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Kulturlandschaft lebendig gestalten
Neben 36 Prozent Waldanteil werden in Bayern rund 3,5 Millionen ha als Grünland und Acker landwirtschaftlich genutzt. Dies entspricht einem Flachenanteil von 49 Prozent. Wald, Acker und Grunland bilden gemeinsam unsere Kulturlandschaft, sie sind meist eng miteinander verzahnt.
Ein häufig hitzig diskutiertes Thema sind die Schalenwildbestände. Sind diese nicht den landeskulturellen Verhältnissen angepasst, müssen die Waldbauern oftmals empfindliche Verbissschäden an ihren Waldverjüngungen feststellen oder Landwirte fordern Entschädigung für Ernteausfälle durch Schwarzwild. Aber wir wissen auch, dass unsere intensiv bewirtschafteten landwirtschaftlichen Flächen kaum mehr vielstrukturierten Lebensraum für unsere Tier- und Pflanzenarten bieten. Andererseits führt der Strukturwandel in der Landwirtschaft aber zu einer Zunahme sogenannter Brachflächen.
Viele Landwirte haben auch erkannt, dass es im Rahmen der üblichen Betriebsführung möglich ist, attraktive Lebensräume für Wildtiere mit einfachen Mitteln und kostengünstig anzulegen.
Agrarökologische Förderprogramme wie das Bayerische Kulturlandschaftsprogramm oder das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm bieten dazu finanzielle Anreize.
Schwerpunkt
Chancen für den Wandel
Der in den letzten Jahrzehnten rasch fortschreitende Strukturwandel in der Landwirtschaft führte zu teilweise starken
Veränderungen unserer Kulturlandschaft und damit auch der Lebensräume für viele Tierarten. Die heutige landwirtschaftliche
Nutzung bietet jedoch zahlreiche Möglichkeiten, im Rahmen der üblichen Betriebsführung und Betriebsoptimierung
vielseitige Wildlebensräume in der Feldflur zu erhalten oder gar neu schaffen. So können z. B. Stilllegungsflächen
genutzt werden, um zeitlich befristet und weitgehend kostengünstig mit einfachen Mitteln Flächen mit mehrjährigen
blühenden Pflanzen anzulegen. Auch agrarökologische Förderprogramme bieten Anreize zur Anlage von z. B.
Hecken oder Streuobstwiesen als Dauerstrukturen.
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Kinderstube für Rebhuhn, Hase und Reh
Unserem Niederwild steht in der intensiv genutzten Kulturlandschaft kaum geeigneter Lebensraum zur Verfügung.
Besonders kritisch wird die Situation regelmäßig im Winterhalbjahr. Lebensraumverbessernde Maßnahmen leisten hier
einen wichtigen Beitrag. Der Landesjagdverband Bayern und seine Mitglieder unterstützen seit vielen Jahren erfolgreich
Maßnahmen, die wertvolle Biotope in der Feldflur schaffen. Die Jäger wissen in diesem Zusammenhang aber auch, dass
sie in ihren jagdlichen Bemühungen um die Entlastung des Verbissdrucks nicht nachlassen dürfen.
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Vielfalt aus bäuerlicher Hand
Die Bauern als Jagdgenossen leisten oft in Zusammenarbeit mit den Jagdpächtern durch gezielte Maßnahmen einen
wichtigen Beitrag zum Artenschutz. Dies geschieht durch viel Eigenengagement, teilweise auch gefördert durch staatliche
Programme. 1,5 Millionen Hektar landwirtschaftliche Fläche bewirtschaften die Landwirte in Bayern nach den Kriterien
des Kulturlandschaftsprogramms. Weitere 55.000 Hektar werden über das Vertragsnaturschutzprogramm
gefördert. Ein großer Erfolg war dem Pilotprojekt "Lebensraum Agrarlandschaft" beschieden, in dem Landwirte als
Teilprojektleiter ihre Berufskollegen in Fragen zur Lebensraumgestaltung beraten haben. Der Bayerische Bauernverband
setzt sich für eine nachhaltige Jagd ein, zu der auch die Bewahrung der natürlichen Lebensräume zählt.
