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Wald und Wasser gehören zusammen
Ein Drittel der Fläche Bayerns ist bewaldet. Mit über 2,5 Millionen Hektar Wald ist der Freistaat auch das waldreichste Bundesland. Ein Drittel des Waldes schützt als Trinkwasserschutzgebiet oder als Wasserschutzwald das lebenswichtige Gut. Denn Waldwirtschaft ist nach wie vor die sauberste Form der Landnutzung.
Diese Funktion ist aber durch Schadstoffeinträge gefährdet. So filtern Wälder Stickstoff aus Industrie, Verkehr oder Landwirtschaft aus der Luft aus und leiten ihn in die Waldböden. Übersteigt die Belastung das Aufnahmevermögen der Bäume mit den Wurzeln, sickert das nitratbelastete Wasser durch den Waldboden in die Grundwasserleiter. LWF aktuell beschreibt, wie Messnetze der Forstverwaltung und der Wasserwirtschaftsverwaltung in enger Kooperation das Wasser und seine Qualität beobachten und erforschen.
Schwerpunkt
Ohne Wasser ist alles nichts
Wasser ist sinnvoll. Es steckt voller Bedeutungen. Es ist die Summe all unserer Wassererlebnisse. Es ist köstlich und gefährlich.
Es trägt und verschlingt. Wasser fasziniert uns. Es durchtränkt unser Sprache und unser Denken. Wohin führt es, wenn wir uns
ein Stück weit darauf treiben lassen?
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Gutes Wasser aus dem Wald?
Die Qualität des Wassers aus den Wäldern Bayerns ist von Haus aus gut. Aber auch unsere Wälder sind vor schädlichen Umwelteinflüssen
nicht sicher. Der bis Mitte der 1980er Jahre anhaltende »Saure Regen« bedrohte nicht nur die Wälder, sondern auch
die Wasserqualität. Sowohl die Forst- als auch die Wasserwirtschaftsverwaltung bauten deshalb Messnetze zur intensiven Umweltüberwachung
auf. Ziel ist es, die Gesundheit der Wälder und die Wasserqualität langfristig zu sichern. Erste Erfolge der Luftreinhaltepolitik
wurden an einem Rückgang der Säurebelastung nachgewiesen. Das große Problem »Stickstoffbelastung« bleibt
aber auf absehbare Zeit bestehen. Der Klimawandel bringt darüber hinaus neue Veränderungen, die aufmerksam beobachtet
werden müssen.
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Waldverjüngung und Wasserqualität
Fichtenaltbestände werden in Bayern meist im Femelschlag unterschiedlicher Intensität verjüngt. Eine Alternative bietet die Verjüngung
auf Kahlflächen, die sowohl auf natürliche Weise (Sturmwurf oder Borkenkäferkalamitäten) als auch aus Gründen der
Bewirtschaftung (Saum- und Kahlschlagsbetrieb) entstehen. Beide Fälle greifen in den Stoffhaushalt der Wälder ein. Der dezimierte
Altbestand verbraucht weniger Nährelemente. Auf Grund des erhöhten Strahlungseinfalls steigt die Bodentemperatur,
bodenbiologische Prozesse wie Mineralisation und Nitrifikation beschleunigen sich. Der Nitratgehalt des Sickerwassers steigt,
damit werden Nährstoffkationen exportiert, die Bodenfruchtbarkeit verschlechtert sich.
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Sickerwasserqualität bei Stickstoffsättigung
Stickstoff ist das Element, dessen globale und regionale Elementkreisläufe der Mensch mit am stärksten verändert hat. Vor
allem die Landwirtschaft und Verbrennungsprozesse generieren ständig neue reaktive Stickstoffverbindungen. Überhöhte
Stickstoffeinträge aus der Luft akkumulieren sich in den Wäldern. Übersteigt das Stickstoffangebot den biologischen Bedarf, beeinträchtigt
Nitrat - neben anderen negativen Wechselwirkungen - auch die Sickerwasserqualität. Der Höglwald bei München
zeigt diese Problematik exemplarisch seit mehr als zwei Jahrzehnten auf. Die dort gewonnenen Forschungsergebnisse liefern
Anhaltspunkte für ein nachhaltiges Nährstoffmanagement bei hoher Stickstoffbelastung.
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Wasserverbrauch von Wäldern
Wohlbekannt in Öffentlichkeit und Forstwirtschaft: Wälder verdunsten mehr als Feld und Flur. Doch warum ist dies so? Ist es immer
so? Gibt es Unterschiede zwischen den Baumarten? Stimmt es, dass besonders Birken viel Wasser verbrauchen und wie trockene
Schwämme Grundwasser nach oben saugen? Fragen über Fragen, zu denen wir hier ein paar Antworten geben wollen.
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Wo hat die Fichte genügend Wasser?
Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft entwickelte ein Verfahren, das erstmals eine überregional gültige
Ansprache des Wasserhaushalts von Fichtenbeständen ermöglicht und das als objektives Kriterium für die Anbauentscheidung
einer Baumart verwendet werden kann. Dabei werden Niederschlag, Verdunstung und Wasserspeicherung zueinander in Beziehung
gesetzt, um die durchschnittliche Wasserversorgung der Bäume auf Karten darzustellen. Die Karten ergeben auf der
ganzen Waldfläche Bayerns vergleichbare Aussagen. Das Verfahren ist offen, auch die vom Klimawandel verursachten Veränderungen
des Wasserhaushalts der Waldstandorte zu beschreiben.
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Wenn Bäumen das Wasser bis zum Hals steht
Wälder sind in den Auen seit jeher von Überflutungen betroffen. Voraussichtlich werden als Folge des Klimawandels zukünftig
Überschwemmungen noch häufiger eintreten und auch größere Flächen betroffen sein. Die Frage nach der Hochwassertoleranz
der heimischen Baumarten ist im Hinblick auf den Umbau überschwemmungsgefährdeter Bestände und Erstaufforstungen in
potentiellen Überflutungsbereichen also von hoher Brisanz. Die Erfahrungen befragter Waldbesitzer bestätigen im Wesentlichen
die herrschende Lehrmeinung, zeigen aber auch Wissenslücken auf.
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Ein Wald für das Hochwasser
Der Hartholzauwald lebt vom Hochwasser. Ohne den jährlich wiederkehrenden Rhythmus der Überschwemmungen seines Lebensgefährten
»Fluss« würde dieser Lebensraum schnell seinen Charakter verlieren. Die Abhängigkeit vom Hochwasser ist auch
der Grund, weshalb der Auwald nur noch auf wenigen Hundert Hektar vorhanden ist. Die Flussregulierungen sind hauptverantwortlich
für der starken Rückgang des Auwaldes. Landwirtschaftliche Nutzung, aber auch waldbauliche Veränderungen verstärkten
diesen Prozess. Dabei wäre die Hartholzaue ein wichtiger Baustein in einem wirkungsvollen Hochwasserschutzkonzept.
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Lebensraumgestalter mit Konfliktpotential
Er ist Landschaftsarchitekt und Ökologe. Wo immer er auftritt, entsteht neues Leben. Sein europaweiter Schutz ist daher kein
leitbildloser Schutz einer einzelnen Art, sondern Schutz einer ganzen Lebensgemeinschaft. Über 10.000 Tiere umfasst derzeit die
bayerische Biberpopulation. Doch der Biber führt auch zu Konflikten. Seit über zehn Jahren vermittelt das bayerische Bibermanagement
erfolgreich zwischen Mensch und Biber.
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Alles im Fluss
Seit Mitte der 1990er Jahre hat die Wasserwirtschaftsverwaltung mit Unterstützung der Forst- und Naturschutzverwaltung ehrgeizige
Renaturierungsprojekte an der Isar in Angriff genommen. Ausgehend von Einzelmaßnahmen an der Oberen Isar und
südlich von München bei Wolfratshausen wurden im Zuge der wasserrechtlichen Neubewilligung von Wasserkraftnutzungen
im Mühltal und am Mittleren Isar-Kanal umfangreiche Gewässerentwicklungsmaßnahmen in Gang gesetzt, die bis heute andauern.
Als prominentes urbanes Beispiel bildet der Isar-Plan im Stadtgebiet von München eine Brücke zwischen beiden Flussabschnitten.
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Hochwasser-Bremse Wald
Die Paar-Aue im Gebiet der Gemeinde Geltendorf diente als Modell für eine Studie, ob Aufforstungen Hochwasserspitzen verringern
können. Eine Computersimulation des Gebietswasserhaushaltes der Paar zeigt, dass die Neubegründung von Waldbeständen
den Hochwasserabfluss verringert und ausgleichend auf den Wasserhaushalt wirkt. Der für rasche Hochwasser (Sturzfluten)
verantwortliche Oberflächenabfluss ist unter Wald am geringsten. Allerdings müssten für eine spürbare Reduktion der
Hochwasserspitzen mindestens 130 Hektar Erstaufforstungsflächen bereitgestellt werden, die kurzfristig nicht zur Verfügung
stehen.
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Schwemmholz aus dem Wald
Der Wald beschickt die Wasserläufe mit Ästen, ganzen Kronen oder Bäumen. Sie werden vom Wasser transportiert und abgelagert.
Holz in Bach- und Flussläufen ist ein wichtiger Bestandteil des nassen Lebensraumes und weist auf seine Naturnähe hin.
Holz im Wasser stellt aber auch eine Gefahr dar. Verkeilt unter Brücken kann es große Schäden auslösen. Deshalb sollte der
Schwemmholzeintrag in die Wasserläufe möglichst vermieden werden. Mit Hilfe geeigneter Maßnahmen kann der Waldbesitzer
so manchen Schäden vorbeugen.
