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Natura 2000, Biodiversität im Wald und Klimawandel - LWF-aktuell Nr. 69

LWF - aktuell 69: Natura 2000, Biodiversität im Wald und Klimawandel
Schwerpunkt "Natura 2000 in Wald und Forstwirtschaft"
Vor 30 Jahren, am 2. April 1979 veröffentlichte die Europäische Union die Vogelschutzrichtlinie. Sie ist das älteste Rechtsinstrument, um die Artenvielfalt in der Europäischen Union zu sichern. 15 Jahre später, im Jahre 1992, verabschiedete die EU die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie. Beide Richtlinien zusammen bilden den Rahmen europäischer Politik für Naturschutz und Biodiversität auch im Wald. Die Schutzgebiete beider Richtlinien sollen in ganz Europa ein kohärentes ökologisches Netz bilden – bekannt als Natura 2000.
Bayern hat bislang 797.000 Hektar FFH- und Vogelschutzgebiete an die EU nach Brüssel gemeldet. Dies entspricht 11,3 Prozent der Landfläche des Freistaates. In der Regel liegen diese Gebiete im ländlichen Raum. Die Vorschriften zu Natura 2000 sind so ausgerichtet, dass sie einen hohen Schutz für bestimmte Lebensräume und Arten bieten, gleichzeitig aber ein naturverträgliches Wirtschaften weiterhin ermöglichen. Darauf ist auch das Gebietsmanagement abzustellen. Die Bewirtschaftung in Natura-2000-Gebieten darf daher nicht mit unerfüllbaren Auflagen oder unverhältnismäßigem Verwaltungsaufwand erschwert oder gar verhindert werden, sondern soll in einer den Erhaltungszielen verträglichen Art auch weiter möglich sein. Denn nur stabile und funktionierende Ökosysteme liefern nachhaltig Rohstoffe für die Warenproduktion oder auch häufig lebenswichtige Dienstleistungen wie Lawinen- und Hochwasserschutz oder Kohlendioxidspeicherung im Rahmen des Klimaschutzes.
Bayern ist eines der wenigen Bundesländer, das sich das Natura-2000-Gebietsmanagement zwischen der Naturschutzund der Forstverwaltung aufgeteilt hat. Die Bayerische Forstverwaltung ist für rund 450.000 Hektar zuständig. Wichtige Arbeitsgrundlagen aber auch Koordinierungsaufgaben werden an der LWF erarbeitet. Dieses Heft gibt Ihnen einen Überblick über die vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen, die es im Zusammenhang mit Natura 2000 und dem Schutz des europäischen Naturerbes zu bewältigen gilt.
Natura 2000 - eine Gemeinschaftsaufgabe im Wald
Bayern hat elf Prozent seiner Landesfläche als Natura-2000-Flächen an die EU gemeldet. Die naturschonende Wirtschaftsweise
der Landwirte und Waldbesitzer ermöglichte eine Ausweisung in dieser Größenordnung. Verantwortlich für Natura 2000 sind
in Bayern die Naturschutz- und die Forstverwaltung. Gemeinsam setzen beide Verwaltungen Natura 2000 mittels Managementplänen
praxisorientiert und im Dialog mit den Grundbesitzern um.
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Natura 2000, Biodiversität und Klimawandel
Das Netzwerk Natura 2000 ist der europäische Beitrag zu einer globalen Strategie, dem weltweiten Verlust an biologischer Vielfalt möglichst rasch Einhalt zu gebieten. Ihm liegt der Gedanke zugrunde, Lebensraumtypen und Arten dort zu schützten, wo sie europäisch oder gar weltweit betrachtet ihren Verbreitungsschwerpunkt haben.
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Arterfassung in Wald-FFH-Gebieten
Die Forstverwaltung stellt sich den neuen hoheitlichen Aufgaben für eine große europäische Vision. So großflächig und systematisch wie im Rahmen von Natura 2000 wurden in Bayerns Wäldern noch nie Tier- und Pflanzenarten kartiert. Dies ist eine große Herausforderung für die Forstverwaltung, bei der man neue Wege beschreitet und unkonventionelle Methoden entwickelt.
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Wald als FFH-Lebensraumtyp
Wann ist ein Wald ein Wald und wann ist ein Wald ein FFH-Lebensraumtyp? Erst nach Klärung dieser Fragen können die naturnah bestockten Wälder in den FFH-Gebieten, d.h. wichtige Kernvorkommen des europäischen Naturerbes, erfasst werden. Die Kriterien sind festgelegt und bilden die Grundlage für die Erfassung von FFH-Wald-Lebensraumtypen (WLRT).