Lebensraumverbessernde Maßnahmen dürfen jedoch keinesfalls als Ausrede für eine unzureichende Anpassung der
Wildbestände dienen. Vielmehr sind waldverträgliche Wildbestände wesentliche Voraussetzung für die Akzeptanz
dieser Maßnahmen bei den Landwirten.
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Die Haglandschaft im Landkreis Miesbach
Mit der Mechanisierung der bäuerlichen Betriebe verschwanden auch im Landkreis Miesbach viele Feldgehölze, die für
die dort typische Haglandschaft so bedeutungsvoll sind. Daher starteten im Jahre 1980 die Forstämter Schliersee und
Kreuth, das Amt für Landwirtschaft Miesbach und die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes Miesbach die
"Hagaktion". Auf der jährlichen Hagaktion werden kostenlos standortheimische Baum- und Strauchpflanzen für die
Anlage und Ergänzung von Hecken an die Bauern abgegeben. Der Erfolg ist heute überall in der Flur sichtbar.
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Förderprogramme für natürliche Lebensräume
Die landwirtschaftliche Nutzung prägt unsere Kulturlandschaft ganz wesentlich. Große intensiv bewirtschaftete Ackerflächen
beeinträchtigen den Naturhaushalt. Aber auch der hohe Flächenverbrauch für Siedlungen und Verkehr wirkt
sich negativ auf unsere Lebensräume aus. Deshalb soll wie zu früheren Zeiten ein Netz naturbetonter Ökosysteme und
Strukturelemente die Kulturlandschaft durchziehen. Insgesamt stünden etwa 100.000 ha landwirtschaftliche Flächen für
lebensraumverbessernde Maßnahmen zur Verfügung. Um möglichst viele Landwirte einbinden zu können, bieten das
Bayerische Kulturlandschaftprogramm und das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm interessante, vor allem
finanzielle Anreize.
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Mit Biotopverbund in die Kulturlandschaft
In dem vom Bayerischen Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten finanzierten Pilotprojekt "Mit Biotopverbund
in die Kulturlandschaft des neuen Jahrtausends - Lebensraumgestaltung mit Pflanzen aus definierter regionaler
Herkunft" entwickelte die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau verschiedene artenreiche Saatgutmischungen
aus Wild- und Kulturpflanzen, die vor allem auf stillgelegten Ackerflächen ausgesät wurden. Diese Ansaaten
bereichern nicht nur das Landschaftsbild, sondern leisten zudem einen wertvollen Beitrag zum Biotopverbund und Artenschutz.
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Beratung durch Landwirte für Landwirte
Im Jahr 2002 begann das Bayerische Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten mit dem Pilotvorhaben "Strukturreiche
Lebensräume in der Agrarlandschaft". Das Förderprogramm soll Landwirte motivieren, in den vielerorts ausgeräumten
Agrarlandschaften strukturreiche Lebensräume zu schaffen. Hierbei beschritt die Beratung erstmals den
neuartigen und innovativen Weg, praktizierende Landwirte als Teilprojektleiter in die Beratungstätigkeit intensiv einzubeziehen.
Der Lehrstuhl für Forstpolitik begleitete diese Projekte wissenschaftlich und ermittelte den Erfolg einer
agrarökologischen Beratung in neun Pilotlandkreisen. Ziel der Evaluierung war es, positive und negative Aspekte bei der
Arbeit mit Grundeigentümern und Landnutzern (Landwirtschaft, Jäger, Naturschutz, Kommunen) zu erfassen sowie
Motivationen und Hemmnisse zur Teilnahme an dem Programm aufzuzeigen, um Perspektiven für die zukünftige Gestaltung
des Handlungsfeldes zu entwickeln.
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Neuer Lebensraum in der Agrarlandschaft
Der Landwirtschaftliche Betrieb des Grafen Lerchenfeld in Köfering bei Regensburg beteiligte sich maßgeblich am
Programm "Strukturreiche Lebensräume in der Agrarlandschaft". In seinem Betrieb wurden im Jahr 2004 fünf Flächen
für agrarökologische Zwecke entlang von Bächen zur Verfügung gestellt und dort Bunt- und Grün-Brachemischungen
angesät. Das Pflegekonzept beinhaltet das jährliche abschnittsweise Mulchen bzw. die Mahd der Flächen, weiter wird auf
den Einsatz von Pflanzenschutzmittel verzichtet. Im Rahmen der zehnjährigen Bindungsfrist besteht zudem ein
Erhaltungsgebot. Im folgenden Interview legt Graf Lerchenfeld die Beweggründe für seinen Einsatz im agrarökologischen
Bereich dar.
