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StMELFLWF → LWF - aktuell Nr. 66
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Wald und Wasser gehören zusammen

Ein Drittel der Fläche Bayerns ist bewaldet. Mit über 2,5 Millionen Hektar Wald ist der Freistaat auch das waldreichste Bundesland. Ein Drittel des Waldes schützt als Trinkwasserschutzgebiet oder als Wasserschutzwald das lebenswichtige Gut. Denn Waldwirtschaft ist nach wie vor die sauberste Form der Landnutzung.
Diese Funktion ist aber durch Schadstoffeinträge gefährdet. So filtern Wälder Stickstoff aus Industrie, Verkehr oder Landwirtschaft aus der Luft aus und leiten ihn in die Waldböden. Übersteigt die Belastung das Aufnahmevermögen der Bäume mit den Wurzeln, sickert das nitratbelastete Wasser durch den Waldboden in die Grundwasserleiter. LWF aktuell beschreibt, wie Messnetze der Forstverwaltung und der Wasserwirtschaftsverwaltung in enger Kooperation das Wasser und seine Qualität beobachten und erforschen.

Schwerpunkt

 
Gutes Wasser aus dem Wald?
Kleines Bild Die Qualität des Wassers aus den Wäldern Bayerns ist von Haus aus gut. Aber auch unsere Wälder sind vor schädlichen Umwelteinflüssen nicht sicher. Der bis Mitte der 1980er Jahre anhaltende »Saure Regen« bedrohte nicht nur die Wälder, sondern auch die Wasserqualität. Sowohl die Forst- als auch die Wasserwirtschaftsverwaltung bauten deshalb Messnetze zur intensiven Umweltüberwachung auf. Ziel ist es, die Gesundheit der Wälder und die Wasserqualität langfristig zu sichern. Erste Erfolge der Luftreinhaltepolitik wurden an einem Rückgang der Säurebelastung nachgewiesen. Das große Problem »Stickstoffbelastung« bleibt aber auf absehbare Zeit bestehen. Der Klimawandel bringt darüber hinaus neue Veränderungen, die aufmerksam beobachtet werden müssen. weiter »
 
Sickerwasserqualität bei Stickstoffsättigung
Kleines Bild Stickstoff ist das Element, dessen globale und regionale Elementkreisläufe der Mensch mit am stärksten verändert hat. Vor allem die Landwirtschaft und Verbrennungsprozesse generieren ständig neue reaktive Stickstoffverbindungen. Überhöhte Stickstoffeinträge aus der Luft akkumulieren sich in den Wäldern. Übersteigt das Stickstoffangebot den biologischen Bedarf, beeinträchtigt Nitrat - neben anderen negativen Wechselwirkungen - auch die Sickerwasserqualität. Der Höglwald bei München zeigt diese Problematik exemplarisch seit mehr als zwei Jahrzehnten auf. Die dort gewonnenen Forschungsergebnisse liefern Anhaltspunkte für ein nachhaltiges Nährstoffmanagement bei hoher Stickstoffbelastung. weiter »
 
Wo hat die Fichte genügend Wasser?
Kleines Bild Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft entwickelte ein Verfahren, das erstmals eine überregional gültige Ansprache des Wasserhaushalts von Fichtenbeständen ermöglicht und das als objektives Kriterium für die Anbauentscheidung einer Baumart verwendet werden kann. Dabei werden Niederschlag, Verdunstung und Wasserspeicherung zueinander in Beziehung gesetzt, um die durchschnittliche Wasserversorgung der Bäume auf Karten darzustellen. Die Karten ergeben auf der ganzen Waldfläche Bayerns vergleichbare Aussagen. Das Verfahren ist offen, auch die vom Klimawandel verursachten Veränderungen des Wasserhaushalts der Waldstandorte zu beschreiben. weiter »
 
