japanische Esskastaniengallwespe und der Citrus-Bockkäfer.
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Die Nadel im Heuhaufen
Auf Grund der anhaltenden Meldungen über Funde des Asiatischen Laubholzbockkäfers im Gebiet um Braunau/Oberösterreich arbeitet die LWF beim Monitoring im Auwald bei Simbach am Inn mit der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und österreichischen Waldschützern zusammen. Das Monitoring beim Kiefernholznematoden wurde bayernweit intensiviert. Bei Phytophothora unterstützt die Waldzustandserhebung die Überwachungsmaßnahmen.
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Allergien durch Insekten und Pilze
Allergische Erkrankungen gibt es vermutlich so lange, wie es Menschen gibt. Pollen, Nickel, Lebensmittel, Tierhaare oder Hausstaub - wir kennen mittlerweile eine Vielzahl von Stoffen, die Allergien hervorrufen können. Die bekannteste allergische Erkrankung ist wohl der Heuschnupfen. Doch auch Insekten und Pilzen können Allergien verursachen. Von einigen Arten geht dabei ein erhebliches Sensibilisierungsrisiko für allergische Reaktionen aus.
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Das Borkenkäferjahr 2009
Das Borkenkäferjahr 2009 war bis August 2009 stark von dem wechselhaften Wetter der vergangenen Monate geprägt. Nachdem der heiße April Schlimmeres befürchten ließ, bremsten wechselhafte Witterung und Starkregenereignisse das Befallsgeschehen. Allerdings behinderten Starkregen und Gewitterstürme auch eine erfolgreiche Befalls- und Bohrmehlsuche, verzögerten Rindenabfall und Nadelverfärbungen und erschwerten damit die Bekämpfungsmaßnahmen des Waldschutzes.
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Die Douglasie - Waldschutz-Risiken für die robuste Baumart aus Nordamerika
Schadinsekten an der Douglasie in Nordamerika und Europa. Was kommt auf uns zu? Angesicht der Herausforderung des Klimawandels für die Forstwirtschaft ist der Wunsch nach sicheren Aussagen zu den Waldschutzrisiken an der Douglasie verständlich. Allerdings lassen sich kaum Prognosen zu zukünftigen Gefahren erstellen. Erst mit der Zunahme der Douglasien-Anbaufläche wird sich zeigen, wie sich die einheimischen Schaderreger verhalten werden. Risiken bergen vor allem Douglasienschädlinge aus Nordamerika, wenn diese in der Zukunft eingeschleppt werden sollten
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Tierische Nutznießer an der Mischwald-Baumart Bergahorn
Der Bergahorn wurde zum Baum des Jahres 2009 erwählt. Im folgenden Beitrag werden einige Tierarten vorgestellt, die entweder auf die Gattung Acer (Ahorn) spezialisiert sind oder in den letzten Jahren in Bayern häufiger an Bergahorn beobachtet wurden. Wichtigster tierischer Gefährdungsfaktor der Baumart Bergahorn ist der Wildverbiss. Bergahorn ohne Schutzmaßnahmen im Wald zu verjüngen gelingt nur bei angepassten Wilddichten.
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Läuse an Nadeln und Trieben der Tanne
Landwirte denken bei Insekten und Schädlingen sofort an Läuse, Forstleute eher an Borkenkäfer und Schmetterlinge. Schäden durch Läuse spielen in der Forstwirtschaft in der Regel eine untergeordnete Rolle, aber wie immer bestätigt eine Ausnahme die Regel - und zu diesen Ausnahmen zählen die Läuse an der Weißtanne wie Tannentrieblaus und Tannenstammlaus.
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Forschungsprojekte zu Waldbrand im Zeichen den Klimaerwärmung
Waldbrände spielen im Waldschutz derzeit in Deutschland im Vergleich zu anderen biotischen und abiotischen Bedrohungen fürWaldbestände, wie Insekten- und Sturmschäden, noch eine untergeordnete Rolle. Dennoch können sie beträchtliche Schäden hervorrufen, wie eine Analyse historischer Daten zeigt. Besonders wichtig sind in diesem Zusammenhang die Auswirkungen des Klimawandels und Veränderungen in der Bestockung, denen in einem aktuellen Forschungsprojekt an der TU München nachgegangen wird.
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Mehr Misteln an der Kiefer - Ergebnis des Klimawandels?
