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Holger Hastreiter
Die Holzeinschlagserhebung 2016 – LWF aktuell 116

Nach dem »Schadholzjahr« 2015 verlief der Holzeinschlag in Bayerns Wäldern vergangenes Jahr etwas ruhiger. Borkenkäfer, Trockenschäden sowie die Aufarbeitung der letzten Spuren von Orkan »Niklas« sorgten dennoch für einen regen Einschlag. Neben den Kennzahlen zum Holzeinschlag wurden die Teilnehmer auch zu vorhandenen Bewirtschaftungshindernissen befragt.

Die Einschlagserhebung der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) ergab für 2016 eine Holzmenge von 9,39 Millionen Festmeter im Privatwald und 1,38 Millionen Festmeter in Körperschaftswald. Die Einschlagsmengen sind somit um 17 % im Privatwald bzw. 16 % im Körperschaftswald gesunken.
Waldarbeiter zerteilt eine gefällte FichteZoombild vorhanden

Abb. 1: Waldarbeiter (Foto: Jan Böhm)

Aus dem Staatswald (inkl. Nationalparke) wurden 4,75 Millionen Festmeter gemeldet, der Bundeswald schlug 0,12 Millionen Festmeter ein. Die Holzmenge aus dem Staatswald lag damit 13 % und die Menge im Bundeswald um 34 % unter den Werten aus dem Jahr 2015. Der Gesamteinschlag mit 15,65 Millionen Festmeter lag um 16 % unter dem Vorjahresergebnis. Abbildung 2 veranschaulicht die eingeschlagenen Holzmengen in den vergangenen drei Jahren zum einen nach der Waldbesitzart und zum anderen, jeweils bezogen auf den bayerischen Gesamteinschlag, nach den Baumartengruppen und den ausgehaltenen Sortimenten. Die in den Jahren angefallenen kalamitätsbedingten Holznutzungen sind – getrennt nach Schadursache – ebenfalls dargestellt.

Der Holzeinschlag nach Besitzarten

SäulendiagrammZoombild vorhanden

Abb. 2: Vergleich der vergangenen drei Einschlagsjahre (Grafik: LWF)

Im Folgenden werden sowohl die gemeldeten Zahlen für den Landes- und Bundeswald, als auch die direkt von der LWF erhobenen Holzmengen für den Privat- und Körperschaftswald vorgestellt. Insgesamt haben an der freiwilligen Umfrage rund um das Thema Holzeinschlag 630 Privatwald- und 384 Körperschaftswaldbetriebe teilgenommen.
Gemäß der gesetzlich verankerten Einschlagsstatistik werden in der Erhebung vier Baumartengruppen unterschieden:

Fichte: Fichte, Tanne, Douglasie
Kiefer: Kiefer und Lärche
Eiche: Eiche und Roteiche
Buche: Rotbuche und alle anderen Laubhölzer
Innerhalb dieser Gruppierungen wird die Holzmenge in Erntefestmetern ohne Rinde (Efm. o. R.) nach Stamm-, Industrie- und Energieholz (Scheitholz und Hackschnitzel) aufgeteilt erhoben. Ebenfalls abgefragt wird der Anteil an nicht verwertbarem Derbholz (Durchmesser größer als 7 cm), das im Wald verbleibt. Tabelle 1 gibt für alle Besitzarten und den Gesamtwald Bayerns einen Überblick über die Einschlagsmengen in den Baumartengruppen und deren Veränderung im Vergleich zur Vorjahresmenge. Der im Wald verbleibende Derbholzanteil (NH) ist in den Werten enthalten.
Tabelle 1: Baumartenverteilung in den Besitzarten und deren Veränderung gegenüber 2015 ( Beachten Sie: Efm. o. R. in Tsd!)
Besitzart Fichte
Menge [Efm. o. R.],
Veränderung [%]
Kiefer
Menge [Efm. o. R.],
Veränderung [%]
Eiche
Menge [Efm. o. R.],
Veränderung [%]
Buche
Menge [Efm. o. R.],
Veränderung [%]
Privatwald 7.017
-18
1.112
-21
233
+7
1.032
-5
Körperschaftswald 891
-22
209
-2
52
+2
230
-2
Staatswald 2.973
-21
869
+3
121
+1
789
+4
Bundeswald 69
-30
28
-49
1,9
-47
25
-19
Gesamtwald 10.950
-19
2.218
-12
408
+4
2.076
-2
Informationen, in welcher Menge und in welchem Verhältnis die Sortimente Nadel- und Laubstammholz, Industrieholz sowie Energieholz in den Besitzarten und auf der gesamten Waldfläche ausgehalten wurden, können der Tabelle 2 entnommen werden. Wie in Tabelle 1 geben die Prozentwerte die Veränderungen zum Jahr 2015 wieder. Die Mengenverteilung der Sortimente innerhalb und zwischen den Baumartengruppen und deren Veränderung sind in Tabelle 3 dargestellt.
Tabelle 2: Sortimentsverteilung in den Besitzarten und deren Veränderung gegenüber 2015 ( Beachten Sie: Efm. o. R. in Tsd!)
Besitzart Nadelstammholz
Menge [Efm. o. R.],
Veränderung [%]
Laubstammholz
Menge [Efm. o. R.],
Veränderung [%]
Industrieholz
Menge [Efm. o. R.],
Veränderung [%]
Energieholz
Menge [Efm. o. R.],
Veränderung [%]
Privatwald 4.698
-21
160
-22
404
-12
4.043
-11
Körperschaftswald 819
-21
81
+18
131
-4
314
-14
Staatswald 2.871
-15
182
+4
616
+2
563
-15
Bundeswald 57
-36
3,7
+46
21
-48
35
-23
Gesamtwald 8.445
-20
427
-5
1.172
-6
4.955
-12
Die Zahlen beziehen sich dabei auf den bayerischen Gesamtwald. Nach dem schadholzreichen Jahr 2015 verlief der Holzeinschlag 2016 wieder in etwas gemäßigteren Bahnen. Insbesondere im südlichen und östlichen Bayern galt es zu Jahresbeginn aber noch, die restlichen vom Orkan »Niklas« geschädigten Bäume aufzuarbeiten. Bedingt durch den warmen und niederschlagsarmen Sommer und Herbst des Vorjahres waren vielerorts auch Trockenschäden in den Wäldern zu registrieren.
Tabelle 3: Sortimentsverteilung in den Baumartengruppen und deren Veränderung gegenüber 2015 ( Beachten Sie: Efm. o. R. in Tsd!)
Baumart Stammholz
Menge [Efm. o. R.],
Veränderung [%]
Industrieholz
Menge [Efm. o. R.],
Veränderung [%]
Energieholz
Menge [Efm. o. R.],
Veränderung [%]
Fichte 7.219
-21
631
-13
2.779
-15
Kiefer 1.226
-11
158
-4
729
-17
Eiche 93
-9
37
+2
241
+9
Buche 334
-4
345
+10
1.206
-5
Gesamtwald 8.872
-19
1.171
0
4.955
-11
Das reichlich vorhandene Brutmaterial und die günstige Witterung schafften auch 2016 gute Voraussetzungen für die Entwicklung der Borkenkäfer. In den betroffenen Gebieten bestimmte deshalb häufig die Suche und Aufarbeitung der von Buchdruckern und Kupferstechern befallenen Bäume das forstwirtschaftliche Handeln. Dadurch wurde der Frischholzeinschlag etwas abgebremst bzw. kam erst verzögert in Gang. In Nordbayern hingegen waren ganzjährig normale Einschlagstätigkeiten zu verzeichnen. Die Schadholzzahlen sind, getrennt nach Schadursache und versehen mit angegebener Veränderung zur Vorjahresmenge, der Tabelle 4 zu entnehmen.
Tabelle 4: Schadholzmengen nach Schadursachen und deren Veränderung gegenüber 2015 ( Beachten Sie: Efm. o. R. in Tsd!)
Besitzart Sturm
Menge [Efm. o. R.],
Veränderung [%]
Schnee
Menge [Efm. o. R.],
Veränderung [%]
Insekten
Menge [Efm. o. R.],
Veränderung [%]
Summe
Menge [Efm. o. R.],
Veränderung [%]
Privatwald 485
-75
19,5
-77
2,286
+26
2.791
-27
Körperschaftswald 53
-82
8,6
-19
287
+63
349
-27
Staatswald 210
-88
25
-46
834
+62
1.069
-52
Bundeswald 3,4
-86
0,2
-26
38
+872
42
+48
Gesamtwald 751
-81
53
-63
3.446
+38
4.250
-35

Die Holzeinschlagserhebung im Privatwald

Grundlage für die Frage nach dem Holzeinschlag ist das Agrarstatistikgesetz. Danach sind die Erzeugerbetriebe aller Besitzarten verpflichtet, jährlich Auskunft über die eingeschlagenen Holzmengen sowie über den Schadholzanteil und die Schadensursache zu geben. Seit 1999 führt die LWF im Auftrag des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten diese Erhebung durch.

