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Das Borkenkäfermonitoring 2017 ist gestartet- aktuelle Handlungsempfehlungen zur Aufarbeitung von Käferholz - Blickpunkt Waldschutz 3/2017
von Cornelia Triebenbacher, Gabriela Lobinger

Am 01.04.2017 startete das Borkenkäfermonitoring für das Jahr 2017. Zeitgleich laufen vermehrt Meldungen über abfallende Rinde an Käferbäumen an der LWF ein. Was passiert gerade unter der Rinde? Was kann man tun?

Borkenkäfermonitoring 2017

An 131 Standorten in Bayern sind seit dem 01.04.2017 die Borkenkäferfallen für das Borkenkäfermonitoring aufgestellt. Hier werden die Schwärmaktivitäten von Buchdrucker und Kupferstecher beobachtet. In 12 Revieren liegen wieder Bruthölzer zur Beobachtung der Brutentwicklung aus.

Die Internetkarte auf www.borkenkaefer.org mit der Einschätzung der Gefährdungslage durch die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wurde zum 01.04.2017 auf „grün“ zurückgesetzt.

Zum Borkenkäferinfoportal "www.borkenkaefer.org"

Meldungen zu abfallender Rinde

Borkenkäfer_Tot_Fichte_LWF_Boehm

Typisch: Abfallende Rinde (Foto: Jan Böhm)

Vermehrt treffen Meldungen zu aktuell abfallender Rinde von Fichten mit offensichtlichem Käferbefall an der LWF ein. Dabei handelt es sich um Fichten mit Befall aus dem Spätsommer 2016.

Mit den warmen Temperaturen im März setzten die Jung- und Altkäfer ihren Reifungs- bzw. Regenerationsfraß fort. Aus Einbohr- und Luftlöchern kann es zum Teil zu leichtem Bohrmehlauswurf kommen, da es nun unter der Rinde sehr eng wird und anfallendes Material so herausbefördert wird. Fällt die Rinde ab, werden je nach Witterung die fertigen Käfer in der Rinde verharren oder sie fliegen aus. Dabei werden sie sich vermehrt in liegendes Holz einbohren.

Stehendbefall von Fichten schaffen sie derzeit nur bei hohem Befallsdruck. Ab April beginnt die normale Schwärmzeit der Borkenkäfer. Der Hauptschwärmflug kann je nach Witterung schon Mitte bis Ende April einsetzen. Es ist daher Eile geboten!

Handlungsempfehlungen

  • Kontrolle der gefährdeten Bestände auf vom Buchdrucker und Kupferstecher befallene Fichten (Kronenverfärbung, abfallende Rinde), v.a. in letztjährigen Käfernestern;
  • Auch offensichtlich durch Kupferstecher befallene Fichten, an denen „nur“ die oberen Kronenteile befallen sind, müssen eingeschlagen und aufgearbeitet werden.

Bei abfallender Rinde an Einzelbäumen:

  • Sofortiger Einschlag der befallenen Fichten (unter festsitzender Rinde können sich noch viele Borkenkäfer befinden!);
  • Kontrolle umstehender Fichten auf älteren Befall, ggf. sofortiger Einschlag;
  • Kontrolle in der näheren Umgebung liegender Fichtenstämme auf Befall;
  • befallenes Holz sollte umgehend aus dem Wald verbracht werden (mind. 500 m zum nächsten Nadelholzbestand);
  • Entrindung und Unschädlichmachen der Rinde (Aufwerfen der Rinde auf Haufen höher 50 cm und mit Folie abdecken, Verbrennen der Rinde oder Abfuhr);
  • An Holzpoltern mit Fichten, deren Rinde bereits lose ist oder abfällt, ist ein Einsatz von Insektiziden gegen Buchdrucker und Kupferstecher nicht zweckdienlich.
Bei abfallender Rinde an mehreren Fichten (ab ca. 3 Stück):
Zusätzlich zu o.g. Punkten Kontrolle der umstehenden Fichten auf frischen Befall!

Kronenmaterial:

  • keine Lagerung von Brennholz im Wald;
  • bei Harvestereinsatz: Streifen der Giebel mit Prozessorkopf hilft jetzt noch gegen Buchdrucker, für Kupferstecher ist diese Maßnahme jedoch aktuell nicht mehr ausreichend!;
  • Äste und restliche Hölzer zusammenziehen und Hacken;
  • bei Einbau in Rückegasse:
    - Befallenes Material: Bruterfolgskontrolle -> bei Bruterfolg Gasse mulchen
    - Unbefallenes Material: Befallskontrolle 4 Wochen ab Schwärmbeginn -> bei Befall Gasse mulchen.

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