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Neobiota – Invasive Arten - Quarantäneschädlinge
Pressemitteilung: Neue Arten – zwischen Verfremdung und Bereicherung

Gelber Hefttitel mit Abbildung eines Laubwaldes und Vergrößerung eines Insektes im Vordergrund.

LWF-aktuell 114

Weltweit nimmt die Anzahl neu registrierter gebietsfremder Arten (Neobiota) weiter zu. In Deutschland geht man aktuell von etwa 3.000 Neobiota-Arten aus. Der globale Handel trägt dazu wesentlich bei und arbeitet mit der Klimaerwärmung Hand in Hand.
Die aktuelle Ausgabe 3/2017 des Magazins LWF-aktuell folgt der Spur der „Invasoren der besonderen Art“.

Mit der Entdeckung der Neuen Welt und dem damit einhergehenden Beginn des transatlantischen Handels wurden im nennenswerten Umfang Arten nach Europa verbracht Gebietsfremde Arten, die nach 1492 eingeschleppt wurden oder eingewandert sind, werden als Neobiota bezeichnet.

Derzeit gibt es 319 Neozoen-Arten (gebietsfremde Tierarten) in Deutschland. Größtenteils fügen sie sich unauffällig in unsere Ökosysteme ein. Ein kleiner Prozentsatz der Neozoen bereitet jedoch durchaus ernsthafte Probleme, die meist mit wirtschaftlichen und gesundheitlichen Schäden verbunden sind.

Neobiota, die ein erhebliches Gefährdungspotential für naturnahe Ökosysteme, Biotope oder Arten darstellen, werden Invasive Arten genannt. Trotzdem sind sie aber im Naturschutz ein im Vergleich zu den Bedrohungen wie Klimawandel, Eutrophierung, Versiegelung und Verbauung der Landschaft und Pestizideinsatz nachrangiges Problem.

Anders bei den Quarantäneschädlingen. Diese Neozoen können schwere wirtschaftliche Schäden verursachen. Allen voran der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB). Der ALB wurde im Verpackungsholz für chinesische Granitsteine über Österreich 2004 nach Bayern eingeschleppt. Geschädigt werden bevorzugt Ahorn, Rosskastanie, Pappel, Birke und Weide. Die Bäume sterben ab, ihr Holz wird entwertet.

Die wichtigsten Eintrittspforten neozoischer Insekten nach Mitteleuropa stellen insbesondere die großen Seehäfen und auch Flughäfen dar. Werden Neobiota entdeckt, dann heißt es für die verantwortlichen Behörden: genaue Artdiagnose, umfassende Risikobewertung und ausführliche Einzelfallbeurteilung.

Ob Neozoen geduldet, bekämpft, kontrolliert oder ausgerottet werden sollen, ist keine Grundsatzfrage, sondern eine Einzelfallentscheidung von Experten aus den Bereichen Naturschutz und Pflanzenschutz. Das neu erschienene Heft von LWF aktuell gibt einen aktuellen Überblick über Quarantäneschadorganismen, die vor allem für den Wald bedeutsam sind.

In Bayern ist für den Pflanzenschutz die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) verantwortlich. Im Wald wird die Koordinierung und Ausführung dieser Aufgaben von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) mit Unterstützung der Revierleiter an den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten übernommen.