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Vertreibung aus dem Paradies
Unser Schalenwild würde die lichtverwöhnten, schmackhafteren Gräser und Kräuter auf den Flächen in der freien
Landschaft bevorzugen. Dennoch führt es eine Art "Partisanendasein" im Wald - immer anwesend, aber nie sichtbar.
Warum? Unser Wild hat gelernt:Wenn du dich tagsüber sehen lässt, endest du ganz schnell in der Bratröhre. Daher lebt
es nach der Devise "Verstecken hilft überleben!" Der überall gegenwärtige Mensch sperrt das Wild im Zuge einer nicht
artgerechten Jagd in finstere Dickungen. Um dem Wild die offenen Flächen wieder zugänglich zu machen, darf es den
Menschen nicht als lebensbedrohenden Feind, sondern muss ihn als Mitbewohner der Landschaft sehen. Deshalb sind
hoher Jagddruck auf verbissgefährdeten Verjüngungsflächen und gleichzeitig jagdfreie Zonen notwendig.
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Zwangsmitgliedschaft in einer Jagdgenossenschaft ist verfassungsgemäß
Die Zwangsmitgliedschaft in einer Jagdgenossenschaft ist verfassungsgemäß. Dies entschied im Dezember 2006 die 2.
Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts (BVG). Die Begründung dafür ist vielschichtig und von breiter
Bedeutung. Sie geht auf die Zulässigkeit der Schrankenbestimmung des Eigentums ein und betont eine Hegeverpflichtung,
die dem Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen dient, und zwar in grundstücksübergreifender Weise. Klargestellt wird
auch, dass die Verankerung des Tierschutzes im Grundgesetz nur die Art und Weise der Jagdausübung beeinflusst, nicht
aber die Legitimität des Jagdrechts in Frage stellen kann.
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Schwarzwildbestände in Bayern noch zu hoch
Seit 2001 halten sich die Schwarzwildstrecken in Bayern mit über 40.000 erlegten Wildschweinen pro Jagdjahr auf einem
recht hohen Niveau. Aus den Abschusszahlen kann auf eine landesweit gesehen hohe Schwarzwilddichte geschlossen
werden. Um die negativen Folgen hoher Schwarzwildbestände abzumildern, wurde vor fünf Jahren die "Empfehlung
zur Reduzierung überhöhter Schwarzwildbestände" formuliert. Derzeit evaluiert die Bayerische Landesanstalt für
Wald und Forstwirtschaft die damals ausgegebenen Empfehlungen. Die daraus abgeleiteten Verbesserungsvorschläge
können dazu dienen, beabsichtigte Managementmaßnahmen in Zukunft umsetzungsorientierter und somit erfolgreicher
zu implementieren.
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Luchse im Bergwald
In der Öffentlichkeit genießt der Luchs viel Sympathie und für seine Rückkehr in unsere Wälder gibt es breite Zustimmung.
Aber insbesondere in Teilen der Jägerschaft stößt die Wiedereinbürgerung dieses großen Beutegreifers auf Skepsis.
Auf viele wichtige Fragen zu seiner Wiederansiedelung gibt es noch keine gesicherten Antworten. Das 2006 begonnene
Luchs-Projekt soll nun die Beziehungen zwischen dem Luchs und seinen Beutetieren analysieren. Mit der Besenderung
von 100 Rehen, 60 Rothirschen und allen sechs Luchsen im tschechisch-bayerischen Untersuchungsgebiet sind die
Wissenschaftler des Nationalparks Bayerischer auf der Spur eines fundierten Wildtiermanagements.
