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StMELFLWF → Naturwaldreservate - Biodiversität im Wald und Labore der Wald-Ökologie
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Naturwaldreservate in Bayern - LWF aktuell 63

Naturwaldreservate: Juwelen im Wald - LWF aktuell 63

156 Naturwaldreservate zeigen die natürliche Dynamik unserer Wälder

156 Naturwaldreservate - Bayern kann auf ein 6.600 Hektar großes, repräsentatives Netz dieser Waldschutzgebiete blicken. Die Erforschung der Naturwaldreservate soll waldbauliche, ökologische und naturschutzfachliche Erkenntnisse in einer größeren Zusammenschau darstellen und bewerten, um daraus Waldbau- und Naturschutzstrategien zu entwickeln. Künftig erhalten Naturwaldreservate im Zeichen des Klimawandels eine weitere Bedeutung als Referenzflächen ungestörter Entwicklung.

Die natürliche Dynamik der Naturwaldreservate, das Reifen, Absterben und Verjüngen der Waldbäume, führt langfristig zu Waldstrukturen, die Urwald-ähnlich aufgebaut sind. Sie haben daher eine besondere Bedeutung für den Erhalt der Biodiversität in unseren Wäldern. Solche Waldbilder bieten ferner ein besonderes Naturerlebnis für die Waldbesucher - Naturwaldreservate eignen sich daher auch hervorragend zur Darstellung natürlicher Kreisläufe und Wirkungszusammenhänge in Wäldern.

Zunehmend wichtig werden Naturwaldreservate im Hinblick auf den zu beobachtenden Klimawandel, durch den sich die Rahmenbedingungen für Waldbau und Forstwirtschaft zunehmend ändern. Mehr denn je kommt es heute darauf an, die Entwicklung geeigneter, unbeeinflusster Vergleichsflächen wie die Naturwaldreservate zu beobachten und wissenschaftlich zu untersuchen.
Nur bei Kenntnis der natürlich ablaufenden Prozesse in den verschiedenen Waldgesellschaften können wir unsere Zielvorstellungen für einen naturnahen Waldbau weiterentwickeln und in die Praxis umsetzen. Naturwaldreservate bieten die einmalige Gelegenheit, die natürliche Dynamik in unseren Wäldern besser zu verstehen und für eine nachhaltige und zukunftsfähige Forstwirtschaft nutzbar zu machen.

Der Schwerpunkt dieses Heftes informiert über Fauna und Flora unserer Naturwaldreservate, über Menschen, die die Geschicke dieser Waldschutzgebiete über Jahrzehnte begleitet haben und über zukunftsweisende Forschungsaktivitäten. Wir werfen aber auch einen Blick über den Zaun zu unseren Nachbarn in Baden-Württemberg, deren ältestes Naturwaldreservat bereits 1911 ausgewiesen wurde, und nach Niedersachsen, das mit über 4.400 Hektar ebenfalls bedeutende Naturwaldreservate aufweisen kann.

Schwerpunkt Naturwaldreservate in Bayern

 
Biodiversität
Kleines Bild Der Mensch musste seit eh und je genießbare von giftigen Pflanzen, jagdbare von gefährlichen Tieren, Nützlinge von Schädlingen unterscheiden. Das schärfte seinen Blick für die natürliche Vielfalt. Unterscheiden und Klassifizieren öffneten den Blick für die Vielfalt des Lebendigen in unserer Umwelt und schafften Bewusstsein für das Erbe der Natur. Naturwaldreservate schärfen dieses Bewußtsein und es ist heute unsere Aufgabe, diese gegebene Vielfalt so zu pflegen, dass sie der Menschheit auch in Zukunft erhalten bleibt. Schutz heißt dabei keineswegs nur Abschottung; Schutz meint auch »Bereithalten für Nutzung in der Zukunft«. weiter »
 
Mit Schmetterlingen Wälder taxieren
Kleines Bild Zwischen 1982 und 2005 erfassten Entomologen unter Federführung des Autors die Schmetterlingsfauna 119 bayerischer Naturwaldreservate. Insgesamt wurden dabei 120.000 Datensätze aufgenommen. Die Wissenschaftler registrierten hochgerechnet etwa eine Million Schmetterlinge und werteten die Daten aus. Die Forschungsergebnisse zeigen ein völlig neues Bild der Artendiversität bayerischer Wälder. Anhand charakteristischer Arten lässt sich zudem ihr Lebensraum Wald qualitativ bewerten. weiter »
 