Dazu wurde ein mit dem Waldbesitzerverband und dem Bauernverband abgestimmtes Erhebungsverfahren mittels Fragebögen entwickelt. Grundlegender Unterschied zur Erhebung in den anderen Bundesländern ist es, dass in Bayern die Teilnahme ausschließlich freiwillig erfolgt. Das bedeutet: Kein Waldbesitzer ist verpflichtet, den Fragebogen auszufüllen. Selbstverständlich werden die erhobenen Daten anonym behandelt, keinen Dritten zugänglich gemacht oder für andere Zwecke verwendet.

Im Januar jeden Jahres schicken Mitarbeiter der LWF die Fragebögen zum Holzeinschlag des Vorjahres an rund 1.250 Waldbesitzer. Der Teilnehmerkreis reicht dabei vom mehrjährig bei der Holznutzung aussetzenden Kleinprivatwald mit einer Eigentumsflächen von wenigen hundert Quadratmetern bis zum Großprivatwaldunternehmen mit über tausend Hektar. Nachdem die Daten aller Fragebögen an der LWF zusammengefasst und berechnet wurden, wird das Ergebnis für Bayern an das Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weitergeleitet. Über das Landesamt gehen die Daten an das Statistische Bundesamt, wo die Ergebnisse aller Bundesländer zusammengeführt werden und letztendlich im Agrarbericht des Bundes erscheinen.

Zusatzbefragung zu vorhandenen Bewirtschaftungshindernissen

Balkendiagramm, auf dem der Anteil der Bewirtschaftungshindernisse (wie fehlende Wege) aufgetragen istZoombild vorhanden

Abb. 3: Bewirtschaftungshindernisse und deren prozentuale Nennung in den Besitzgrößenklassen von 1 bis 50 ha. (Grafik: LWF)

Im Rahmen der Einschlagserhebung werden den privaten Waldeigentümern jährlich Zusatzfragen zu forstlichen Themen gestellt. Die Waldbesitzer selbst, aber häufig auch die zuständigen Förster der forstlichen Zusammenschlüsse und der Forstverwaltung sehen sich bei ihrem Tagesgeschäft nicht selten mit verschiedenen Problemen konfrontiert, durch die eine geregelte Bewirtschaftung von Waldflächen erschwert wird.

2016 dienten die zusätzlichen Fragen deshalb zur Erhebung der Häufigkeit verschiedener, vorformulierter Bewirtschaftungshindernisse, wie beispielweise Erschließungsmängel oder unklare Besitzgrenzen, im eigenen Wald der Teilnehmer. Im Größenklassenbereich von 1 bis 50 Hektar Waldfläche haben 405 Teilnehmer die Frage beantwortet. Von diesen haben 128 Waldbesitzer eine Waldfläche von 1 bis 4,99 ha. 217 Teilnehmer befinden sich mit ihrer Waldfläche im Mittelfeld von 5 bis 19,99 ha und 60 Teilnehmer besitzen zwischen 20 und 50 ha Wald. Die Zahl der zu vergebenden Antworten war dabei unbegrenzt. Im Durchschnitt kreuzten die Teilnehmer drei Hindernisse an (Abbildung 7).

Nur rund ein Fünftel der Teilnehmer sieht im eigenen Wald keine Bewirtschaftungshindernisse. Alle anderen Teilnehmer konnten mindestens eines der angegeben Probleme für ihren Wald als zutreffend identifizieren. Besonders häufig wurden im Themenfeld »Walderschließung « die Punkte mangelnder Ausbauzustand bei bestehenden Waldwegen, eine fehlende Feinerschließung der Bestände mit Rückegassen und -wegen und das Fehlen einzelner LKW-fahrbarer Wege angekreuzt. Bei den vorgegebenen Waldstrukturproblemen waren die unzureichende Abmarkung mit Grenzzeichen, die durchschnittliche Flurstückgröße unter 1 Hektar und die Besitzzersplitterung die am öftesten genannten Hemmnisse.

Die Umfrage zeigt, dass Bewirtschaftungshindernisse nicht nur im Kleinstprivatwald zu finden sind. Auch die Besitzer deutlich größerer Waldflächen nennen bestehende Mängel bzw. Verbesserungspotenziale für ihren Wald, wenngleich in diesen Fällen oft nicht der ganze Besitz beeinträchtigt ist. Obwohl in dieser Umfrage nicht explizit danach gefragt wurde, kann wohl angenommen werden, dass sowohl von Seiten der Betroffenen als auch des mit der Betreuung beauftragten forstfachlichen Personals gleichermaßen der Wunsch besteht, die Bewirtschaftungsprobleme zu minimieren oder wo möglich, gänzlich zu beseitigen.

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