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Außenhandel Bayerns mit Holz und Holzprodukten

Der Handel mit anderen Staaten stellt eine grundlegende Vorrausetzung des globalisierten Handels dar. Internationale Produktionsnetzwerke sind ohne ihn nicht vorstellbar. Änderungen in den Produktionsnetzwerken haben folglich auch Auswirkungen auf den Außenhandel und sind daraus ablesbar.

In den Diagrammen sind nur die Holzströme mit dem Ausland dargestellt, denn der innerdeutsche Handel wird nicht erfasst.
Der Außenhandel mit Rundholz hat sich in Bayern in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Noch 2006 war Bayern netto ein Rundholzexporteur, der knapp 2,5 Mio. Festmeter ins Ausland exportierte. Bis 2010 schmolz dieser Nettoexport ab und seit 2011 ist Bayern ein Rundholz-Importland. Diese Entwicklung wurde durch einen Ausbau der Einschnittkapazitäten der Sägewerke seit etwa 2005 gestartet, woraufhin die Nachfrage nach Rundholz in Bayern stark anstieg. Seit dem Jahr 2015 sind die Auswirkungen der anhaltenden Borkenkäferkalamität und einiger Stürme durch den ansteigenden Export von Rundholz zu sehen.

Balkendiagramm mit je zwei Balken für Ein- und Ausfuhr. Die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Menge in Mio. fm, eine grüne Linie das Saldo dar.

Abbildung 1: Außenhandel Bayerns mit Rundholz 2006 - 2018
Nadelholz ist marktbestimmend
Das Nadelholz ist im Durchschnitt mit 86 % am Export und mit 94 % am Import beteiligt. Damit bildet das Nadelholz weitgehend die Entwicklung des gesamten Rundholzmarktes ab. Interessant ist, dass trotz der Sturmwürfe „Niklas“ und „Kolle“ sowie der Borkenkäfermassenvermehrung, die seit 2015 in Bayern abläuft, Bayern weiterhin ein Nettoimportland für Rundholz war. Erst im Jahr 2018 ergab sich ein leichter netto Export von Rundholz.

Balkendiagramm mit je zwei Balken für Ein- und Ausfuhr. Die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Menge in Mio. fm, eine grüne Linie das Saldo dar.

Abbildung 2: Außenhandel Nadelrundholz 2006 - 2017
10 % des eingeschlagenen Laubholzes wird exportiert
Beim Laubholz ist Bayern seit 2006 ein Exportland. Zwischen 2010 und 2012 stieg der Saldo – auf einem niedrigen Niveau - deutlich an und bewegt sich seit dem auf einem ähnlichen Niveau.

Balkendiagramm mit je zwei Balken für Ein- und Ausfuhr. Die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Menge in Tausend fm, eine grüne Linie das Saldo dar.

Abbildung 3: Außenhandel Bayerns mit Laubrundholz 2006 - 2018
Außenhandel Buche und Eiche
Hauptexportprodukt beim Laubholz ist das Buchenrundholz, während die Außenhandelsbilanz bei der Eiche über die meiste Zeit fast ausgeglichen war. Erst 2017 zeigte sich bei der Eiche ein Trend zu mehr Exportvolumen.

Balkendiagramm mit je zwei Balken für Ein- und Ausfuhr. Die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Menge in Tausend fm, eine grüne Linie das Saldo dar.

Abbildung 4: Außenhandel mit Buchenrundholz 2006 - 2018

Balkendiagramm mit je zwei Balken für Ein- und Ausfuhr. Die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Menge in Tausend fm, eine grüne Linie das Saldo dar.

Abbildung 5: Außenhandel mit Eichenrundholz 2006 - 2018
Österreich
Österreich ist ein wichtiger Abnehmer für Rundholz. Viele Waldgebiete in Bayern liegen im direkten Einzugsgebiet von österreichischen Sägewerken. Von 2006 bis 2011 haben die Exporte nach Österreich stark abgenommen. In der Folge stabilisierten sie sich auf dem niedrigeren Niveau bis 2014. Seit 2015 sind wieder steigende Exporte nach Österreich zu verzeichnen.

Balkendiagramm mit je zwei Balken für Ein- und Ausfuhr. Die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Menge in Mio. fm, eine grüne Linie das Saldo dar.

Abbildung 6: Außenhandel Rundholz mit Österreich 2006 - 2018
Tschechische Republik
Noch 2006 war der Außenhandel mit der Tschechischen Republik quasi nicht existent. Seit dem ist eine steigende Menge an Importen aus der Tschechischen Republik nach Bayern zu verzeichnen. Im Wesentlichen wird nur Nadelholz importiert. Der vorläufig niedrigste Saldo war 2016 mit knapp -1,8 Mio. Festmeter erreicht, wobei der Saldo von 2018 nur wenige Tausend Festmeter darüber lag.

Balkendiagramm mit je zwei Balken für Ein- und Ausfuhr. Die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Menge in Mio. fm, eine grüne Linie das Saldo dar.