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Waldforschung aktuell
Besuchermagnet Regionaler Waldbesitzertag
Die ersten vier »Regionalen Waldbesitzertage« erreichten zusammen über 20.000
Menschen. Darunter waren viele Waldbesitzer, die erstmals eine forstliche Veranstaltung
überhaupt besuchten und die dort auch erstmals Kontakt zu forstlichen Beratern
aufnahmen. Dieser Erfolg ist auf die enge Zusammenarbeit von Forstverwaltung,
Landwirtschaftlicher Sozialversicherung, dem Cluster Forst und Holz und dem
Forstzentrum Weihenstephan zurückzuführen. Das Konzept der Veranstaltung wird
sehr gut angenommen. Die Besucher sind zufrieden und hochmotiviert, das neu erworbene
Wissen in ihre Waldbewirtschaftung einzubringen.
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Waldtag Bayern 2008
Der erste Waldtag Bayern in Freising war für Bayerns Wälder ein historischer Tag.
Über 400 Besucher erlebten einen Meilenstein in der bayerischen Forstgeschichte,
als 20 forstliche Verbände und Vereine sowie der Freistaat Bayern die »Weihenstephaner
Erklärung« unterzeichneten - ein Signal zum einmütigen Schulterschluss
und Handeln für einen klimagerechten Wald der Zukunft.
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Wald - Wissenschaft - Praxis
Mix aus Trockenheit und Unwettern
In letzter Zeit häuften sich angesichts eines häufig regnerischen und kühlen Julis die Anfragen: wo bleibt der Klimawandel? War
nicht von wärmeren Sommern die Rede? Nun ist das Wetter oder auch die Witterung mehrerer Tage nicht gleichbedeutend mit
Klima. Doch alle Skeptiker können beruhigt sein: Mai und Juni lagen mit +2,3 bzw. +1,9 Grad wieder in der Reihe der überdurchschnittlich
warmen Monate in den beiden letzten Jahren.
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Wasserversorgung im Frühsommer zweigeteilt
Mit Beginn der forstlichen Vegetationszeit gingen die Bodenwasservorräte Anfang Mai deutlich zurück. Während in Südbayern
ergiebige Niederschläge die Bodenwasserspeicher immer wieder auffüllten, fehlten diese Erholungsphasen im Norden weitgehend.
Im Juni und in den ersten Juliwochen trockneten die Waldböden an den nördlicheren Waldklimastationen daher so stark
aus wie zuletzt im Jahrhundertsommer 2003. In der Folge mussten vor allem die Fichten ihre Spaltöffnungen teilweise schließen.
Weil dadurch weniger Kohlenhydrate über die Photosynthese produziert werden können, führt das möglicherweise zu
einem geringeren Wachstum und einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber Schädlingen. In Südbayern herrschten dagegen auch
heuer ideale Voraussetzungen für ein kräftiges Baumwachstum.
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Buchen und Tannen proben den Klimawandel
Die Jahrestemperatur wird sich in den nächsten 50 bis 100 Jahren um zwei bis vier Grad Celsius erhöhen, die Niederschlagsmuster
werden sich ändern. Davon geht die Wissenschaft heute aus. Diese Klimaänderung wird sich auch auf die Waldökosysteme
auswirken. Waldbaumpopulationen sind fähig, sich in einem gewissen Umfang mit Hilfe genetischer Prozesse wie Migration,
Genfluss und Selektion an veränderte Umweltbedingungen anzupassen. Der Mensch kann forstliches Vermehrungsgut
gezielt einbringen und damit steuernd eingreifen. Unsicher ist, in welchem Umfang diese Prozesse die Auswirkungen der vergleichsweise
schnellen Klimaänderung kompensieren.
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Schäden in jungen Douglasienkulturen
Nachdem im vergangenen Herbst und Frühjahr dieses Jahres vermehrt Douglasien in Bayern angebaut wurden, häuften sich im
Mai Meldungen über Ausfälle in den neuen Douglasien-Kulturen. In einigen Kulturen sind über 50 Prozent der neu gepflanzten
Bäumchen ausgefallen. An den abgestorbenen jungen Douglasien konnten bis jetzt allerdings keine biotischen Schädlinge nachgewiesen
werden.
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1978-2008: Naturwaldreservate in Bayern
Mit einer zweitägigen Veranstaltung am 29./30. Mai in Lohr am Main würdigte die Bayerische Forstverwaltung das 30-jährige
Bestehen der Naturwaldreservate in Bayern. Die von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft veranstaltete
Tagung gab einen Einblick über das bisher Erreichte und warf einen Blick auf zukünftige Aufgaben und Ziele, die auf die Naturwaldreservate
und die Forschung zukommen.
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Kurz & Bündig
Nachrichten
Gefürchteter Citrusbockkäfer in Deutschland --- 7,5 Millionen Euro für Bergwaldoffensive --- Waldbesitzerverband wählt neuen Vorstand --- Bayerischer Verdienstorden für Xaver Haas --- Schadensflächen erfolgreich wiederbestocken --- Live - hier kommt der Wald! --- Elchplan für Bayern --- BaySF veröffentlicht Waldbaugrundsätze --- Schutz für Borstgrasrasen und Schwarzstorch --- 53 neue Forstwirte für Bayerns Wälder --- Nächste Ausgabe: Neue Wege beim Bodenschutz
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