Misteln befallen zunehmend Laub- und Nadelbäume - sind sie bereits Vorboten des Klimawandels? Im letzten Jahrzehnt häufen sich Beobachtungen des Mistelbefalls sowohl an Laub-Baumarten als auch an Nadelbäumen. Voraussetzung für einen Befall ist eine Schwächung ihrer Wirtspflanze, zum Beispiel der Kiefer. Experten des Waldschutz rechnen bei einem Anstieg der Sommertemperaturen und vermehrten Trockenheitsereignissen mit einer weiteren Zunahme der Mistel an der Kiefer rechnen.
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Waldmaikäfer - erstmalig auch an Fichte
Bereits in einer Waldschutz-Karte aus dem Jahr 1957 ist ein Waldmaikäferstamm südwestlich der bayerisch-hessischen Grenze bei Hanau dokumentiert. Inzwischen ist diese Maikäferpopulation mit hohen Bestandsdichten auch in die östlich gelegene bayerische Mainebene bei Alzenau vorgedrungen - Waldschutz-Experten der LWF gewinnen neue, überraschende Erkenntnisse.
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Wald - Wissenschaft - Praxis
Forstliches Vermehrungsgut im Bergwald
Sicherung der Versorgung mit Hochlagenherkünften. Die Schutzwaldsanierung und der Waldumbau im Bergwald benötigen geeignete Hochlagenherkünfte mit einem breiten genetischen Potential. Doch die Erntemöglichkeiten in den Hochlagen der Bayerischen Alpen sind meist unterdurchschnittlich.
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Witterungsreport der Waldklimastationen für Mai/Juni 2009
Dem großen »Durst« folgte mit Blitz und Donner die feuchte Dusche. Der warme Mai brachte viele Gewitter, ein durchschnittlich temperierter Juni zeigte sich regnerisch im Südosten und trocken im Nordwesten. Ein außergewöhnliches Erlebnis für viele Bayern: Die »Distelfalter-Invasion"!
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»Phänologische Kamera« im Wald
In Bayerns Wäldern geht jetzt die erste »Phänologische Kamera« in Betrieb. Sie wurde an der Waldklimastation in Freising installiert, um die Beobachtung der Vegetationsentwicklung zu intensivieren und zu automatisieren. Gerade im Zeichen des Klimawandels sind phänologische Zeitreihen ein wichtiger Indikator für die Reaktion der Natur auf veränderte Umweltbedingungen. Deshalb werden jetzt auch im Rahmen der Neuausrichtung des forstlichen Umweltmonitorings in Europa verstärkt digitale Überwachungskameras im Wald eingesetzt.
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Aufforstungen auf ehemaligen Schadflächen im Bergwald
18 Jahre lang beobachteter Versuch gibt Antworten zu Aufforstungen im Gebirge
Um den Bergwald und seine wichtige Schutzfunktion zu erhalten, kommt es besonders darauf an, Kahlflächen zu vermeiden. Verlichtungen oder Kahlflächen im hochmontanen Bergwald müssen insbesondere bei fehlender Naturverjüngung möglichst schnell wieder durch Pflanzung künstlich in Bestockung gebracht werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die waldbaulichen Maßnahmen im Schutzwald ökologisch sinnvoll und ökonomisch gerechtfertigt sind.
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Miteinander diskutieren, Konflikte lösen und gemeinsam handeln
Umweltpolitik braucht die intensive Beteiligung aller Betroffenen, um erfolgreich zu sein. Ein österreichisch-bayerisches INTERREG-Projekt sucht nach neuen Möglichkeiten des Bergwald- und Schutzwald-Managements. Es unterstützt in Schutzwaldplattformen (Tirol) und Bergwaldforen (Bayern) alle vor Ort Beteiligten, im Wege einer verbesserten Kommunikation die Aufgaben des Managemants im Bergwald und Schutzwald zum Wohle der Allgemeinheit zu meistern.
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Wiederaufforstung mit Edel-Laubbäumen
Eine Untersuchung von 33 Eschen- und Bergahorn-Jungbeständen auf 20 Sturmwurfflächen in Bayern zeigte, dass diese als anspruchsvoll beschriebenen Laubbäume auf einem erstaunlich breiten Standortsspektrum wachsen. Saure Standorte ohne zusätzliche Nährstoffzufuhr, (mäßig) trockene sowie (stark) wechselfeuchte Standorte sind jedoch als bedenklich einzustufen. Extensive, aber rechtzeitig geführte Pflegeeingriffe sind notwendig, um die Edel-Laubbäume Esche und Bergahorn gegenüber konkurrierenden Baumarten zu erhalten.
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Kurz & Bündig
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