Abbildung 7: Außenhandel Bayerns mit der Tschechischen Republik mit Rundholz 2006 - 2018
Italien
In den folgenden Abbildungen wird die Skala in Tausend Festmeter (Tausend Fm) angezeigt, da das Handelsvolumen mit diesen Ländern wesentlich geringer ausfällt.

Aus Bayern wird hauptsächlich Nadelholz nach Italien exportiert. Die Exporte sind von knapp 60.000 Festmetern in 2007 auf 30.000 2018 gesunken. Die Importe aus Italien sind sehr gering.

Balkendiagramm mit je zwei Balken für Ein- und Ausfuhr. Die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Menge in 100.000 fm, eine grüne Linie das Saldo dar.

Abbildung 8: Außenhandel Bayerns mit Italien mit Rundholz 2006 - 2018
Frankreich
Bis ins Jahr 2008 waren Import und Exportvolumen beim Rundholz nach Frankreich ausgeglichen. Mit dem Jahr 2009 machte sich ein sprunghafter Anstieg der Importe bemerkbar. Das Importvolumen hatte 2011 seinen Höhenpunkt und sank bis 2014. Seit dem stagniert der Außenhandel auf nahezu demselben Niveau. Der Saldo lag im Durchschnitt bei -40.000 Fm.

Balkendiagramm mit je zwei Balken für Ein- und Ausfuhr. Die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Menge in 100.000 fm, eine grüne Linie das Saldo dar.

Abbildung 9: Außenhandel Bayerns mit Frankreich mit Rundholz 2006 - 2018
Volksrepublik China
Das Exportvolumen in die Volksrepublik China betrug knapp 9.000 Festmeter im Jahr 2006. Seit dem stieg dieses Volumen an und erreichte knapp 52.000 Festmeter im Jahr 2018. Exportiert wird vor allem Buchen und Eichen-Rundholz. 2018 wurde erstmals knapp 8.000 Fm Nadelrohholz nach China exportiert. Importe fanden nahezu keine statt. Da die Exporte von Laubrundholz in die Volksrepublik China in der Vergangenheit oft im Fokus der Öffentlichkeit standen, werden im Folgenden die Exportvolumen für Buchen-, Eichen- und sonstiges Laubrundholz für ganz Bayern dargestellt.

Balkendiagramm mit je zwei Balken für Ein- und Ausfuhr. Die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Menge in 100.000 fm, eine grüne Linie das Saldo dar.

Abbildung 10: Außenhandel Bayerns mit der Volkrepublik China mit Rundholz 2006 - 2018
Im Jahr 2006 wurde vor allem Eichenrundholz in die Volksrepublik China exportiert. Diese brachen dann 2007 stark ein und blieben bis 2016 auf niedrigem Niveau. Erst im Jahr 2017 machte sich ein starker Anstieg der Exporte von Eichenrundholz bemerkbar. Seit 2008 stiegen die Exporte von Buchenrundholz an und betrugen 2016 knapp 37.000 Festmeter. Dieses Volumen sank 2017 und 2018 leicht auf rund 35.000 Festmeter Buchenrundholz. Damit wurden knapp 1,6 % des bayerischen Bucheneinschlages in die Volksrepublik China exportiert. Zu beachten ist außerdem, dass der durchschnittliche Wert des ausgeführten Buchenholzes bei 164 €/Fm liegt und damit 39 – 54 Euro über dem Festmeterpreis für Buchenstammholz Güte B in der 4. bis 6. Stärkeklasse aus diesem Winter (StMELF 2018). Es dürfte sich deswegen mehrheitlich um Buchenwertholz handeln.

Balkendiagramm mit je drei Balken für Eiche, Buche und sonstiges Laubholz. Die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Menge in Tausend fm dar.

Abbildung 11: Rundholzexporte von Eiche, Buche und s. Laubrundholz in die Volksrepublik China 2006 – 2018
Neben Laubrundholz wird aber auch Laubschnittholz in die Volksrepublik China exportiert. Auch hier ist die Buche die Baumart mit dem höchsten Exportvolumen. Seit 2016 steigen die Exporte von Nadelschnittholz nach China stark an.

Balkendiagramm mit je drei Balken für Buchen-, Nadel- und Eichenschnittholz. Die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Menge in Tausend m³ dar.

Abbildung 12: Schnittholzexporte in die Volksrepublik China 2006 - 2017

Literatur: StMELF (2018): Holzmarktbericht zum I. Quartal in Bayern.

Schnittholz

Die Schnittholzexporte stiegen 2007 sprunghaft an. Mit dem Beginn der Wirtschaftskrise sanken sie anschließend, bis sie 2009 den Tiefststand erreichten. Seit 2013 ist ein stetiges Anwachsen der Schnittholzexporte zu verzeichnen. 2018 haben die Exporte mit 2,6 Mio. m³ und einem Außenhandelssaldo von 1,6 Mio. m³ den Höchststand der vergangenen dreizehn Jahre erreicht. Im Außenhandel dominiert Nadelschnittholz. Weil sich die Abbildung des Nadelschnittholzes nicht wesentlich von der des Gesamtschnittholzes unterscheidet, wird sie hier nicht gezeigt.