Weichtiere in Naturwaldreservaten
Bisher ist nur ein Drittel aller Naturwaldreservate weichtierkundlich erforscht. Dennoch wurden dort bereits 177 verschiedene Arten beobachtet. Dies entspricht 53 Prozent aller in Bayern bekannten Arten. Sehr hoch ist die Anzahl gefährdeter Schnecken und Muscheln. Nachgewiesen wurden 78 Rote Liste-Arten. Höhepunkte stellen die Funde von vier Arten dar, die in Bayern als vom Aussterben bedroht eingestuft sind. weiter »
 
Naturwaldreservate in guten Händen
Kleines Bild Seit über 30 Jahren betreute Norbert Przybyla als zuständiger Revierleiter das Naturwaldreservat Schwarzwihrberg im Vorderen Oberpfälzer Wald. Es zeigt die volle Pracht der ursprünglichen Bergmischwälder mit Buche, Linde, Ulme und Bergahorn. Über der Schwarzach gelegen führt der Prädikatswanderweg »Goldsteig« (im Reservat Schützsteig genannt) durch bis zu 200 Jahre alte Baumbestände hinauf zur Burgruine Schwarzenburg. Das Naturwaldreservat Schwarzwihrberg ist eines von 154 Naturwaldreservaten, die sich zum größten Teil in der Obhut der Bayerischen Staatsforsten befinden. weiter »
 
Der (Daten-)Berg ruft!
Kleines Bild In den letzten drei Jahrzehnten entwickelten sich sowohl die Naturwaldreservate (NWR) selbst als auch die Technik zu deren Erforschung weiter. Während sich in diesem Zeitraum z.B. die Anzahl der Bäume in der Repräsentationsfläche des NWR Schweinsdorfer Rangen in einem vergleichsweise gemächlichen Tempo von 298 auf 256 reduziert hat, musste die NWR-Forschung im Bereich EDV eine außerordentlich rasante Entwicklung mitvollziehen. Deshalb müssen die Datensammlungen immer wieder an neue EDV-Techniken angepasst werden. weiter »
 
Naturwaldforschung in Nordwestdeutschland
Kleines Bild Die Naturwaldforschung zeigt es uns. Ihre Erkenntnisse geben wertvolle Hinweise für einen naturnahen Waldbau. Forschungsergebnisse zu den Themen »Buche und Eiche im nordwestdeutschen Tiefland«, »Kronendachlücken und Verjüngung« sowie »Totholzdynamik« unterstreichen das Anwendungspotential der Naturwaldforschung. weiter »
 
Jährliche Begänge in Naturwaldreservaten
Kleines Bild Mit der Neufassung der Bekanntmachung Naturwaldreservate in Bayern wurden auch die jährlichen Begänge der Naturwaldreservate wieder mit Leben gefüllt. Der örtlich zuständige Revierleiter am Amt für Landwirtschaft und Forsten begeht, möglichst zusammen mit dem Waldbesitzer, das Naturwaldreservat und dokumentiert die Beobachtungen in einem Protokoll. weiter »

Waldforschung aktuell

 
Nachrichten und Veranstaltungen
Kleines Bild Nachrichten aus dem ZENTRUM WALD-FORST-HOLZ weiter »

Wald - Wissenschaft - Praxis

 
Waldböden zum Jahresende sehr feucht
Kleines Bild Das kühle und sehr niederschlagsreiche Novemberwetter sorgte für eine weitgehende Wassersättigung der Waldböden. An den Waldklimastationen in den Mittelgebirgen wurden Anfang Dezember sogar Rekordwerte gemessen. Im Flachland lagen dagegen die Bodenwassergehalte in dem für die Jahreszeit typisch feuchten Bereich. Für die Wälder also eine beruhigende Situation, denn sie können aller Voraussicht nach mit gefüllten Bodenwasserspeichern die neue Vegetationsperiode beginnen, wenn die Witterung der nächsten Monate nicht erneut Kapriolen schlägt. weiter »
 
Staat unterstützt Holzheizungen
Kleines Bild Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit hat sein Marktanreizprogramm zur Förderung erneuerbarer Energien auf dem Wärmemarkt auf unbefristete Zeit verlängert. Zusätzlich wurden die hierfür benötigten Haushaltsmittel deutlich aufgestockt. Ab 2008 wird es für viele Antragsteller mehr Geld für die Erneuerung ihres Heizsystems geben, da die zukünftige Förderung ein Bonussystem enthält, das die Kombination verschiedener Maßnahmen finanziell belohnt. weiter »
 

Kurz & Bündig

 
Nachrichten
Kleines Bild BayernOnline Preis für Erntezulassungsregister --- Bundesverdienstkreuz für von Gravenreuth --- 2,3 Millionen Euro für 21 neue Biomasseheizwerke --- Alles über Holzenergie --- 60.Geburtstag von Sepp Spann --- Nächste Ausgabe: Bildung für nachhaltige Entwicklung weiter »