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Mittel für Natur- und Artenschutz im Wald
Das Vertragsnaturschutzprogramm Wald (VNP Wald) honoriert mit Zuwendungen freiwillige Leistungen, die die Eigentümer oder Nutzungsberechtigten für den Natur- und Artenschutz in ihren Wäldern erbringen. Im Jahr 2008 erhielten 400 Antragsteller über 750.000 Euro Fördermittel. Das VNP Wald ist ein wichtiger Baustein in der Umsetzung verschiedener naturschutzfachlicher Maßnahmen. Im Hinblick auf Natura 2000 bildet das VNP Wald einen bedeutenden forstpolitischen Schwerpunkt.
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Bewertung von Wald-Lebensraumtypen
Für alle FFH-Gebiete Bayerns werden derzeit oder in naher Zukunft FFH-Managementpläne erstellt oder liegen bereits vor. Gegenstand dieser Managementpläne sind die in den Gebieten vorkommenden Lebensraumtypen gemäß Anhang I und Arten nach Anhang II der FFH-Richtlinie. Die Wald-Lebensraumtypen der FFH-Richtlinie müssen dafür nicht nur kartiert, sondern auch hinsichtlich ihres Erhaltungszustandes bewertet werden. Für diese Bewertung werden in Bayern zwei Metohoden angewandt, die Stichprobeninventur und der Qualifizierte Begang. Beide Verfahren haben ihre Vorzüge und werden daher differenziert eingesetzt.
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Managementplanung in den Wäldern der EU-Vogelschutzgebiete
In Bayern gibt es derzeit 83 rechtskräftig verabschiedete Europäische Vogelschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von über 545.000 Hektar. Dort werden ausgewählte Vogelarten kartiert und ihr Erhaltungszustand bewertet. Die Planung notwendiger Erhaltungsmaßnahmen soll den Verlust an Vielfalt in unserer Landschaft verhindern. Größenordnung. Verantwortlich für Natura 2000 sind
in Bayern die Naturschutz- und die Forstverwaltung. Gemeinsam setzen beide Verwaltungen Natura 2000 mittels Managementplänen
praxisorientiert und im Dialog mit den Grundbesitzern um.
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Natura-2000-Kartierung im Bergwald
Die Europäischen Union hat ihre Mitgliedsstaaten verpflichtet, in den Fauna-Flora-Habitat- und den Vogelschutz-Gebieten Lebensraumtypen und Arten zu erfassen und zu bewerten.
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Datenverwaltung für Natura 2000
Ablage und Bewertung der Kartierergebnisse in einer zentralen Geodatenbank verringern den Zeit- und Arbeitsaufwand bei der Erstellung der Natura-2000-Managementpläne. Mit aktuellen, redundanzfreien Geodaten können Analysen und Auswertungen rasch, widerspruchsfrei und bayernweit durchgeführt werden.
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Konsens gesucht
Der »Anstieg der Frankenhöhe östlich der A 7« ist das zweite der vier großen Wald-FFH-Gebiete in Mittelfranken, in dem ein Runder Tisch die Arbeit aufgenommen hat. Das 3.500 Hektar umfassende Gebiet liegt größtenteils im Landkreis Neustadt a.d. Aisch - Bad Windsheim und mit geringeren Teilen im Landkreis Ansbach. Die Federführung in der Managementplanung liegt beim Amt für Landwirtschaft und Forsten Uffenheim. Der Runde Tisch für dieses FFH-Gebiet zeugt von einer vertrauensvollen und erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Grundbesitzern und Behörden in einem eher konfliktträchtigen Umfeld.
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Der FFH-Bericht 2007 und Bayerns Wald
Alle sechs Jahre müssen die Mitgliedsstaaten an die EU berichten, wie es um alle Schutzobjekte bestellt ist. Nach einem vereinfachten ersten Bericht im Jahr 2001 war 2007 erstmals ein »vollwertiger« Bericht zu verfassen. Für die Schutzobjekte in Wäldern spielten dabei die Natura-2000-Informationen der Forstverwaltung eine wichtige Rolle. Auch hinsichtlich der Methodik brachte sich der Forst intensiv ein, denn diese wird bis 2013 für alle Lebensraumtypen und Arten sowie auch allgemein weiterzuentwickeln sein.
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Die Bayerische Staatsforsten und Natura 2000
Mit dem FFH-Gebiet »Buchrangen und Spendweg« bei Lichtenfels befindet sich ein naturschutzfachlich äußerst wertvolles Kleinod in der Obhut der Bayerischen Staatsforsten (BaySF). Im Zuge der aktuellen Forsteinrichtungsplanung im Forstbetrieb Rothenkirchen bot sich erstmals die Möglichkeit, aktuelle Kartierergebnisse aus Natura-2000-Gebieten in die Forsteinrichtung zu integrieren. Dieser Vorgang erfüllte die Vereinbarung zwischen der Bayerischen Forstverwaltung und der BaySF über die Zusammenarbeit bei Natura 2000 mit Leben.