Ein Wald für das Hochwasser
Kleines Bild Der Hartholzauwald lebt vom Hochwasser. Ohne den jährlich wiederkehrenden Rhythmus der Überschwemmungen seines Lebensgefährten »Fluss« würde dieser Lebensraum schnell seinen Charakter verlieren. Die Abhängigkeit vom Hochwasser ist auch der Grund, weshalb der Auwald nur noch auf wenigen Hundert Hektar vorhanden ist. Die Flussregulierungen sind hauptverantwortlich für der starken Rückgang des Auwaldes. Landwirtschaftliche Nutzung, aber auch waldbauliche Veränderungen verstärkten diesen Prozess. Dabei wäre die Hartholzaue ein wichtiger Baustein in einem wirkungsvollen Hochwasserschutzkonzept. weiter »
 
Alles im Fluss
Kleines Bild Seit Mitte der 1990er Jahre hat die Wasserwirtschaftsverwaltung mit Unterstützung der Forst- und Naturschutzverwaltung ehrgeizige Renaturierungsprojekte an der Isar in Angriff genommen. Ausgehend von Einzelmaßnahmen an der Oberen Isar und südlich von München bei Wolfratshausen wurden im Zuge der wasserrechtlichen Neubewilligung von Wasserkraftnutzungen im Mühltal und am Mittleren Isar-Kanal umfangreiche Gewässerentwicklungsmaßnahmen in Gang gesetzt, die bis heute andauern. Als prominentes urbanes Beispiel bildet der Isar-Plan im Stadtgebiet von München eine Brücke zwischen beiden Flussabschnitten. weiter »
 
Schwemmholz aus dem Wald
Kleines Bild Der Wald beschickt die Wasserläufe mit Ästen, ganzen Kronen oder Bäumen. Sie werden vom Wasser transportiert und abgelagert. Holz in Bach- und Flussläufen ist ein wichtiger Bestandteil des nassen Lebensraumes und weist auf seine Naturnähe hin. Holz im Wasser stellt aber auch eine Gefahr dar. Verkeilt unter Brücken kann es große Schäden auslösen. Deshalb sollte der Schwemmholzeintrag in die Wasserläufe möglichst vermieden werden. Mit Hilfe geeigneter Maßnahmen kann der Waldbesitzer so manchen Schäden vorbeugen. weiter »

Waldforschung aktuell

 
Waldtag Bayern 2008
Kleines Bild Der erste Waldtag Bayern in Freising war für Bayerns Wälder ein historischer Tag. Über 400 Besucher erlebten einen Meilenstein in der bayerischen Forstgeschichte, als 20 forstliche Verbände und Vereine sowie der Freistaat Bayern die »Weihenstephaner Erklärung« unterzeichneten - ein Signal zum einmütigen Schulterschluss und Handeln für einen klimagerechten Wald der Zukunft. weiter »
 

Wald - Wissenschaft - Praxis

 
Wasserversorgung im Frühsommer zweigeteilt
Kleines Bild Mit Beginn der forstlichen Vegetationszeit gingen die Bodenwasservorräte Anfang Mai deutlich zurück. Während in Südbayern ergiebige Niederschläge die Bodenwasserspeicher immer wieder auffüllten, fehlten diese Erholungsphasen im Norden weitgehend. Im Juni und in den ersten Juliwochen trockneten die Waldböden an den nördlicheren Waldklimastationen daher so stark aus wie zuletzt im Jahrhundertsommer 2003. In der Folge mussten vor allem die Fichten ihre Spaltöffnungen teilweise schließen. Weil dadurch weniger Kohlenhydrate über die Photosynthese produziert werden können, führt das möglicherweise zu einem geringeren Wachstum und einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber Schädlingen. In Südbayern herrschten dagegen auch heuer ideale Voraussetzungen für ein kräftiges Baumwachstum. weiter »
 
Schäden in jungen Douglasienkulturen
Kleines Bild Nachdem im vergangenen Herbst und Frühjahr dieses Jahres vermehrt Douglasien in Bayern angebaut wurden, häuften sich im Mai Meldungen über Ausfälle in den neuen Douglasien-Kulturen. In einigen Kulturen sind über 50 Prozent der neu gepflanzten Bäumchen ausgefallen. An den abgestorbenen jungen Douglasien konnten bis jetzt allerdings keine biotischen Schädlinge nachgewiesen werden. weiter »
 

Kurz & Bündig