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LWF aktuell 40
Naturwaldreservate in Bayern
Schwerpunkt
Naturwaldreservate - Forschung für den Wald der Zukunft
In den 153 bayerischen Naturwaldreservaten verzichten der Staat und einige Kommunen als Waldbesitzer
zum Teil seit 25 Jahren auf jede Nutzung. Es gilt ein striktes Eingriffsverbot, um diese Waldflächen
einer natürlichen Eigendynamik zu überlassen. Darüber hinaus wendet die Bayerische Staatsforstverwaltung
erhebliche Mittel für waldökologische Grundlagenerhebung, Dauerbeobachtung und
Datenauswertung auf. Es ist daher mit Recht die Frage zu stellen, welche Ziele wir Forstleute in den
Naturwaldreservaten verfolgen bzw. welchen Wert die daraus gewonnenen Erkenntnisse für die forstliche
Praxis besitzen.
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Laufende Projekte in den Naturwaldreservaten
Die Naturwaldreservate dienen bevorzugt dazu, der forstwissenschaftlichen Forschung und der
Waldbaupraxis Erkenntnisse für naturnahe Waldbehandlung durch laufende Beobachtungen zu ermöglichen.
Darüber hinaus sollen sie allgemein der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung
zur Klärung der in unbeeinflussten Waldlebensgemeinschaften wirksamen Kräfte zur Verfügung stehen.
Die langfristige Betreuung der bayerischen Naturwaldreservate ist der LWF übertragen. Sie koordiniert
die dort laufenden wissenschaftlichen Arbeiten, die teilweise auch externes Personal durchführt.
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Was lernen wir, wenn wir nichts tun?
Eine naturnahe Waldbewirtschaftung haben sich heute fast alle Forstbetriebe auf ihre Fahnen geschrieben.
Aber was ist eigentlich "naturnah"? Sind dies unsere stabilen, gesunden, gemischten und
ertragsstarken Wälder? Letztendlich mangelt es hierfür immer noch an messbaren Kriterien. Dabei ist
ein breites Spektrum an Faktoren für eine umfassende Beurteilung notwendig. Umso wichtiger ist es,
Referenzflächen für ungestörte Waldentwicklung zu sichern. Erst deren Erforschung schafft Anhaltspunkte
für eine objektive Bestimmung von Naturnähe, die Ableitungen aus Wirtschaftswäldern in dieser
Form nicht leisten können.
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Lücken im Buchenwald - Naturwaldreservate bieten Einblicke
Auch nach 25 Jahren ungestörter Entwicklung befinden sich die meisten bayerischen Buchen- Naturwaldreservate
noch in der Wachstums- oder Optimalphase. Verhältnismäßig geringe Altersunterschiede,
hohe Vorräte und Zuwächse, geringe Totholzmengen sowie optisch hallenwaldartige Aufbauformen
kennzeichnen dieses Stadium. Lücken im Kronendach treten nicht sehr häufig auf, sind aber -
sofern vorhanden - interessante Forschungsobjekte.
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Landschnecken in Naturwaldreservaten
Von den mehr als 280 in Bayern nachgewiesenen Molluskenarten (Schnecken und Muscheln) weisen
ca. 120 Landschneckenarten eine enge Bindung an Waldstandorte auf. Weitere Arten, die schwerpunktmäßig
in anderen Lebensraumtypen (z. B. Gewässer, Felsen, Offenland) vorkommen, können
Waldflächen ebenfalls besiedeln. Weit mehr als die Hälfte aller Weichtierarten Bayerns sind in Wäldern
lebensfähig. Einige Waldarten sind für die Bundesrepublik Deutschland nach derzeitiger Kenntnis
ausschließlich in Bayern nachgewiesen.
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Pilze als Zeiger feiner Unterschiede in Buchenwäldern
Ein Vergleich der Pilzartenausstattung aus verschiedenen Naturwaldreservaten zeigt, dass sich die
Artenausstattung von Buchen und Eichenwäldern ähnelt. Dagegen unterscheiden sich die Pilze in
Bruch-, Au- und Kiefernwäldern deutlich von den Buchenwäldern. Aber auch die sauren und die basischen
Buchenwälder haben ihre eigenen Pilzarten, nicht nur bei den Bodenbewohnern, sondern auch
bei den Holzzersetzern.
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Waldnaturschutz - Neues zur Bedeutung der Mischungsform
Im Rahmen eines vom BMBF und vom Kuratorium der Bayerischen Staatsforstverwaltung geförderten
Projektes wurden in Mittelschwaben (Forstämter Krumbach und Ottobeuren, Wälder der Fürst Esterhazyschen
Domänenverwaltung) zahlreiche waldökologische Studien durchgeführt, deren Ergebnisse
jetzt vorliegen (AMMER et al. 2002). Zu den für die Forstpraxis besonders wichtigen Befunden zählen
neue Erkenntnisse über die Auswirkungen der Mischungsform auf Flora und Fauna
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Erstes kommunales Naturwaldreservat unter der Lupe
Im Staatswald werden seit 1978 Naturwaldreservate ausgewiesen. Seit 1998 erlaubt der Gesetzgeber
auch den Kommunen, im Gemeinde- und Körperschaftswald Naturwaldreservate einzurichten. Die
Gemeinde Schwebheim im Landkreis Schweinfurt wies daraufhin 1999 mit dem "Riedholz" das erste
kommunale Naturwaldreservat Bayerns mit einer Fläche von 11,3 ha aus. Drei Jahre nach dessen
Einrichtung wurde nun im Rahmen einer Diplomarbeit an der Fachhochschule Weihenstephan das
Gebiet erstmals näher untersucht.