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Luchsjagd im Spessart
Bereits im 16. und zu Beginn des 17. Jahrhunderts stellte die Jägerei im Spessart dem Luchs unerbittlich nach.Während
der Wirren des Dreißigjährigen Krieges konnte sich der Luchsbestand noch ein letztes Mal erholen. Für einen Fanglohn
von einem Goldgulden wurde die größte heimische Wildkatzenart innerhalb von drei Jahrzehnten zwischen 1670 und 1700
im Spessart ausgerottet.
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Traktverfahren der BaySF - ein Element zur Steuerung des Jagdbetriebs
Nach Art. 18 Waldgesetz für Bayern (BayWaldG) und Art. 3 Staatsforstengesetz (StFoG) ist der Staatswald unter Beachtung
der Grundsätze einer naturnahen Forstwirtschaft vorbildlich zu bewirtschaften. Die Bayerische Staatsforsten (BaySF)
haben damit insbesondere standortgemäße, gesunde, leistungsfähige und stabile Wälder zu erhalten oder zu schaffen.
Hierzu soll die natürliche Verjüngung der standortgemäßen Baumarten durch eine auf einen artenreichen und gesunden
Wildbestand ausgerichtete Bejagung im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen ermöglicht werden (Art. 18 BayWaldG und
Art. 4 StFoG).Aufgrund dieser gesetzlichen Vorgaben kommt daher der zielgemäßen Verjüngung des Waldes im jagdlichen
Handeln der BaySF sowie der Abschussplanung auf Grundlage der Forstlichen Gutachten eine Schlüsselrolle zu.
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Fischotter - ein Leben als Konflikt-Tierart
Der Fischotter kehrt wieder zurück.Vor allem im Bayerischen und Oberpfälzer Wald ist er immer häufiger zu beobachten.
Seine Vorliebe für frischen Fisch macht ihn jedoch zu einem Konkurrenten für Teichbesitzer und Fischer. Mit Hilfe
eines Projektes will die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft die bestehenden Konflikte lösen. Der
umfassende und integrative Ansatz des Projekts soll wichtige Grundlagendaten zutage fördern. Basis ist ein umfassendes
Fischotter-Monitoring, das u. a. auch auf DNA-Analysen zurückgreift.
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Waldforschung aktuell
Markus Blenk ist Ansprechpartner für die be- und verarbeitende Holzindustrie
Die Cluster-Initiative baut in den nächsten Jahren Netzwerke zwischen allen an der Wertschöpfungskette Forst, Holz,
Papier beteiligten Akteuren einschließlich der Forschung auf. Die Voraussetzungen für eine Erfolg versprechende Arbeit
sind geschaffen: Mit der Einstellung des Dipl.-Holzwirtes Markus Blenk aus dem Allgäu ist seit November 2006 das
Cluster-Team komplett.
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WALD - WISSENSCHAFT - PRAXIS
Erfolgreich gegen den "Käfer"
2007 wird die Bekämpfung des Fichtenborkenkäfers wieder im Mittelpunkt der Maßnahmen im Wald stehen. Die unermüdlichen
Bemühungen der letzten Jahre sind angesichts der anhaltenden Massenvermehrung auch 2007 notwendig. So
kann ein Käfer innerhalb eines Jahres bis zu 100.000 Nachkommen haben. Die aus einer Fichte ausfliegenden Käfer sind
in der Lage, 20 neue Fichten zu befallen. Dennoch ist eine erfolgreiche Bekämpfung möglich. Wir wollen daher die
Waldbesitzer und alle Beteiligten aufrufen, trotz der zu erwartenden Mühen den Kampf nicht aufzugeben und sie in ihrer
wichtigen Arbeit unterstützen.
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Orkan Kyrill profitiert von zu milder Witterung
Der November setzte die trocken-warme Witterung der beiden Vormonate fort. Damit gibt es wieder einen neuen Rekord
in den Wetteraufzeichnungen: Der Herbst war mit 2,5 °C wärmer als der langjährige Durchschnitt. Im Dezember und
noch bis Mitte Januar setzte sich die milde Witterung fort. Dies führte zu einem teilweisen Erwachen der Natur und schuf
perfekte Voraussetzungen für den Orkan Kyrill am 18.01.2007. Kyrill erfasste mit seinen Orkanböen weite Teile
Deutschlands und erreichte eine Stärke wie sie nur alle zehn bis zwanzig Jahre einmal auftritt. In Südbayern erreichte er
zwar nicht die Böenspitzen wie Orkan "Lothar" an Weihnachten 1999, im Norden wurden jedoch meist höhere
Windstärken gemessen.