Balkendiagramm mit je zwei Balken für Im- und Export. Die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Menge in Mio. fm und die grüne Linie das Saldo dar.

Abbildung 13: Außenhandel Bayerns mit Schnittholz 2006 - 2018
Beim Laubschnittholz wurden bis 2008 mehr Mengen importiert als exportiert. Durch die Inbetriebnahme von zwei neuen Laubholz Großsägewerken in Bayern, war mit einem Abschmelzen des Importüberschusses zu rechnen. Doch die Finanz- und Wirtschaftskrise, die 2007 begann und 2009 ihren Höhepunkt hatte, wirkte sich deutlich auf die Produktion und den Außenhandel in dieser Zeit aus. In einigen Laubholzsägewerken wurde Kurzarbeit durchgeführt oder lange Betriebsferien gemacht. Dennoch war die Nachfrage in Bayern so gering, dass 2009 in Bayern erstmals ein Nettoexport zu verzeichnen war. Mit der Normalisierung des Sägewerksbetriebs und der Nachfrage in den folgenden Jahren stieg dann der Saldo an und wurde positiv. Seit 2012 ist der Saldo stets positiv und beträgt zwischen 36.000 und 100.000 m³.

Balkendiagramm mit je zwei Balken für Im- und Export. Die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Menge in Mio. fm und die grüne Linie das Saldo dar.

Abbildung 14: Außenhandel mit Laubschnittholz 2006 - 2018

Spanplatten

Von 2007 bis 2010 wurden aus Bayern mehr Spanplatten exportiert als importiert. In Folge der Wirtschaftskrise geriet ein großes Spanplattenwerk in Bayern in Turbulenzen und musste schließlich Insolvenz anmelden. In dieser Zeit fiel der Außenhandelssaldo und wurde negativ. Erst im Jahr 2017 wurde der Saldo wieder positiv.

Balkendiagramm mit je zwei Balken für Ein- und Ausfuhr. Die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Menge in 100.000 m³, eine grüne Linie das Saldo dar.

Abbildung 15: Außenhandel Bayerns mit Spanplatten 2007 - 2018

OSB

In Bayern gibt es keine Produktionsstätte für OSB. Deswegen führt eine steigende Nachfrage in Bayern zu steigenden Importmengen. Allerdings ist die Importmenge nur die Untergrenze der Nachfrage, denn der innerdeutsche Handel wird nicht erfasst.

Balkendiagramm mit je zwei Balken für Ein- und Ausfuhr. Die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Menge in Tausend m³, eine grüne Linie das Saldo dar.

Abbildung 16: Außenhandel mit OSB 2007 – 2018

Brennholz, Sägespäne und Holzabfälle

Das mengenmäßig wichtigste Handelsgut dieser Gruppe sind Nebenprodukte der Sägewerke, die beim Einschnitt von Stammholz anfallen. Diese werden dazu verwendet, Spanplatten und Papier zu produzieren; In den vergangenen Jahren wurden sie aber vermehrt zu Pellets gepresst oder in Heizwerken verbrannt. Bayern hatte bis 2012 einen hohen Exportüberschuss beim Außenhandel in diesem Segment. 2013 ging dieser stark zurück. Dies wurde durch den Rückgang der Exporte bei gleichzeitigem Ansteigen der Importe verursacht. Dieser Rückgang der Exporte wurde 2014 gestoppt. Österreich mit seinen zahlreichen Standorten der Papier- und Holzwerkstoffindustrie ist Hauptabnehmer für Nebenprodukte der Sägewerke.

Balkendiagramm mit je zwei Balken für Ein- und Ausfuhr. Die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Menge in Mio. t, eine grüne Linie das Saldo dar.

Abbildung 17: Außenhandel Bayerns mit Brennholz, Sägespänen und Holzabfällen 2008 - 2018

Papier und Pappe

Auch für Papier ist Bayern Nettoexporteur. Der Handel findet im Wesentlichen innerhalb Europas statt. Die wichtigsten Empfängerländer der letzten sechs Jahre sind Italien und Frankreich, gefolgt von Polen und Österreich. Importe erfolgten aus den Nachbarländern Österreich, Frankreich, Polen, Schweiz sowie aus Skandinavien.

Balkendiagramm mit je zwei Balken für Im- und Export. Die x-Achse stellt die Jahre, die y-Achse die Menge in Mio. t dar.

Abbildung 18: Außenhandel Bayerns mit Papier und Pappe 2005 - 2018

Quellenangaben

Darstellungen zum bayerischen Außenhandel - © Bayerisches Landesamt für Statistik

StMELF (2018): Holzmarktbericht zum I. Quartal in Bayern.