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Turnierplatz der Baumarten: Naturwaldreservate als Belegexemplare natürlicher Waldgesellschaften
Im Wirtschaftswald steuern nicht nur natürliche, sondern auch menschliche Faktoren die Konkurrenz
zwischen den Baumarten. Der Wirtschafter modifiziert dort die vom Standort vorgegebenen Verhältnisse
auf mancherlei Weise. Konkurrenzschwache Nebenbaumarten gewinnen die Oberhand, weil sie
aus forstwirtschaftlichen Gründen gegenüber ihren an sich stärkeren Mitbewerbern gefördert werden.
Manchmal geht die Förderung soweit, dass die von Natur aus starken Baumarten der natürlichen
Waldgesellschaft vollständig von anderen, wirtschaftlich interessanteren ersetzt werden.
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Wald - Wissenschaft - Praxis
Die Trockenheit und ihre Folgen für den Wald in Bayern
Der diesjährige Sommer war außergewöhnlich niederschlagsarm und heiß. Insgesamt war es der heißeste
Sommer seit Beginn der meteorologischen Messungen des Deutschen Wetterdienstes im Jahre
1901. Die LWF informierte bereits mit einem Rundschreiben an die bayerischen Forstdirektionen und
Forstämter über die Auswirkungen dieser extremen Trockenheit. Mit diesem Bericht möchten wir
nochmals einen kurzen Überblick sowie zusätzliche Informationen zum Witterungsverlauf dieses Jahres,
zur Wasserversorgung der Bestände und zu deren Auswirkungen auf die Wälder Bayerns geben.
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Die Zeit heilt alle Wunden
Als sich im Jahr 1997 der Konflikt um die flächig abgestorbenen Bäume im Nationalpark Bayerischer
Wald zuspitzte, befürchtete die örtliche Bevölkerung, dass die Urlauber auf Grund des flächig auftretenden
Totholzes das Gebiet meiden könnten. Zur Versachlichung der Diskussion führte der Lehrstuhl
für Forstpolitik und Forstgeschichte der Technischen Universität München 1997 eine Studie unter
Urlaubern durch. Die Ergebnisse zeigten, dass die Befürchtungen weitgehend unbegründet waren.
Seit 1997 hat sich die Fläche abgestorbener Bäume mehr als verdoppelt. Auch führten Stürme und
Verkehrssicherungsmaßnahmen dazu, dass liegendes Totholz einen anderen Eindruck in der Naturzone
des Nationalparks entstehen ließ.
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"Urlaub im Totholz"
Im Jahr 1997 spitzte sich der Konflikt um die rapide zunehmenden Totholzflächen im Umfeld des Nationalparks
Bayerischer Wald zu. Die ortsansässige Bevölkerung thematisierte diesen Prozess als eine
drastische "Umweltzerstörung", in deren Folge die Touristen zukünftig ausbleiben würden. Was ein
Teil der einheimischen Bevölkerung in mehrfachem Sinne als Verlust empfindet (Heimat, Ordnung,
Ruhe, Einkommen), scheint für die Touristen jedoch gar kein Problem zu sein. Jedenfalls lässt sich
auf der Grundlage von Befragungen nicht ableiten, dass die "toten Bäume" im Nationalpark in negativer
Weise die Gedanken an einen möglichen nächsten Urlaub im Bayerischen Wald bestimmen.
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Im Oktober 1803 wurde die Forstschule gegründet
Die große forstliche Innovation des Jahres 2003 war die Gründung des Zentrums Wald Forst Holz in
Freising-Weihenstephan. Bereits 200 Jahre früher gab es eine ähnlich bedeutende forstliche Innovation.
In den Gebäuden des ehemaligen Benediktinerklosters auf dem Weihenstephaner Berg wurde die
Forstschule Weihenstephan errichtet. Sie war zuständig für die Provinzen Baiern, die obere Pfalz,
Neuburg und Schwaben und sollte junge Menschen in zwei bzw. drei Jahren die "praktische Bildung
zur niedern und höhern Forstwissenschaft" geben. Diese Schule war die Keimzelle des Grünen Zentrums
Weihenstephan, das heute weit über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt ist.
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FFH - Nachrichten
Im Oktober 1803 wurde die Forstschule gegründet --- Kartieranleitung der Lebensraumtypen
im Internet --- Umfrage zur prioritären Anhang II-Art
Spanische Flagge --- LWF-Artenhandbuch im Internet --- Wald und NATURA 2000
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KURZ & BÜNDIG
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