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Helge Walentowski und Gerhard Karrer
Die Schwarzpappel in den Pflanzengesellschaften der Auen - LWF Wissen 52

Die Schwarzpappel (ebenso wie Weiß- und Graupappel) ist eine typische Auwaldbaumart der großen Flusstäler. Von der Pappel geprägte Wald- und Gebüschgesellschaften beinhalten Weichholz- (Salicetea purpureae,Alnetum incanae) und Hartholzauen (Ulmenion minoris) sowie Gebüsche der Brennen und Heißländer (Salici-Hippophaetum - Berberidion). Die Habitate sind von Dynamik und Rohbodenbedingungen geprägt.Diese räumlichen und zeitlichen Übergangsbereiche zeigen eine große strukturelle und biologische Vielfalt.

Schwarzpappel-JungwuchsZoombild vorhanden

Abbildung: Reichlich Schwarzpappel-Jungwuchs kolonisiert eine frische sandig-kiesige Auflandung in der Rheinaue auf Höhe von Bamlach bei Bad Bellingen. Foto: A. Reif

In der Auenzonierung besitzt die Schwarzpappel ihr ökologisches Optimum im Übergangsbereich von der periodisch überschwemmten Silberweiden- Weichholzaue zur episodisch überschwemmten Hartholzaue. Sogar in Waldbeständen mit standortheimischen Baumarten ist es allerdings oft schwer, die Grenze zwischen der Weichholzaue und der Hartholzaue zu ziehen.

Dort, wo Harthölzer gefällt wurden oder ein sonstiges Störungsereignis auf Grund allogener Prozesse stattfand, kolonisieren Weiden und Pappeln die Blößen rasch. Diese weichholzreichen Pionierstadien löst dann der Hartholzwald in weniger als 100 Jahren ab. Prozessdynamisch und historisch-genetisch sind Weich- und Hartholzaue eng miteinander verbunden, obwohl sie synsystematisch voneinander getrennt sind (Salicetea albae - Querco-Fagetea). Es gibt also nicht nur räumliche Abfolgen im Sinne von Zonierung, sondern auch zeitliche Durchdringungen im Sinne von Sukzession („space-time species patterns“, Schnitzler 1995; Pisút und Uhercíková 2000).

Vor allem aber erschweren die sehr lange zurückreichenden und sehr nachhaltigen anthropogenen Veränderungen der großen Flussläufe,der Auenstandorte und der Auwälder eine vegetationskundliche Abgrenzung und Typisierung. Der kulturhistorische Werdegang spielt hier eine besondere Rolle.Die intensiven Flussbegradigungen vor 150 bis 200 Jahren und ihre Folgeerscheinungen (Flusseintiefung) schufen in den großen Flusstälern vollkommen neue Standortbedingungen (Akzeleration der Bodenentwicklung und abgesenkte Grundwasserlinien).

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Autoren

  • Dr. Helge Walentowski
  • Gerhard Karrer