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Waldschutz im Klimawandel

Die Zeichen im Wald stehen nicht erst seit Kyrill auf Sturm. Die Waldschutzsituation ist bereits seit Jahren angespannt. Forstschädlinge finden wir derzeit überall und auf beständig hohem Niveau. So werden sie Waldschützer und Waldbesitzer wohl auch noch auf Jahre hinaus beschäftigen. Sorge bereitet uns unter anderem die zunehmende Gefährlichkeit des Kupferstechers. Es scheint so, als wollte dieser Borkenkäfer aus dem Schatten seines großen Bruders, des Buchdrucker heraustreten (Lobinger, S. 10). Die Forschungsergebnisse der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft lassen diesbezüglich nichts Gutes ahnen. Besonders gefährdet sind Fichtenbestände, da die an kühle Bedingungen angepasste Fichte vielfach unter den warmen Klimaverhältnissen leidet. Andere Tier- und Pflanzenarten hingegen profitieren von der Klimaerwärmung und finden vermutlich immer günstigere Lebensbedingungen vor. So zum Beispiel die stattliche Violette Holzbiene (Bußler, S. 50). Es suchen jedoch auch Arten bei uns eine neue Heimat, die wir aus Waldschutz-Gesichtspunkten heraus keinesfalls bei uns sehen wollen. Bei besonders gefährlichen Arten, sogenannten EU-Quarantäneschädlingen wie dem Asiatischen Laubholzbockkäfer oder der Kiefernholznematode, heißt es "Augen auf!" In guter Zusammenarbeit führen daher die im Bereich der Pflanzengesundheit zuständige Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft und die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft miteinander abgestimmt die notwendigen Kontrollmaßnahmen durch (Parusel, Bögel, Blaschke, S. 4).

Schwerpunkt

 
Hallimasch-Befall an Buche
Kleines Bild Insbesondere im Jahr 2004, ein Jahr nach der großen Sommertrockenheit, traten in vielen Landesteilen Bayerns verstärkt Hallimasch-Schäden an Nadelbäumen und vor allem an der Fichte in Erscheinung. Im letzten Herbst fruktifizierte aber auch eine Hallimaschart in Laubbaumbeständen sehr auffällig. Die Fruchtkörper des Gelbschuppigen Hallimasch (Armillaria gallica) traten in riesigen Büscheln an Buchen- und Eichenstöcken, aber auch an noch scheinbar vitalen Laubbäumen auf. weiter »
 
Zunahme des Prachtkäferbefalls in Bayern
Kleines Bild Prachtkäfer sind attraktive, metallisch glänzende Bewohner unserer Wälder. Als "Sonnentiere" - wie Escherich sie nennt - finden sie in warmen, lichten Beständen ideale Lebensbedingungen. Prachtkäfer treten aber auch immer wieder als Forstschädlinge in Erscheinung, üblicherweise in der Folge vorausgegangener Schädigungen der Bäume durch ungünstige Witterungseinflüsse, Pilzbefall oder Fraßeinwirkung durch andere Forstinsekten. Seit dem heißen, trockenen Sommer 2003 nimmt in Bayern der Prachtkäferbefall an Eiche, Buche und Kiefer regional besorgniserregend zu. weiter »
 
Sachkundiger Insektizideinsatz gegen den Borkenkäfer
Kleines Bild Die Waldbesitzer stehen vor der Aufgabe, Borkenkäfer wirkungsvoll und sachkundig zu bekämpfen - eine Verpflichtung, die derzeit nur mit großem Aufwand bewältigt werden kann. Damit verbunden ist ein hohes Maß an Verantwortung nicht nur für den eigenen Wald, sondern auch für die Sicherheit der Nachbarbestände. Der Einsatz von Insektiziden ist häufig unumgänglich, liefert aber nur einen kleinen Beitrag zur Borkenkäferbekämpfung. Ein Insektizideinsatz gewährleistet nur dann einen weitgehenden Schutz vor Befall oder Käferausflug, wenn die Maßnahme zeitlich gut geplant ist, die Anwendung sachgemäß erfolgt und die Wirkung regelmäßig kontrolliert wird. weiter »
 
Dem Eichenprozessionsspinner im Internet auf der Spur
Kleines Bild Die Informationsplattform www.eichenprozessionssspinner.org liefert der Öffentlichkeit aktuelle Daten zu Auftreten und Verbreitung des Eichenprozessionsspinners und informiert über Schutzmaßnahmen bei der Freizeitgestaltung und bei der Arbeit im Wald sowie über Bekämpfungsmöglichkeiten. Eine interaktive Bayernkarte bietet jetzt zusätzlich im Internet Informationen über das Vorkommendes Schmetterlings im Wald. Gleichzeitig werden die Möglichkeiten zur Prognose verbessert. weiter »
 
Vitale Baumart Esche
Kleines Bild Die Esche (Fraxinus excelsior L.) weist im Vergleich zu unseren anderen einheimischen Baumarten relativ wenig biotische Schadorganismen auf. Vielleicht meiden potenzielle Fraßfeinde die Eschenblätter wegen ihrer Inhaltsstoffe. Sogar während der Schwammspinner-Massenvermehrung hielten sich die Raupen vornehm von den Eschen zurück, während andere Baumarten vollständig kahl gefressen wurden.Aufgrund ihrer großen Elastizität hinsichtlich der prognostizierten Temperaturerhöhungen kann die Esche vielleicht sogar vom Klimawandel profitieren und ist daher eine außerordentlich interessante Baumart für den Aufbau widerstandsfähiger Mischwälder. weiter »