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Umweltmonitoring nutzt genetische Informationen
Bisher waren genetische Untersuchungen auch europaweit im Umweltmonitoring nicht vorgesehen. Gleichzeitig aber
wissen wir seit langem, dass Umweltwirkungen an Waldbäumen auf Grund individueller Veranlagungen variieren können.
Seit 2001 führen das Bayerische Amt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht und die Bayerische Landesanstalt für Wald
und Forstwirtschaft erstmals auch genetische Untersuchungen auf den Bayerischen Waldklimastationen (WKS) durch.
Die Befunde sind für die Wirkungsanalyse wichtig und sollen die Beobachtungen zu Kronenzustand, Zuwachs, Ernährung
oder zur Phänologie der Bäume an den WKS ergänzen. Zwischenzeitlich hat eine Expertengruppe im Auftrag der Bund-
Länder-Arbeitsgruppe "Erhaltung forstlicher Genressourcen und Forstsaatgutrecht" ein Konzept für ein genetisches
Monitoring in Wäldern erarbeitet, dessen Umsetzung auch an den Waldklimastationen erprobt wird.
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Das Märchen vom "bösen" Podsol
Anlässlich des Weltbodentages wählten die Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft und der Bundesverband Boden den
Podsol zum Boden des Jahres. Podsole besitzen in Forstkreisen leider immer noch einen schlechten Ruf. Es können aber
bei geschickter Wahl der Baumarten auf naturbelassenen Podsolen gesunde und stabile Wälder begründet und gepflegt
werden. Podsol-Standorte bieten wegen ihrer nährstoffarmen und sauren Bedingungen seltenen Pflanzen und
Pflanzengesellschaften eine wichtige Heimat. Zudem ist das intensive Farbspiel der Podsole an Schönheit kaum zu übertreffen.
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Kyrill nicht mit Wiebke oder Lothar vergleichbar
Beim Orkan Kyrill fielen in Deutschland rund 26,5 Millionen Festmeter Holz an. Das sind 0,8% des Vorrats.Vivian und
Wiebke (1990) hatten immerhin 73 Millionen Festmeter Sturmholz verursacht. Am stärksten betroffen ist aktuell
Nordrhein-Westfalen mit 12 Millionen Festmeter. Allein im Sauerland liegen 50.000 ha kahl. Bayern ist mit rund vier
Millionen Festmetern relativ glimpflich davon gekommen. Die Mengen werden vom Holzmarkt gut aufgenommen.
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Anpassen, aussterben, ausweichen
Klimawandel äußert sich sehr facettenreich. Er trifft viele verschiedene Bereiche forstlichen Wirkens. Wir beginnen
hier eine kleine Serie, die einige Naturschutzaspekte des Klimawandels beleuchtet. Ein großes LWFaktuell-Schwerpunktheft
zum Thema Klimawandel, in dem alle verschiedenen Stränge gebündelt dargestellt sind, wird im September dieses
Jahres erscheinen.
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Wärmeliebende Rosenkäfer im Bayerischen Wald
Im Zuge der Klimaerwärmung breitet sich der Trauer-Rosenkäfer (Oxythyrea funesta) seit Mitte der neunziger Jahre
wieder aus. Die pontisch-mediterrane Art ist ein Relikt der postglazialen Steppenzeit. Der Käfer wandert aus den
Wärmerefugien des hessischen Maingebietes und aus dem südöstlichen Donauraum nach Bayern ein. 2002 wurde die
Art erstmals im Bayerischen Wald beobachtet. O. funesta findet sich inzwischen auch in Höhenlagen von über 700
Metern. Das Vordringen einer wärmeliebenden Steppenart in den kühlen Bayerischen Wald ist außergewöhnlich und
lässt sich vorerst nicht erklären.
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KURZ & BÜNDIG
Nachrichten
Umweltbildung - Qualitätssiegel für
mittlerweile 72 Einrichtungen --- Bayerns Schutzgebiete erhalten
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