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Vögel als Indikatoren für die Nachhaltigkeit
Vogelarten können als Bioindikatoren Veränderungen in der Landschaft dokumentieren und die Stellgrößen, die zu diesen Veränderungen führen, identifizieren. In Wäldern zeigen sie die ökologische Nachhaltigkeit unserer forstlichen Bewirtschaftungsmaßnahmen auf. Der Schutz von Vogelarten und ihrer Lebensräume leistet zudem einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt.
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Runder Tisch schafft Vertrauen
Als Erster Bürgermeister des Marktes Marktbergel ist Karl-Heinz Eisenreich für den 150 Hektar großen Kommunalwald der Marktgemeinde verantwortlich. Als »Waldbesitzer« vertritt er die Belange des Kommunalwaldes, so auch im Natura-2000-Prozess. Wie viele andere hatte auch er zunächst große Vorbehalte, als die Forstverwaltung ihn zu einer ersten Auftaktveranstaltung einlud. Nach dieser Veranstaltung und einem ersten Runden Tisch sieht er jedoch mit großer Zuversicht dem weiteren Verlauf des Natura-2000-Prozesses entgegen und betrachtet sich nicht mehr als Betroffener, sondern als ernst genommener Beteiligter. Der »Bayerische Weg« mit seinem offenen und fairen Umgang miteinander hat nicht nur ihn überzeugt.
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Natura 2000 in der forstlichen Ausbildung
Es sind besondere Flächen, die das Naturerbe Europas repräsentieren. Eine in der europäischen Landschaft wahr gewordene Vision, die sich das Ziel gesetzt hat, dem Artenschwund Einhalt zu gebieten.
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Europas Natura 2000 für Neuseeland?
Das ausgereifte, anspruchsvolle und umfassende Natura-2000-Konzept könnte als "globaler Markenartikel" durchaus auf andere gemäßigte Regionen der Erde übertragen werden, wie dies am Beispiel Neuseelands skizziert wird. Dabei würde Deutschland als derzeitiger Vorsitzender des "Übereinkommens über die biologische Vielfalt" eine bedeutende Rolle spielen. Der in Deutschland vorhandene, vielseitige Erfahrungsreichtum und Sachverstand ist von weltweitem Interesse.
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Wald -Wissenschaft - Praxis
Marketing-Offensive erfolgreich
Vor fast sechs Jahren gründeten die TU München, die Fachhochschule Weihenstephan und die Bayerische Forstverwaltung mit dem Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan ein deutschland- und europaweit einzigartiges forstliches Kompetenzzentrum.
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November-Mix und "Grüne Weihnacht"
Der November war ein Monat der Gegensätze, von sommerlich warm am Anfang bis winterlich weiß zum Ende bot er eine breite
Palette von Witterungslagen. Die Schneedecke hielt im Dezember nur bis kurz vor Weihnachten. Dann sorgte eine Nordwestlage
für die Zufuhr milder Luft mit dem typischen Weihnachtstauwetter.
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Feucht-kalte Böden im Winter blieben weich
Die Wälder begannen die neue Vegetationsperiode mit gut gefüllten Wasserreserven. Auch Böden, deren Wasservorräte im Herbst noch nicht aufgefüllt waren, wurden im November und Dezember wiederbefeuchtet und trotz unterdurchschnittlicher Niederschläge stiegen die Wassergehalte im Boden stark an, weil die Bäume während der Wintermonate kaum Wasser verbrauchten.
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Die Rotbuche - Mutter des Waldes
Mit Blick auf den Klimawandel gilt die Rotbuche als eine der wichtigsten forstlichen Baumarten in Bayerns Wäldern. Ursprünglich in weiten Teilen unseres Landes beheimatet, ist die Buche an viele Waldstandorte sehr gut angepasst, verspricht bei richtiger Pflege wertvolles Nutzholz und gilt als stabiles Rückgrat einer naturnahen Waldwirtschaft.
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Von der "Kleinen Eiszeit" zur "Großen Heißzeit"
Der intensive Fichtenanbau in Mitteleuropa begann im 18. Jahrhundert. Während dieser Zeit herrschte in Europa die "Kleine Eiszeit", die die Fichtenwirtschaft begünstigte. Die "Kleine Eiszeit" ist seit etwa 100 Jahren vorbei und die Anbaubedingungen für die Fichte verschlechterten sich in weiten Teilen Mitteleuropas.
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Borkenkäferjahr 2008 - ein Jahr der Gegensätze
2009 Käfersituation regional weiterhin kritisch - Die Fichtenborkenkäfer erforderten 2008 vor allem in Nordbayern hohe Anstrengungen bei der Überwachung und Bekämpfung. Der um zwei bis drei Wochen verzögerte Schwärmflug traf auf die warm-trockene Witterung im Mai.
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Kurz & Bündig
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