Waldforschung aktuell

 
Nachrichten und Veranstaltungen
Kleines Bild Nachrichten aus dem ZENTRUM WALD-FORST-HOLZ weiter »

Wald - Wissenschaft - Praxis

 
10.000 ha Wald von Beweidung freigestellt
Kleines Bild Weiderechte dienten früher den meisten Bauernhöfen als Existenzgrundlage. Im Bayerischen Wald und vor allem in den Bayerischen Alpen spielen sie noch heute eine wichtige Rolle. Gerade hier befinden jedoch auch die größten Schutzwaldflächen, welche die Siedlungen und Verkehrswege in den Tälern sichern. Doch die Waldweide kann in diesen Wäldern deutliche Schäden verursachen. Gerade in den Bereichen, in denen inzwischen waldverträgliche Schalenwild- Dichten erreicht sind, werden diese Schäden in den letzten Jahren immer offensichtlicher. weiter »
 
...und immer wieder kleine Sensationen
Kleines Bild Kontinuierlich, wenn auch mit kleinen Schritten, schreitet die Forschung in den Naturwaldreservaten (NWR) voran. So entdecken die Wissenschaftler immer wieder besonders seltene oder auch schon verschwunden geglaubte Tierarten und berichten über Erstaunliches und Außergewöhnliches. Zehn zum Teil sehr seltene Fledermausarten haben sie im NWR Eichhall nachgewiesen. Auch der Rindenglanzkäfer Rhizophagus oblongicollis wurde 2006 dort erstmals in Bayern entdeckt. Unter den Weichtieren gibt es Arten, die nur in einer eng begrenzten Region vorkommen. Für solche endemischen Arten, wie z. B. die Rhön-Quellschnecken Bythinella compressa besitzen wir eine hohe Verantwortung. Die Forschung in Naturwaldreservaten ist immer wieder - auch im Jahr 2006 - gut für kleine und große Sensationen. weiter »
 
Naturobjekte des Jahres 2007
Kleines Bild 1971 kürte der Deutsche Bund für Vogelschutz mit dem Wanderfalken erstmalig einen Vogel des Jahres. In der Folge verkünden seither viele andere Umweltverbände und Naturschutzvereine ebenfalls Naturobjekte des Jahres. 1980 gesellte sich die Blume und seit 1989 der Baum des Jahres dazu. Inzwischen gibt es im Naturbereich an die 20 verschiedene Jahreswesen. Einen kleinen Ausschnitt vermittelt unser Überblick. Eine umfassende Darstellung finden Sie z. B. auf der Internetseite des NABU unter www.nabu.de oder in "Unser Wald" (2. Ausgabe 2007), der Zeitschrift der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. weiter »
 
Brachte dieser Winter genügend Wasser für unsere Waldböden?
Kleines Bild Die Bodenfeuchtemessungen an den Waldklimastationen eröffnen faszinierende Einblicke in die verborgene Welt der Wasservorräte für den Wald. In diesem ungewöhnlich warmen Winter und Frühjahr war der Blick auf den Boden besonders interessant. Ungewöhnlich trocken waren die Böden in den Tieflagen. Während sich der Wasserspeicher in Laubwäldern über den Winter kontinuierlich wieder auffüllten konnte, war der Wasserverbrauch der immergrünen Fichten so stark, dass die Oberböden zum Beginn der Vegetationszeit ungewöhnlich trocken fielen. Mitte April (zu Redaktionsschluss) bleibt nur zu hoffen, dass sich kein allzu trockenes Frühjahr anschließt. Denn dann könnte die Situation noch deutlich dramatischer werden als im Dürrejahr 2003, das sicher allen noch in Erinnerung ist. weiter »
 
Klimawandel verändert alpine Kalk-Magerrasen
Kleines Bild Vegetationsaufnahmen in alpinen Kalk-Magerrasen des Nationalparks Berchtesgaden aus dem Jahr 2003 zeigen gegenüber historischen Aufnahmen aus demselben Untersuchungsgebiet deutliche Vegetationsveränderungen auf. Die Klimaerwärmung führte in den zwei untersuchten Rasengesellschaften zu einer Zunahme der Artenzahlen um 30 bzw. 40 Prozent.Andere mögliche Ursachen dieser Vegetationsveränderungen wie z. B. Stickstoffeinträge,Almwirtschaft,Tourismus oder auch endogene Prozesse konnten einwandfrei ausgeschlossen werden. Hauptfaktor für die beobachteten Veränderungen ist eindeutig der Anstieg der Temperatur, der auch im Alpenraum nachgewiesen ist. weiter »
 
Waldinventuren aus dem Flugzeug
Kleines Bild High-Tech-Sensoren wie flugzeuggetragene Laserscanner werden in der Zukunft die Verfahren der Waldinventuren revolutionieren. Laserscanner haben unter den verschiedenen Methoden die besten Entwicklungschancen. Mit Laserscannern aus der Luft werden nicht nur teure Personalkosten für Waldinventuren eingespart. Die innovative Technik erfasst im Vergleich zu herkömmlichen Stichprobenverfahren die gesamte Waldfläche. weiter »

KURZ & BÜNDIG